Wie ich den Medien und Facebook entnahm, setzen sich SPD, CDU, Grüne und Linke in Duisburg für keine CO2-Pipeline durch den Stadtwald ein. Ob absichtlich oder unfreiwillig, damit erfolgt Einsatz für die Pipeline durch Rheinhausen. Auf mich wirkt das wie St. Florian, bloß nicht durch den Stadtwald, aber Rheinhausen ist okay?
Nachdem nun die Unterlagen offen liegen, habe ich mir diese angeguckt und festgestellt, dass wenn das Projekt nicht durch den Stadtwald laufen wird, dieses entweder durch das Rheinvorland oder durch Rheinhausen gehen würde. Wenn ich nach den Unterlagen gehe ist der Verlauf durch Asterlagen, Winkelhausen Bergheim, Rumeln und Friemersheim wahrscheinlicher. Das heißt mit dem einseitigen Einsatz gegen eine Pipeline durch den Stadtwald befürworten die genannten Parteien und auch einige Organisationen den Verlauf durch Rheinhausen. Stellt sich natürlich die Frage, warum diese Parteien und Organisationen Rheinhausen belasten wollen, statt den Unsinn abzulehnen. Oder war dies denen gar nicht bewusst, dass wenn man eine Trasse ablehnt, eine andere gewählt wird.
Es ist eindeutig klar, dass das ganze Projekt völliger Unsinn ist. Weder geht man auf die konkreten Stellen ein und warum diese unbedingt CO2 erzeugen müssen, noch geht man auf die Speicherkapazität in der Nordsee ein, wobei auch hier fraglich ist, wie sicher das Ganze überhaupt ist. Es braucht vielmehr eine Industriewende, statt viel Geld in eine Pipeline zu stecken, die nur der Bauwirtschaft etwas nützt, aber die Allgemeinheit gefährdet und keine Probleme löst. Wobei ich inzwischen weiß das OGE früher Pipelines für Erdgas gebaut hat und nun, wo Erdgas nicht mehr interessant ist, nach neuen Betätigungsfeldern sucht. Es geht bei dem dummen Projekt also nur um Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit.
Die Risiken einer solchen Pipeline welche der WDR und Correctiv bereits in 2025 adressiert haben wird in den Unterlagen nicht erwähnt. Die Unterlagen zeigen in meinen Augen sehr gut, wie man ein Projekt im Glanzlicht darstellt, indem man alle relevanten Fakten, die hinderlich sind, gar nicht erst erwähnt. Man will bei dieser Todespipeline eine einwandige Rohrleitung mit 80 cm Durchmesser in mind. 1 m Tiefe legen. Man kann sich ja vorstellen, was passieren wird, wenn diese Leitung undicht wird bei 200 bar Druck. Dann sterben im Umfeld des Lecks Menschen und Tiere, weil das CO2 diese ersticken wird. Teilweise ist die Trasse der Todespipeline nicht all zu weit von Wohnbebauung entfernt geplant. Wenn die Trasse erst festgelegt wurde, hat Rheinhausen und viele anderen Bereiche das gleiche Problem, wie wir jetzt bereits mit der CO-Pipeline von Dormagen nach Uerdingen haben. Wobei die m. W. bisher nicht in Betrieb ist. Dazu kommt, dass nicht nur CO2 eingespeist wird, sondern ein Chemikaliencocktail unbekannter Zusammensetzung, welcher die Rohrleitung angreifen kann.
Meine Stellungnahme habe ich jedenfalls der Bezirksregierung bereits geschickt und dies darf auch gerne als Grundlage für eigene Stellungnahmen genutzt werden.
Ich habe die Petition nicht unterzeichnet und bin auch froh darüber, weil diese indirekt für eine CCS-Todes-Pipeline durch Rheinhausen ist. Wobei mein Beweggrund die vollständige Ablehnung des Projektes war und ist. Und die von mir in der Stellungnahme genannten Probleme können höchstens zum Teil gelöst werden. Das Grundproblem der Notwendigkeit und der sicheren Endlagerung unter der Nordsee kann nicht gelöst werden.
Am Samstag wurde mir Vorgeworfen, dass ich die Bemühungen gegen die CCS-Pipeline sabotieren würde, dabei ist die einseitige Ablehnung eines Teilstücks des Projekts, statt des ganzen Projekts, das Problem. Wenn man nur ein Teilproblem adressiert wird auch nur dieses wahrgenommen, aber es ist aus meiner Sicht unwahrscheinlich, dass man damit etwas verhindern kann. Zudem wird es da auch noch andere geben, welche sich verarscht fühlen, weil die Trasse dann plötzlich dicht am Grundstück vorbeiläuft. Ohne solides Fundament hat eine Bewegung nur wenig Chancen.
Wem nützt eine einseitige Ablehnung am Meisten? Das ist ganz klar der OGE. Ebenso nützt es der OGE auf Demos und Petitionen zu setzen, statt eine Stellungnahme zu verfassen und alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Stellungnahmen müssen berücksichtigt werden in solchen Verfahren. Petitionen bekommen irgendeine banale Antwort/Ausrede, die nichts ändert.
Wenn Deutschland eine starke Wirtschaft will, erreicht man dies ganz sicher nicht indem man Geld für CCS-Pipelines verschwendet, sonder man muss die Probleme aktiv angehen und Prozesse hinterfragen. Ich gehe davon aus, dass das auch wieder ein Milliardengrab wird, was Lösungen verzögert und der Wirtschaft schadet.