Ferdi Seidelt (CDU) vs. Fakten – #Duisburg #Rheinhausen #Osttangente

In der Niederschrift vom 03.03.2022 (Bezirksvertretung) fand sich auch einiges zum Thema Osttangente, darunter eine Stellungnahme von Ferdi Seidelt (CDU).

Diese werde ich nachfolgend dann mal zerpflücken, aber nur ein Teilen wiedergeben.

„Das Thema „verlängerte Osttangente“ in Rheinhausen, von der Brücke der Solidarität bis zum Autobahnanschluss Homberg, ist nicht neu. Am 11. November 2010 brachte die CDU das Projekt in der Bezirksvertretung Rheinhausen auf die Tagesordnung, die politische Mehrheit sorgte damals in der Folgezeit mit ihrer Bewertung von Flora und Fauna dafür, dass die für die Wohngebiete so wichtige Entlastungsstraße nicht weiterbetrieben wurde.

Offensichtlich ist Ferdi Seidelt nicht besonders gut mit der Historie vertraut. Auch vorher war das schon ein Thema und auch vorher verlangte die CDU danach. Der Antrag findet sich hier. Wobei die CDU auch die Osttangente schon mal ablehnte.

In dem Dokument steht dann u. a. die Lüge:

Nur der Bau der „großen“ Osttangente entlastet die Rheinhauser Bevölkerung insgesamt und nachhaltig.

Was ja inzwischen durch die Machbarkeitsstudie widerlegt wurde. Also schon damals hat man mit Unwahrheiten dafür geworben, zumal die Bevölkerung insgesamt nicht entlastet wird, sondern vielmehr ist der Plan der CDU einen anderen Teil von Rheinhausen mehr zu belasten, etwa jene, die in der Ecke ihre Freizeit verbringen oder den Radweg zum Pendeln nutzen.

Noch heftiger ist aber der Satz:
Schließlich wird auf diese Weise der verdienstvolle und mehrere tausend Arbeitsplätze schaffende Einsatz der logport-Macher angemessen gewürdigt.

Man will also schlecht bezahlte Arbeitsplätze durch den Bau einer menschenfeindlichen Straße würdigen? Das muss wohl CDU-„Logik“ sein. Ich kann dieses Überlegung jedenfalls nicht nachvollziehen, warum jemanden für Arbeitsplätze würdigen sollte. Es geht bei Arbeitsplätzen überwiegend um rein kommerzielle Interessen.

Der Antrag wurde in erster Lesung beraten, also vertagt.

Im Dezember dann wurde einer umformulierten Fassung von allen damals vertretenden Parteien zugestimmt. Ferdi Seidelt hat damals, laut Protokoll sogar explizit zugestimmt, aber nach seinen Behauptungen, hat ihm scheinbar das Ergebnis nicht gefallen. Ob und wie das weiterging ist ein anderes Thema.

Also weiter mit der Stellungnahme:

Mit Süd- und Osttangente zusammen wäre das Gros der durch Rheinhauser und Hochfelder Wohngebiete irrlichternden Lkw-Verkehre passé!

Dafür gibt es keinerlei Beleg, dies ist ein reine Behauptung. Die Machbarkeitsstudie hat lediglich Rheinhausen intensiv geprüft und kam zu dem Ergebnis, dass es nicht sonderlich viel bringen. In Hochfeld würde es angeblich etwas bringen, aber dort wurden Alternativen (Sperrung, Route Marientor) gar nicht geprüft. Zudem wurde von den heute bestehen Umgehungsstraßen das Gleiche behauptet, die Fakten zeigen, dass es nicht stimmte.

Weiter geht es mit einer Lüge von Ferdi Seidelt:

Die Trasse der verlängerten Osttangente ist genau die Trasse, die von Krupp Rheinhausen angelegt wurde und die über Jahrzehnte von schweren Lokomotiven befahren wurde. Sie zogen Waggons mit Hochofenschlacke dorthin, wo sich heute der Businesspark Asterlagen befindet. Soweit zur Thematik Hochwassersicherer Untergrund.

Erst einmal ist es laut Machbarkeitsstudie nur eine der Varianten und dann handelt es sich hier nicht um die Trasse. Dies trifft allenfalls bis zur Rheingasse zu, wo ein neuer Deich gebaut wurde und ab da in Richtung Kläranlage ist der alte Hüttenweg längst verschwunden. Das die Schlackaufschüttungen vor der Rheingasse nicht hochwassersicher sind bzw. dies nicht belegt ist, kann man anhand meines Antrages klar erkennen. Jedenfalls, falls man es mit Fakten hat und sich diese nicht einfach ausdenkt oder massiv verdreht.

Weiter geht es mit der nächsten Lüge von Ferdi Seidelt:

Keine einzige Einrichtung entlang der Trasse auf der Deichkrone wird entfallen, die Freizeitangebote bleiben alle erhalten.

Man erkennt deutlich, dass er einfach mal so etwas behauptet und die Machbarkeitsstudie nie gelesen hat, weil einiges entfällt bzw. so wesentlich verändert wird, dass es man nicht mehr weitermachen kann.

Wenn er dann etwas von Grünbrücken faselt, frage ich mich, wie der sich das real vorstellt. Nach der Straße im 90°-Winkel und dann den Deich runter? Aber man merkt, dass Ferdi Seidelt von Umweltschutz keine Ahnung hat. Und auch hier erkennt man, dass Ferdi Seidelt offensichtlich keine Dokumente lesen kann:

Alle Untersuchungen in der uns heute vorliegenden Machbarkeitsstudie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Bau auf jeden Fall machbar ist.

Denn es steht, dass es nach heutigen Kenntnisstand möglich wäre, allerdings ist der Kenntnisstand der Machbarkeitsstudie unzureichend.

Interessant ist auch, dass er die „Schutzbedürftigkeit“ tausender Bürger nur gegen die Natur abwägen will, aber nicht gegen die Schutzbedürftigkeit der Menschen, welche im Umfeld von den Einschränkungen betroffen wären.

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