Katatrophenmanagement

Hier hatte ich vor längerer Zeit mal über eine Anfrage berichtet und anscheinend habe ich gar nicht die Antwort veröffentlicht.
Das möchte ich hiermit natürlich nachholen.

Nachfolgende Fragen hatte ich am 23.05.2011 an die Stadt Duisburg geschickt:

ist die Stadt Duisburg auf einen Katastrophenfall bei GNS vorbereitet?

Sei es beim Transport zum Gelände in Duisburg über Straßen oder Eisenbahn
oder auf dem Gelände selbst?

Welche Kurse habe Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser in Bezug auf
Strahlenbelastung?

Nachfolgende Antwort bekam ich am 24.05.2011:

Ihre Anfrage wurde an mich weitergeleitet.
Ausführliche Antworten zu dem Themenkomplex GNS sind im
Ratsinformationssystem der Stadt für alle BürgerInnen zugänglich. Hier
möchte ich insbesondere auf die diversen Vorlagen zum Thema GNS hinweisen.
Ihre Fragen werden u.a. in der Vorlage 10-0419/1 vom 20.05.2010
beantwortet. Ausführliche Informationen zu der geringen
Strahlungsaktivität finden sich auch in der Vorlage 10-1495/1.

Da sind natürlich mehrere Dokumente zu finden. In der Mitteilungsvorlage findet sich unter Punkt 7 folgende Frage:

Inwieweit sind die Feuerwehr und lokale Krankenhäuser zur Abwehr von Gefahren bei einem etwaigen Unfall gerüstet?

Die Antwort finde ich etwas schwammig:

Die Antwort der Feuerwehr:

Während der Ausbildung durchlaufen Feuerwehrleute in Duisburg theoretische und
praktische Ausbildungsinhalte zu Einsätzen mit radioaktiven Stoffen. Hinzu kommen
hausinterne Seminare zu verschiedenen Bereichen des Strahlenschutzes.
Für den Einsatz mit radioaktiven Stoffen wird ein speziell ausgestatteter Abrollbehälter
vorgehalten. Zur Beladung gehören verschiedene Messgeräte für radioaktive Strahlung und
spezielle Schutzkleidung. Ferner steht ein Messwagen zur Verfügung, mit dem großflächig
radioaktive Messungen (Flächenkontamination*) durchgeführt werden können.
Nach einem Unfall mit radioaktiven Stoffen können Patienten zunächst in jedem
Akutkrankenhaus erstversorgt werden. Insbesondere Krankenhäuser mit einer
nuklearmedizinischen Abteilung verfügen über Fachkenntnisse, da radioaktive Substanzen
zur Diagnostik und Therapie beim Menschen eingesetzt werden. In Duisburg verfügen das
Bethesda Krankenhaus in Hochfeld, das Klinikum Duisburg in Wedau sowie das Johanniter
Krankenhaus in Rheinhausen über eine ständig besetzte Fachabteilung. Je nach Art der
radioaktiven Verletzung und medizinischen Notwendigkeit, erfolgt innerhalb von 24 Stunden
eine gezielte Weiterleitung des / der Patienten an eine Spezialeinrichtung.
Speziell im Strahlenschutz ausgebildete Fachärzte können 365 Tage im Jahr über das
regionale Strahlenschutzzentrum NRW am Forschungszentrum in Jülich angefordert werden.
Dort befindet sich die zentrale Einrichtung zur Messung und Dekontamination von radioaktiv
kontaminierten* bzw. inkorporierten* Personen.

*Begriffserläuterungen

Flächenkontamination: Radioaktiver Stoff gelangt in die Umwelt und verunreinigt ein oder
mehr weniger großes Gebiet.

Kontamination: Radioaktiver Stoff verunreinigt die Haut und / oder die Oberfläche von
Geräten oder Gegenständen

Inkorporation: Radioaktiver Stoff gelangt in den menschlichen Körper

Man beachtet, dass an keiner Stelle auf regelmäßiges Katastrophentraining eingegangen wird. Ich ist mir unklar, wie drei Krankenhäuser zum Beispiel bei einem Großbrand bei der GNS mit einer riesigen Anzahl an Patienten fertig werden sollen. Vorausgesetzt in diesem Bereich dürfen sich noch Menschen aufhalten.

Natürlich wurden meine Fragen damals nur teilweise beantwortet, was ich jetzt zum Anlass nehmen noch einmal kritischer nachzufragen.

Guten Tag,

nach dem Großbrand bei Compo habe ich noch einmal meine Anfrage aus dem Mai 2011 zum Thema GNS hervorgeholt.

