#Currenta-Explosion in #Leverkusen – #Dioxin #Laschet

Das Dioxingefahr besteht war bereits am Dienstag erkennbar. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass in jedem Kamin ebenfalls Dioxine entstehen und in die Raumluft gelangen.

Wenn ich mir die bekannten Fakten anschaue und dem Umstand einer heftigen Explosion, dann ist eigentlich nur eine Ursache möglich. Verdampftes Lösungsmittel als mit Gemisch mit Luft kam mit einer Zündquelle zusammen. Allerdings können Gase nicht detonieren, dass kann nur Sprengstoff. Nur dort bildet sich eine Detonationswellenfront aus. Gegen eine Detonation spricht ebenfalls, dass die Sondermüllverbrennungsanlage noch steht. Nach einer Detonation wäre dies nicht der Fall. Für mich ist ziemlich sicher, dass der Arbeitsschutz versagt hat, da eine Explosionsgefahr nur dann entstehen kann, wenn die Vorgaben sträflich missachtet werden.

Was ganz anderes macht mir allerdings Sorgen. Currenta betreibt auch den Chempark in Uerdingen, an der Stadtgrenze zu Duisburg-Rheinhausen. Dieser verändert sich munter, ohne richtige Umweltverträglichkeitsprüfung, weil die Bezirksregierung Düsseldorf ständig der Meinung ist, dass die Auswirkungen minimal wären. Bisher gab es allerdings gar keine richtige übergreifende Prüfung und wenn es mal eine Beteiligung gibt, wird diese meist auf Krefeld beschränkt und Duisburg-Rheinhausen kann die Unterlagen nicht vor Ort einsehen, obwohl Rheinhausen massiv betroffen wäre, wenn etwas passiert. Das Industrie und Wohnbereiche teilweise zu dicht stehen ist historisch gewachsen, dass man Beteiligungen nicht richtig durchführt und eventuell nicht ausreichend prüft (Laschets-Enfesselung lässt grüßen) ist das Schlimme. Das ist kein Zusammenleben auf Augenhöhe, sondern Störfälle mit Ansage. Gerade bei gefährlichen Anlagen muss entsprechend sorgfältig geprüft werden.

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2 Antworten zu #Currenta-Explosion in #Leverkusen – #Dioxin #Laschet

  1. M. Lenhard schreibt:

    Auch Gase können detonieren, allerdings nur, wenn die Druckwelle durch Behälter oder Rohrleitungen in ihrer Ausbreitung behindert oder konzentriert wird. Dann baut sich ein höherer Druck auf, der sich beim Bersten des Behälters schlagartig mit höherer Geschwindigkeit entlädt, als dies eine explodierende Gaswolke an der freien Atmosphäre könnte.

    Ihre Einschätzung hinsichtlich der Ursache teile ich – menschliches Fehlverhalten oder das Versagen organisatorischer Sicherheitsmaßnahmen halte ich für deutlich wahrscheinlicher, als eine rein technische Ursache. Anlagen für Gefahrstoffe werden durch systematische Auslegung und Ausstattung mit Sicherheitseinrichtungen
    nach ATEX und Entwurfsverfahren nach SIL heute normalerweise so sicher aufgebaut, dass technisches Versagen nicht zur Katastrophe führen kann (Fehlbewertungen sind bei aller Sorgfalt natürlich möglich). Sehr viel häufiger sind aber Unwissenheit, menschliche Fehler oder Regelverstöße bei Anlagenbedienungen oder der Handhabung von Gefahrstoffen (Stoffverwechslung, etc.).

    Warum sich Currenta so schwer damit getan hat, etwas über die mögliche Zusammensetzung der Rauchwolke zu sagen, ist mir unbegreiflich. Jeder, der sich schon mal ein bisschen mit der Thematik beschäftigt hat, weiß, was typischerweise bei der unkontrollierten, unvollständigen Verbrennung von chlorierten Kohlenwasserstoff-Gemischen entsteht – CO, SO2, NOx, HCl, Cl2, COCl2, und im Ruß so ziemlich alles, was die organische Chemie in ihrem Baukasten so bietet, inkl. PAK und Dioxinen. Zu sagen, man wisse noch nicht, ob der Rauch giftig sei, ist ein Zeichen von Dummheit. Natürlich ist er giftig. Nur wie giftig, kann man ohne Analyse nicht sagen. Das hängt dann tatsächlich von den umgesetzten Ausgangssubstanzen, Verbrennungstemperatur, Verbrennungsgeschwindigkeit und Verdünnung ab.

    • ulrics schreibt:

      Danke für den Kommentar.

      Bzgl. Detonation möchte anmerken, das bei hohen Drücken Gase entweder in den Zustand Plasma oder Flüssig übergehen.

      Denke die tun sich so schwer, weil Abfälle häufig wilde Mischungen sind. Aber natürlich eine grobe Abschätzung möglicher Stoffe war auch bereits kurz nach dem Störfall möglich.

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