#Duisburg: Sondermülldeponie Sachtleben in Rheinhausen

Im Regionalplan Ruhr ist in der Erläuterungskarte 19 in Rheinhausen eine Deponie eingezeichnet. Als Bezeichnung steht dort: „2 Feststoffdeponie Sachtleben“. Gemäß dem BUND werden nur die Halden eingezeichnet, welche betrieben werden sollen. Nach den roten Punkten unter dem Deponiesymbol wäre die Deponie bis Klasse 2 zugelassen. Mehr Informationen können aus der Legende nicht entnommen werden, da diese andere Symbole aufweist.

Bei einer Ortsbegehung am 26.01.2019 wurde festgestellt, dass die Feststoffdeponie zwar eingezäunt aber ansonsten vollständig begrünt und damit rekultiviert ist. Das heißt die Deponie würde nicht aufgeführt, wenn man damit nicht Pläne hätte.

Ein Eintrag im Regionalplan ist der erste Schritt, um eine erneute Deponierung, von Sondermüll durchzuführen, dass heißt am wirksamsten ist jetzt eine Verhinderung. Wenn die Deponie dort eingetragen wird, wird es schwieriger.

Auffällig ist bei der Angelegenheit, dass die Deponie zwar eingezeichnet wurde, aber nirgends im Text etwas genaues zu finden ist. Dies sollte misstrauisch machen, dass hier scheinbar intransparent etwas durchgewunken werden soll, was nicht im Interesse der Bevölkerung ist.

Zudem ist der Essenberger Bruch nicht nur wichtig für Rheinhausen, sondern auch für die Bevölkerung in Duisburg. Seltsamerweise hat man diesen Bereich als Frischluftschneise aus dem Regionalplan gestrichen. Vermutlich, um die weitere Bebauung zu vereinfachen. Dabei liegen vom Deutschen Wetterdienst Gutachten vor, die belegen, dass der Essenberger Bruch erhalten bleiben muss.

Was genau Sachtleben bzw. heute Venator vorhat ist schwer zu sagen, allerdings gab es bereits in der Vergangenheit Versuche die vorhandene Feststoffdeponie als billige Entsorgung weiter zu nutzen. Gespräche mit der Firma Venator halte ich für aussichtslos, bereits bei meinen Fragen zu deren Braunkohlekraftwerk gab es keine Antwort, obwohl ich sogar per Brief geschrieben hatte, nur bei Twitter wurde mir mitgeteilt, dass man das Gesetz einhalten würde. Man kommt irgendwie zu dem Schluss, dass die Zentrale in London hier einen betriebsschädlichen Maulkorb verpasst hat.

Ich bin zudem noch einmal Unterlagen von einem Bekannten zum Essenberger Bruch durchgegangen. Im Rahmen von des Bündnisses Intakt waren auch mal einige vor Ort und haben sich die Sache angeschaut. Nach den Unterlagen gab es scheinbar früher schon Versuche eine bestehende begrenzte Feststoffdeponie weiterzuführen. Ebenso die anderen Sachtleben Deponien in Homberg. Bisher konnten diese Versuche erfolgreich verhindert werde. Das Interesse der Firma ist natürlich eine möglichst billige Entsorgen zu Lasten der Bevölkerung, aber dies dürfte Konzernzentrale in London wenig interessieren.

Auf der Seite der Bezirksregierung Düsseldorf finden sich weitere Informationen. Nach den Karten soll die Deponie noch in der Ablagerungs-, Stilllegungs- oder Nachsorgephase sein. Was kann genau kann dem Überblick nicht entnommen werden. Unter ADDISweb findet sich für die Feststoffdeponie der Punkt, dass diese in der Stillegungsphase wäre. Ich habe nun bei der Stadt Duisburg, dem Regionalverband und der Bezirksregierung Düsseldorf mal nachgefragt, ob da irgendwelche Pläne bekannt sind. In den

Auf den Deponien von Sachtleben/Venator sollen auch thalliumhaltige Schwefelkiesbrände abgelagert worden sein. Vielleicht der Grund warum das Gelände eingezäunt wurde. Ob auch Thallium im Grundwasser gelangt ist, kann ich noch nicht sagen, brauche erst einmal mehr Fakten.

Die Stadt Duisburg hatte auch schon mal Ideen zur einer Bauschuttdeponie in diesem Bereich. Dabei kann Bauschutt vollständig recycelt werden, was auch geschehen würde, wenn Deponierung nicht künstlich verbilligt würde. Deswegen ist auch der Plan zu einer Bauschuttdeponie Lohmannsheide abzulehnen.

Auch wenn manches auf Stilllegung hindeutet muss man misstrauisch bleiben. Firmen haben erfahrungsgemäß selten bis nie das Allgemeinwohl im Sinne. Schließlich dienen die meisten Firmen den Eigentümern. Denn schon früher wollte Sachtleben die Deponie weiter nutzen und nutzte wie üblich das Argument Arbeitsplätze, was aber eigentlich keines ist, denn kein Arbeitsplatz ist Menschenleben wert. Zudem wurde bereits 1981 wurde festgestellt, dass eine Weiternutzung der Abfälle möglich ist und demnach nach dem heutigen Kreislaufwirtschaftsgesetz durchzuführen ist.

Übrigens soll eine große Fläche am Deich einem Gewerbegebiet weichen. Neben der Deponie ist noch weiterer Flächenfraß im Essenberger Bruch und in Friemersheim vorgesehen.

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Eine Antwort zu #Duisburg: Sondermülldeponie Sachtleben in Rheinhausen

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