Ich muss nach aktuellen Kenntnisstand feststellen, dass die Antwort für mich vollkommend unzureichend ist. Deswegen nun etwas konkreter gefragt.

Wie ist die Polizei für einen Katastrophenfall bei der GNS geschult? In welchen Intervallen finden Übungen und Auffrischungen statt?

Wie oft finden Katastrophenübungen aller potentiell beteiligten (Feuerwehr, Krankenhäuser, Polizei, Katastrophenschutz usw.) statt

Wie würde bei einem Großbrand mit Freisetzung von radioaktiven Partikeln die Bevölkerung gewarnt?

Als Anwohner wurde ich nicht informiert. Warum werden Anwohner nicht über Verhaltensmaßnahmen informiert?

Wie lange halten die bei der GNS Duisburg verwendeten Castorbehälter einem Feuer stand? Durch welche Test wurde diese nachgewiesen?

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort

Mal sehen, wie die Antwort diesmal ausfällt.

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8 Antworten zu Katatrophenmanagement

  1. Tenrix schreibt:

    Das sind alles zusätzliche Risiken.

    Die Katastrophen sich längst da: Feinstaub, verseuchtes Grundwasser z.B. am Rheinpreußen Hafen und mit Schwermetall verseuchte Böden – auch in Rheinhausen, wo vor Gemüseanbau im Garten gewarnt wird.

    Sehr viele mögliche Risiken und längst vorhandene Gefahren lassen sich deutlich vermindern: durch Fortzug.

  2. Tenrix schreibt:

    Duisburg und das Ruhrgebiet sind lebensgefährlich wegen Risiken und Gefahren. Ständig ist die Bevölkerung mit deren Abwehr befasst. Zeit für die Entwicklung des Gemeinwesens oder Arbeit an der Zukunft bleibt da kaum.

    Auch der Politik wird viel Kraft geraubt, anstatt Innovationen voranzutreiben. Zu den Altlasten gehören auch alte Begriffspaare der Parteihochburg, Schandtaten wie die Weißen Riesen zu verschleiern.

    Homberg-Hochheide wird zu einer Begriffseinheit, um vom Problemstadtteil Hochheide abzulenken: „Och, in Homberg-Hochheide gibt’s doch auch schöne Flecken!“

    Der Reviergeist der Parteihochburg hat viele Folgeschäden hinterlassen. Der Ruß-Gruß ist ein Beispiel, mit dem Dreck zu leben.

  3. Tenrix schreibt:

    Konstanz am Bodensee. Die haben Probleme: http://www.suedkurier.de/

  4. Tenrix schreibt:

    Bei der Krefelder Giftwolke gab es strukturelle Pannen.

    Durch den Schulsekretärinnen-Mangel wechselt eine Sekretärin tageweise von einer Schule zur anderen. Sie liest auch die eingehenden eMails über Anweisungen der Gefahren-Leitstelle. Ein großer Teil der Schulen war einfach nicht informiert, dass die Kinder mindestens bis 14 Uhr bei geschlossenen Fenstern in der Schule bleiben sollten, weil keine Sekretärin anwesend und das Schulbüro unbesetzt war.

    Es lohnt sich auf Bürgerseiten, die Haushaltsverfügung der Regierungspräsidentin zum Personal in der Stadt Duisburg durch kritische Fragen zu unterstützen.

  5. doris von Hochheide schreibt:

    Heute wurde es bekannt: Grade vier Prozent schaffen die Piraten bei der nächsten Bundestagswahl.

    Ich bin auch geneigt, die Piraten nicht mehr zu unterstützen. Da gibt es keine Hoffnung, wenn´s konkret wird.

    Katastrophen, Gefahren und Risiken. Wie Hühner gackern die Piraten im Duisburger Westen – „Guck mal, da ist schon wieder ein Krokodil!“ – Konsequenz NULL!

    Den Bundestrend der PIRATEN kann Duisburg bestätigen. Dort wurde gerade ein neuer Kreisverband gegründet, einer mehr von den bekannten Systemfuzzies,

    PIRATEN-Zensur, wenn Kommentare verschwinden: Piraten-Einäugig mit der Augenklappe. Warum haben PIRATEN eine Augenklappe? Antwort: Dann erspart man sich mindestens das zweidimensionale Sehen. Einfalt statt Vielfalt.

    • ulrics schreibt:

      Zuviele Menschen glauben die Umfragen, dabei werden bei diesen angeblich repräsentativen Umfragen nur wenige Menschen aus Deutschland gefragt. Die Umfragen sind weniger Information als Meinungsmache durch etablierte Parteimedien.

      Und wo verschwinden Kommentare?

  6. Pingback: Bürgerstresstest GNS Duisburg | ulrics

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