Rezension: Doktorarbeit Daniela Lesmeister

Wie angekündigt habe ich mir die Doktorarbeit von Daniela Lesmeister mal durchgelesen.

Titel: Polizeiliche Prävention im Bereich jugendlicher Mehrfachkriminalität
Verlag: Dr. Kovac, Hamburg, 2008, 214 Seiten
ISBN: 978-3-8300-3964-8
Preis: 68 Euro

Es heißt ja immer wieder, dass Frau Lesmeister promovierte Juristin wäre. Aus Neugierde besorgte ich mir ihre Promotion, für einen relativ günstigen Preis. Den bei Amazon geforderten Originalpreis hätte ich nicht bezahlt.

Erwartet hätte ich eine Dissertation mit vielen juristischen Inhalten. Beim Lesen stellte sich die Arbeit eher als eine Art sozialwissenschaftliche Promotionsarbeit heraus. eine Art von Studie zur Jugendkriminalität. Also viel Blabla und sehr viele unübersichtliche Fußnoten, welche den Lesefluss stören. An einigen Stellen wurde etwas behauptet, ohne dies zu diskutieren oder zu belegen. Diese Vorgehensweise erscheint mir weder sonderlich wissenschaftlich, noch irgendwie juristisch. Gerade in der Juristerei wird alles haarklein hergeleitet und mir Paragraphen belegt.

Allerdings ist mir die Eigenschaft von Frau Lesmeister nicht unbekannt Behauptungen aufzustellen, die irgendwie nicht sonderlich plausibel erscheinen. Man denke nur daran, wie ihr in einer Problemimmobilie angeblich Kakerlaken über die Füße gelaufen wären. Als Veranschaulichung mit entsprechendem Hinweis wäre dies noch okay gewesen, aber nicht für jemanden der bei einer Stadt für Recht und Gesetzt steht, wie zum Beispiel als Rechtsdezernentin. Da zählen Klarheit und Ehrlichkeit.

Ich würde es als nicht so enges Verhältnis mit Fakten umschreiben. Insofern ist diese Arbeit in Hinblick auf den Charakter der baldigen oberen Polizistin von NRW durchaus interessant. Mir scheint, dass auch der Wahrheitsgehalt der Aussagen, der im Rahmen der Arbeit befragten nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Aber vermutlich hätte die Diskussion dieses Unsicherheitsfaktors dazu geführt, dass die Dissertation nicht mehr eingereicht hätte werden können. Ob eine valide Datenbasis vorlag sehe ich skeptisch, wenn ich mir anschaue, dass repräsentative Umfragen 2000 Menschen befragen und selbst diese mitunter ein ziemliches Delta zur Realität aufweisen. Insbesondere bei Wahlvorhersagen. Die Datenbasis finde ich jedenfalls dürftig für eine so weit reichende Bewertung. Vor Gericht wäre man mit so einer dünnen Beweislage sicherlich nicht durchgekommen.

Was allerdings völlig inakzeptabel ist, ist die Verharmlosung von Alltagsrassismus, welche an einer Stelle auftritt und lapidar abgetan wird, obwohl gerade dieser Faktor mitunter dazu beitragen kann, dass Menschen bestimmter ethnischer Gruppierungen in die Kriminalität gedrängt werden. Schwer zu sagen, aus welchem Grund dies nicht sauber diskutiert wurde.

Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie man auf dieser Basis einen Doktortitel verliehen bekommt. Insbesondere kein Dr. jur., den ich mir eigentlich nur für eine juristische Doktorarbeit vorstellen kann.

Auf meine Nachfrage reagierte die Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main bisher nicht.

Bei der Recherche für diese Rezension entstand dieser kurze Lebenslauf:
Daniela Lesmeister (CDU)
1977 Geburt in Essen
199? Abitur
1996 Diplom-Verwaltungswirtin / Fachbereich Polizeivollzugsdienst (Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung) danach Polizeikommissarin beim Polizeipräsidium Gelsenkirchen
2003 Gründung Hilfsorganisation I.S.A.R.
2006 2. Juristisches Staatsexamen
2007 Regierungsrätin im Gesundheitsministerium NRW
2008 Promotion
2008 – 2010 Referentin von Minister Karl-Josef Laumann (CDU)
2010 Referentin für den Maßregelvollzug
2014 – 2017 Rechtsdezernentin der Stadt Duisburg

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2 Antworten zu Rezension: Doktorarbeit Daniela Lesmeister

  1. Some One schreibt:

    Deine Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik und Stil sind unter aller Sau.

    • ulrics schreibt:

      Wennste meinste dasse.

      Dabei bin ich auf diese Fehler in der Arbeit gar nicht eingegangen, eben weil mir bewusst ist, dass ich in dem Bereich nicht fehlerfrei bin.
      Da sind u.a. massig Silbentrennungsfehler drin, die jede gängige Rechtschreibprüfung, selbst Word, finden würde. Zudem lenken solche Diskussionen der Fehler nur vom Inhalt ab. Wer Rechtschreibung bemängelt zeigt damit in meinen Augen, dass ihm/es/ihr Form vor Inhalt geht. Ein Umstand der eher als Oberflächlichkeit gilt.

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