#Duisburg: LKW-Problem-Analyse – #Duisport #Logport

Die Stadt Duisburg zeigt einmal mehr die Unwilligkeit die LKW-Probleme in Duisburg zu lösen.

Im vergangenen Jahr hatte ich einen Antrag nach GO § 24 eingereicht.

Kern meines Antrags war der Punkt:
„Deshalb wird hiermit nach GO § 24 eine Analyse der von Logistikverkehr in Duisburg genutzten Strecken beantragt.“

Ich zielt also auf eine Analyse für ganz Duisburg ab. Im RIS findet sich nun Drucksache 21-0463 aus dem April dieses Jahres. Behandelt werden soll die DS in der Bezirksvertretung Rheinhausen (am 26.08.2021) und im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr (am 09.09.2021) also etwa ein Jahr noch Eingang.

Da stellt sich dann schon mal die Frage, warum gerade in der BV Rheinhausen bei einem Antrag, der auf ganz Duisburg abzielt und Rheinhausen lediglich als Beispiel aufführt.

In dem Entwurf wird auf eine DS 12-0275 hingewiesen, die eine veraltete Verfolgungszählung aus 2011, nur für Rheinhausen, enthalten soll. Da wir 2021 haben, hat sich logistisch in Duisburg scheinbar kaum etwas geändert oder die Daten sind total veraltet.

Eine Befragung der LKW-Fahrende wird abgelehnt, weil dies angeblich schwere Eingriffe notwendig machen würde, dabei könnte man pausierende LKW-Fahrende durchaus befragen oder auch per anonymen Informationsbogen. Möglichkeiten gäbe es genügend. Wobei man viel bereits aus Strecken ermitteln könnte, wie ich dies exemplarisch für den Umweg Osttangente durchführte. Auch die Auswertung von unterschiedlichen Navis für Fahrten zu bestimmten Punkten ist recht hilfreich. Etwa was das billigste „Navi“ GoogleMaps für PKW-Routen ermittelt. Denn das Programm ist auf fast jedem Handy. Auf die Idee bin ich zwar erst später gekommen, allerdings darf man von der Stadt Duisburg doch ein wenig mehr erwarten. Etwa Verkehrsexperten, die das gelernt haben und sich das nicht selbst erarbeitet haben.

Weiterhin werden ein paar Maßnahmen, ebenfalls nur für Rheinhausen, aufgezählt.

Interessant sind die Verteilungen aus 2017 und 2020, allerdings ebenfalls nur wieder für Rheinhausen. Die Zahlen sind allerdings nicht valide, denn in Summe ergibt sich 100,1 % und es wurden nur einige Strecken betrachtet. Margarethenstraße z. B. gar nicht.

Primäre Routen sind die vorhandene Osttangente und die L473N, ein deutlich kleinerer Teil geht nach den Angaben über Lindenallee, eine Sperrung wäre demnach also für Durchgangsverkehr vertretbar.

Man trifft die seltsame Schlussfolgerung, dass die Maßnahmen deutliche Wirkung zeigen würden. Allerdings hat man nicht einmal in Rheinhausen alle Schleichrouten erfasst.

Aufhorchen lässt:
„deutlich aufwendigere Verkehrserfassung wird im Rahmen der Untersuchungen zur Verlängerung der Osttangente durchgeführt werden.“
Man will also scheinbar direkt in die Vollen gehen und umfangreichere Unterlagen erstellen für die Subventionstangente, allerdings scheinbar ohne Streckenanalysen. Wobei in dem Bereich auch Hochfeld erwähnt wird. Allerdings habe ich Hochfeld inzwischen selbst analysiert im Rahmen von Umweg Osttangente.

Nicht wirklich nachvollziehbar ist die Antwort, dass die parkenden LKW legal in Logport die Straße verengen dürfen. Das Parken in dem Bereich verstößt unzweifelhaft bereits gegen § 1 StVO (Gegenseitige Rücksichtsnahme), weil die Straße unbenutzbar bzw. erheblich eingeschränkt wird.

Aber im Text wird schnell klar, dass die Stadt so oder so das Problem nicht beheben will, weil sie fürchtet, dass die LKW dann woanders parken.
„Ihre Empfehlung das Parken von Lkw an den „Schmalstraßen“ von Logport I dauerhaft zu unterbinden, kann aus fachlicher Sicht nicht umgesetzt werden, weil Parkverbote jeglicher Art zur Folge haben, dass sich die Parkproblematik der Lkws auf umliegende Straßen und womöglich in Wohngebiete verlagert. Mit Verdrängung der parkenden Lkws würden auch die damit miteinhergehenden Probleme bezüglich Müll, Fäkalien sowie Beschädigungen an Parkplatzbegrenzungen (vergleich: Stahlbügel im Logport-I-Gelände) in andere Bereich verlagert werden. Im Vergleich zu Wohngebieten stellt Logport I die bessere Alternative für parkende Lkw dar.“

Der Zustand ist ja nicht erst seit gestern, wäre also vielleicht mal gut, endlich dafür zu sorgen, dass die Firmen für Parkplätze sorgen müssen, statt die Öffentlichkeit drunter leiden zu lassen. Zumindest gesteht man ein, dass die parkenden LKW den Verkehrsfluss beeinflussen:
„Insgesamt erfüllen die zugrunde gelegten Querschnittsmaße theoretisch die Anforderungen der gültigen Planungsrichtlinien. Jedoch hat die Praxis in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die zur Verfügung stehenden Straßen im Logport-I-Gelände in Kombination mit den auf den Parkstreifen stehenden LKW zu schmal dimensioniert worden sind.“
Dies ist zumindest ein Fortschritt gegenüber früher, wo man nicht einmal das Problem eingestehen wollte. Auch wird auf einen Antrag verwiesen DS 19-0073.

Man behauptet die angrenzenden Grundstücke würden sich in Privatbesitz befinden, was aber nicht stimmt. Die Grundstücke gehören m. W. Duisport und gehören damit der Stadt Duisburg und dem Land NRW.

Mit der Begründung, das Einzelmaßnahmen nicht sinnvoll wären nichts zu tun, ein kein Zeichen von guter Stadtgestaltung, sondern schreit doch geradezu nach einem Gesamtkonzept.

Angeblich würde man versuchen das LKW-Parken zu lösen und meint, dass es nur langfristige Lösungen geben würde. Und natürlich führt man auch die OSttangentenverlängerung auf, die allerdings nicht kommen wird. Auch nicht langfristig!

Allerdings würde ich die Antwort insgesamt als „Setzen Sechs!“ bewerten, denn mein Antrag lautete nicht auf Rheinhausen, sondern Duisburg, also alle Bezirke. Also klassischer Fall von Thema verfehlt.

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