‚Hauptversammlung‘ – Kritische Aktionäre – @Krit_Aktionaere #Steag #Blutkohle #Vergewaltigungskapitalismus

Aktienbesitzende haben eine Verantwortung, denn Eigentum verpflichtet.

Man kann dieser Verantwortung sicherlich nicht gerecht werden, indem man zur Hauptversammlung hingeht und Frikadellen mampft. Dazu gehört deutlich mehr. Natürlich gibt es verschiedene Vertretungen, die man beauftragen kann. Die meisten achten allerdings stark auf das Vermögen und dessen Mehrung und weniger auf das ökologisches und soziale, dabei kann man auch dies fördern.

Hierfür gibt es den Dachverband kritischer Aktionäre, der mit der Wahrung der Rechte beauftragen kann und etwas für die Welt tun. Nachfolgend einige Beispiel aus der von mir als Hauptversammlung bezeichneten Jahrestagung. Ist aber nebensächlich.

Natürlich kann jemand mit wenigen Aktien nicht den Kurs eines Konzerns bei der Abstimmung beeinflussen. Jedenfalls nicht direkt. Es ist aber schon möglich diesen indirekt zu beeinflussen und den Finger in Wunden zu legen.

Im Rahmen der Tagung wurden zu Beginn kurz die sogenannten Sustainable Development Goals (SDG) oder zu deutsch Ziele für nachhaltige Entwicklung vorgestellt und dann mit der Sichtweise einiger Firmen aus diesem Jahr verglichen.

Es wurden natürlich nur Auszüge dargestellt, da nicht alle Aspekte der vielen besuchten Hauptversammlungen dargestellt werden konnten.

BASF: Was nur wenige vermutlich wissen ist, dass BASF Platin der Lonmin AG aus London kauft. Dieses wird in Südafrika von Menschen abgebaut, die unter erbärmlichen Bedingungen leben. Ein Einsatz für die Rechte dieser Beschäftigten ist bei BASF nicht zu erkennen. Deshalb wird auf und vor den Hauptversammlungen daran erinnert.

VW: VW mag Protest gar nicht und steckt Kritiker ins sogenannte Kritikgehege. Sicherlich deckt der Kraftfahrzeugminister dies auch zu 100 %. Trotzdem ist gerade bei VW derzeit viel im Wandel, weil auch sehr viele andere Mitbesitzende unzufrieden sind und den Dieselbetrug, sowie die Wertverluste daraus juristisch aufarbeiten lassen.

Heidelberg Cement: Die Firma, will scheinbar in Indonesien Zement gewinnen und dass es dabei möglicherweise nicht so sozial zugeht und der Umweltschutz leidet, kann ich mir gut vorstellen.

Siemens: Gerade große Unternehmen müssen sich die Geschäftspartner gut ansehen, was nicht überall der Fall zu sein scheint. Geld mag nicht stinken, die Geschäftspraktiken von Siemens schon, wenn man sich den obigen Link anschaut. In einigen Ländern wurden bereits wegen dieser schmutzigen Geschäfte bereits Menschen ermordet (etwa Berta Cáceres).

RWE: Neben den klassischen Themen zu RWE, wie die Vernichtung von Wohnraum und Umwelt durch RWE, gab es auch weitere Themen, die auf der Versammlung angesprochen wurden. Etwa die ungleich brutaleren Bedingungen an einem Tagebau in Kolumbien, wo die indigene Bevölkerung brutal vertrieben wird. Mal ganz abgesehen von der ökologischen Katastrophe, welche damit einhergeht. Die Blutkohle ist übrigens nicht nur bei RWE ein Thema, sondern auch bei der STEAG und damit hier in Duisburg, denn diese wird sicherlich auch in Walsum verbrannt. Außer Frage stand natürlich für alle, dass man Braunkohle austreten muss.

Es ist beeindruckend unter welchen Bedingungen sich weltweit Aktivisten gegen die Ausbeutung und Vernichtung unserer Lebensgrundlagen stemmen und dies meist unter deutlich weniger rechtsstaatlichen Bedingungen, als hier in Deutschland.

Im Anschluss an den, obwohl zeitlich kurz doch recht emotional-intensiven Rückblick wurde der Henry-Mathews-Preis 2018 an Andrea Lammers verliehen.

Im Anschluss an die Mittagspause, die selbstverständlich auch dem Austausch diente ging es weiter mit Rüstungsexporten von Heckler & Koch, sowie Rheinmetall.
Pikantes Detail am Rande: Die Hauptversammlung von Heckler & Koch lag ausgerechnet auf dem Weltfriedenstag. Dafür durfte der Vorstand und Aufsichtsrat allerdings deutlich länger ausharren. Das Geld will schließlich hart verdient sein.
Auch Rheinmetall scheint viel und ‚gerne‘ Rede und Antwort zu stehen. Was ich bisher nicht wusste ist, dass Ulrich Grillo aus Duisburg im Aufsichtsrat von Rheinmetall ist.

Als letzter Tagesordnungspunkt stand dann noch die Energiewende im Fokus, die ja bei etlichen Konzernen verschlafen wird. Hierzu wurde unter anderem zur kolumbianischen Blutkohle vorgetragen. Die Auswirkungen von Feinstaub behandelt, aber auch die Verflechtungen der Atomindustrie.
Mir kam hier die Idee, dass der Tagebau von der Böschung her nicht abgeflacht werden muss, sondern auch Schüttgutkörbe genutzt werden können. RWE hat also auch hier mit hoher Wahrscheinlichkeit gelogen.
Als neue Erkenntnis nahm ich mit, dass mit Hilfe der Massenspektrometrie bei Feinstaub ein charakteristischer Fingerabdruck für die unterschiedlichen Quellen erkannt werden kann. Zum Beispiel tragen die Tagebaue in Region zu einer erhöhten Belastung in Köln bei.

Musikalische Untermalung gab es von Gert Schinkel, dem man auch immer wieder begegnet. Da er in einer einer seiner Neukompositionen auch Daniela Lesmeister erwähnte, erlaubte ich mir, ihn auf ihre Doktorarbeit aufmerksam zu machen.

Fazit kann nur sein, dass noch viel zu tun ist, und kritischen Aktionäre unsere Unterstützung verdienen. Besonders dann, wenn man eh nicht zur Hauptversammlung kann

Wer ethisch anlegen möchte, kann sich übrigens auch hier informieren.

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