#Gmail-App verlangt Angabe von weiterer Emailadresse – #Android #Google #Datenschutz

Scheinbar will Google noch mehr Daten sammeln, denn seit dem letzten Update will die Gmail-App eine weitere Mailadresse. In den Bewertungen zur App sah ich schon einige Beschwerden.

Emailadressen sind personenbezogene Daten und es sollte meine Entscheidung sein, ob ich weitere Emails angeben will. Das Angebot:
„Sie können diese App mit allen Ihren E-Mail-Adressen verwenden.“
ist okay, aber wenn man das überspringen will kommt:
„Fügen Sie mindestens 1 E-Mail-Adresse hinzu.“

Es wird kein Grund genannt, warum ich eine weitere Emailadresse angeben soll. In den Datenschutzangaben fand ich dazu nichts, was aber wohl auch nicht so verwunderlich ist, wenn man sich das anschaut. Da steht sehr viel mit Links und für mich ziemlich unübersichtlich. Was ich allerdings nicht gefunden habe ist ein Datenschutzbeauftragter. Entweder ist das nicht so leicht zu finden oder fehlt. Habe mich deswegen bereits an Datenschutzbehörden gewandt.

Mit einer Emailadresse kann man viel über eine Person herausfinden. Etwa zu welchen anderen Mailadresse ein Kontakt besteht, wann und wie oft Mails ausgetauscht werden. Selbst wenn der Inhalt nicht bekannt ist, verrät der Kontakt schon sehr viel Informationen. Deshalb bin ich auch kein Freund davon weitere Angaben zu machen, wie Telefonnummer oder Mailadresse. Dazu kommen dann noch Datenlecks, sodass auch das Risiko eines Fremdzugriffs steigt, wenn die zusätzliche Mailadresse für die Wiederherstellung genutzt werden kann/soll.

Und ich habe mich auch schon bei der Landesmedienanstalt beschwert, dass auch das Impressum nicht gut zu finden ist. Auf der einen Seite habe ich gar keinen Link zum Impressum gefunden und von anderen nur auf Umwegen. Statt Blogger mit leicht erreichbaren Impressum zu belästigen, wäre das doch wohl ein deutlich besserer Betätigungsschwerpunkt die Landesmedienanstalt NRW.

Das passt alles irgendwie zu diesem Artikel der Verbraucherzentrale Datenschutz-Urteil: Google hat Griff nach Nutzerdaten unzulässig vereinfacht

Eventuell könnte man auch einen Anspruch auf eine Entschädigung wegen Datenmissbrauch durch Google haben:
Datenschutz-Verstöße bei Geodaten Google muss 400 Millionen Euro Strafe zahlen

Ein Workaround wäre bei Google im Netz eine zweite Gmailadresse anzulegen und diese zu hinterlegen. Eventuell geht das sogar mit dem gleichen Account.

Für mich ist das jedenfalls Erpressung einem den Zugriff auf den Mailaccount zu verweigern, wenn man nicht eine andere Mail angibt. Wenn jemand nur Gmail nutzt, was macht so jemand dann? Es gibt ja gerade auch einige die nur per Handy Online sind und nur eine Emailadresse haben. Und dann gibt es Menschen, welche alles über Gmail abwickeln und damit dann auch jetzt vor einer Zwangssituation stehen. Wenngleich ich weniger betroffen bin als die vorgenannten, so empfinde auch ich das schon als Datenerpressung.

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