#Duisburg: Der Fall „Aschlöksken“ – #Duisport #Osttangente #Fahrradalltag #Trump

In der NRZ vom 25.04.2022 erschien ein Artikel, in welcher Herr Sebastian Hiedels (Stadtsprecher) behauptet hat:

Der Bereich auf der Deichkrone biete ein Gefahrenpotential für Unfälle zwischen Radfahrern und dort sitzenden Gästen.

Da die Stadt Duisburg regelmäßig Unsinn bzgl. Gefährdungen bzw. Nichtgefährdung behauptet, habe ich natürlich noch am selben Tag nachgefragt. In der Hoffnung wenigstens diesmal etwas fundiertes zu bekommen, denn für die Bewertung, ob eine Unfallgefahr besteht müssen verschiedene Parameter erfasst unausgewertet werden.

Ich habe hier nur nach folgenden Punkten gefragt:
1. Wann gab es wie viele Unfälle mit Fahrrädern dort?
2. Können Sie mir die mit Sicherheit vorliegende Gefährdungsanalyse digital zusenden?

Die erste Frage, um zu wissen, ob überhaupt schon etwas passiert ist, weshalb man zu der Behauptung kam, dass eine Gefährdung bestünde und dann die saubere Analyse, ob und welche Gefährdung vorliegt und mit welchen Maßnahmen dieser man begegnet.

Bereits an anderen Stellen hatte ich nachgeforscht.
Etwa die angeblich gefährliche Osloerstraße (Osttangente „Alt“), die nur deshalb für Radverkehr gesperrt wurde, weil es im Planfeststellungsbeschluss steht, eine Beurteilung der Gefährdung dort gibt es nicht. Oder die A40 Brücke in Homberg, wo man die Straße für Fahrräder gesperrt hat wegen einer angeblichen Gefährdung, die nicht belegt werden kann. Fakt ist hier, dass eine Gefährdung hier nicht existiert, wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten, sondern es einzig und allein darum geht, dass KFZ nicht wegen einem Fahrrad langsamer fahren müssen, dies ist allerdings kein zulässiger Grund für Fahrverbote für Radfahrende. Mit Fahrverboten für Radfahrende tut sich die Stadt regelmäßig sehr leicht, während man gleichzeitig bei LKW ständig behauptet, dass dies nicht ginge, weil angeblich keine Gefährdung vorläge, aber auch hier natürlich keine saubere Analyse der Gefährdungen. Etwa an der Jägerstraße, wo belegbar der Radverkehr gefährdet wird. Oder auch Flutweg und Lindenallee, wo die Stadt bei der Ablehnung eines Antrages der Bezirksvertretung ebenfalls extrem unsauber gearbeitet, wie hier herausgearbeitet. Auch die Angelegenheit Heerstraße offenbarte mir Abgründe der Unkenntnis bzgl. Gefährdungen für Radverkehr.

Fazit für mich war und ist, dass reale Gefährdungen für Radfahrende, aus welchen Gründen auch immer, ignoriert werden und Gefährdungen durch LKW ebenfalls. Stattdessen behauptet die Verwaltung unfundiert etwas.

Das Aschlöksken ist nur der nächste Beleg in einer Reihe von Indizien, die sich langsam aufsummieren. Denn gestern bekam ich seitens der Stadt Duisburg folgende Antwort:


Da jedoch Unfallaufnahmen, die diesbezügliche Datenerfassung und mögliche Gefährdungsanalysen von Gefahrenstellen zum Aufgabenspektrum der Polizeibehörden gehören, können Ihre Fragen seitens der Stadt Duisburg nicht beantwortet werden.

Also Herr Hiedels behauptet belegbar eine Gefährdung, aber die Stadt hat keine Unterlagen dazu. Daraus lässt sich eigentlich nur schlussfolgern, dass Herr Hiedels gar keine Aussage über eine angebliche Gefährdung hätte treffen können. Denn ohne von mir angeforderten Daten kann man nicht zu einer Bewertung kommen, ob eine Gefährdung bestünde. Die Polizei liefert lediglich Unfallinformationen, führt allerdings auch keine Gefährdungsanalysen durch, wie ich aus anderen Angelegenheiten weiß.

Einmal mehr drängt sich mir der Eindruck auf, dass die Stadt Duisburg nicht sauber arbeitet und es auch nicht nur um Einzelfälle geht. Denn je nach gewünschtem Ausgang wird mal behauptet, dass keine Gefahr bestünde (LKW) oder es gefährlich wäre (Radfahrende), aber in keinem Fall gibt es eine Gefährdungsanalyse durch die Stadt. Somit wird also die ordentliche Praxis einer Verwaltung außer acht gelassen und einfach populistisch behauptet, was jemanden in der Verwaltung gerade einfällt. Das ist kein Verwaltungshandlung, wie es im Einklang mit der freiheitlichen Demokratischen Grundordnung steht, sondern Willkür. Entscheidungsprozesse müssen dokumentiert werden und nachvollziehbar sein. In Duisburg fühlt man sich dagegen regelmäßig an die Behauptungen von Donald Trump erinnert, der mal so und mal so etwas behauptet, egal wie die Fakten sind.

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Eine Antwort zu #Duisburg: Der Fall „Aschlöksken“ – #Duisport #Osttangente #Fahrradalltag #Trump

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