#Bahnsinn: Verbindung Ruhrgebiet Berlin wird weniger – #Bahn

Wie es scheint wird spätestens ab April die Verbindung des ICE über Düsseldorf nicht mehr stündlich existieren, sondern nur noch jede zweite Stunde. Wenn man die Hälfte der Verbindungen streicht reduziert sich natürlich auch die Verspätung. Jedenfalls absolut gesehen. Relativ gesehen dürfte sich die Verspätung möglicherweise sogar erhöhen.

Sehr geehrte Mitmenschen*,

ich wollte gerade eine berufliche Reise für April planen und musste
feststellen, dass die Bahn, das Ruhrgebiet abhängt und für Reisende nach
Berlin unattraktiver macht.

Anscheinend fahren die Züge nur noch alle zwei Stunden. Das drittgrößte
Ballungszentrum Europas ist wohl nicht wichtig genug, um stündlich eine
Verbindung nach Berlin zu haben. Die NRW-Hauptstadt offensichtlich auch
nicht.

Ich merke die Bahn tut wirklich alles um die Attraktivität zu senken
(Baustellen, Verspätungen, Pseudopünktlichkeit, Fahrpreiserhöhungen,
miserable Entschädigungsmoral).

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

(* Aus Respekt vor allen Geschlechtern, verwende ich eine
geschlechtsneutrale Anrede.)

Die Bahn selber äußerte sich erst einmal nicht, allerdings der Fahrgastverband PRO BAHN:

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

vielen Dank für Ihre Eingabe u. a. in Kopie an den Fahrgastverband PRO BAHN.

Wie Sie wissen, wird im Bahnnetz – auch in NRW – massiv gebaut/saniert, um den politisch zu verantwortenden Defiziten der letzten Jahre entgegenzuwirken, weshalb bestimmte gewohnte Zuglinienführungen nicht dauerhaft möglich sind und daher alternative Fahrplankonzepte realisiert werden müssen.

Da die ICE-Linie NRW Berlin normalerweise in Hamm geflügelt/gekuppelt wird und somit die Strecken über Wuppertal und das Ruhrgebiet mit einem in Berlin beginnenden/endenden Zug bedient wird, ist ein Stundentakt auf beiden Strecken (über das Ruhrgebiet bzw. über Wuppertal) im Frühjahr und Sommer wegen der fehlenden Möglichkeit des Flügelns/Kuppeln nicht möglich, allerdings laut aktuellen Fahrplandaten wieder ab Oktober.

Informationen über die Aktivitäten von PRO BAHN finden Sie im Internet unter http://www.pro-bahn.de

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Frank
Fahrgastverband PRO BAHN e. V.

Ich hoffe mal, dass das wirklich stimmt, aber seltsam, wie die Bahn ihre Baustellen plant. Müssen wohl die selben Experten sein, die Autobahnbaustellen planen.

Sehr geehrter Herr Frank,

das ist nicht plausibel. Wuppertal usw. dürfte weniger Kundschaft
bieten, als die Ruhrschiene.

Mir kommt diese eher so vor, als würde die Linie reduziert wegen
Verspätungen, dass damit die Attraktivität drastisch reduziert wird ist
die Folge. Nicht einmal Düsseldorf ist mehr mit Berlin stündlich
verbunden. Wuppertal soll wichtiger als Düsseldorf als Landeshauptstadt
sein?

So wird fliegen attraktiver.

Oder liegt es daran, dass so viele ICE defekt sind?

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

Oder meinte er, dass in der einen Stunde die eine Strecke und in der anderen die Andere bedient wird.

Dann kam aber doch noch eine Antwort der Bahn:

Sehr geehrter Herr Dr. Scharfenort,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wir bedauern sehr, dass Sie mit der Verkehrsanbindung der Bahnhöfe Duisburg und Düsseldorf nicht zufrieden sind.

Bei der Gestaltung von Fahrplänen sind eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen. Unsere Angebote richten sich grundsätzlich nach dem durchschnittlichen Reisendenaufkommen. Durch permanente Zählung von Reisenden möchten wir sicherstellen, dass bedarfsgerecht befördert wird. Damit versuchen wir, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Wünschen der Fahrgäste einerseits, und den wirtschaftlichen Aspekten andererseits, zu schaffen. Wir akzeptieren, dass wir dabei nicht jedem individuellen Anliegen entsprechen. Sie können davon ausgehen, dass jede Entscheidung zum Wegfall von Halten von Zügen mit großer Sorgfalt getroffen wird.

Des Weiteren führen wir um die Reisemöglichkeiten und den Fahrkomfort zu verbessern, die Sicherheit zu gewährleisten oder auch um den Lärmschutz zu erhöhen, ständig an vielen Stellen unseres Streckennetzes Baumaßnahmen durch. Wenn eine geplante Maßnahme Auswirkungen auf den Fahrplan hat, arbeiten wir sie in unsere Auskunfts- und Buchungssysteme ein. Es tut uns leid, wenn Sie dies anders erleben mussten.

Darüber hinaus erwähnen Sie die Pünktlichkeit unserer Züge. Die Pünktlichkeit der Bahn unterliegt vielen Einflüssen. Das Spektrum reicht von mutwilligen Eingriffen in den Bahnverkehr, Personen im Gleis und extremen Witterungsverhältnissen über Störungen der Infrastruktur und Fahrzeuge bis hin zu Bauarbeiten im Schienennetz.

Unser Streckennetz ist sehr dicht und das längste in ganz Europa. Im selben Netz fahren Hochgeschwindigkeitszüge, Regional- und Nahverkehrszüge, teilweise S-Bahnen und der Schienengüterverkehr. Allein im Personenverkehr sind bundesweit täglich rund 33.000 Züge unterwegs, die von mehreren Millionen Reisenden genutzt werden. Störungen auf einzelnen Strecken können sich in diesem engmaschigen und vertakteten System unmittelbar und wie ein Dominoeffekt auf das gesamte Netz übertragen.

Ein weiterer Punkt, auf den Sie eingehen, ist unsere Fahrpreisstruktur. Unser Ziel ist es, Ihnen eine gleichbleibend hohe Qualität unserer Leistungen zu bieten. Voraussetzung dafür sind umfangreiche Investitionen in die Unterhaltung und den Ausbau des Schienennetzes und der Bahnhöfe, die Instandhaltung und die Anschaffung von Zügen sowie die angemessene Entlohnung der Mitarbeiter. Angesichts der allgemeinen Preissteigerungen können auch wir nicht vollständig auf Anpassungen verzichten. Dafür bitten wir Sie um Ihr Verständnis.

Wir freuen uns, wenn Ihnen diese Informationen helfen, und wünschen Ihnen eine gute Reise.

Mit freundlichen Grüßen

Und was der Fahrgastverband in wenige Sätze klar zusammengefasst hat verpackt die Bahn in endloses inhaltsleeres Geschwafel. Wenn solche Menschen die Außenkommunikation eines Unternehmens bestimmen, darf man sich nicht wundern, dass die Lautsprecherdurchsagen und Informationen häufig unbrauchbar sind.

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Eine Antwort zu #Bahnsinn: Verbindung Ruhrgebiet Berlin wird weniger – #Bahn

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