#OGE: Märchen sind gut fürs Geschäft – #Greenwashing #OGEr #CCS

Ich benutzt in den letzten Tagen den #OGEr für diese Firma, weil Oger bekanntlich grün sind, aber nur vom Äußeren her und genauso ist es mit CCS und Klimaschutz. Das ist nur Greenwashing, um weiterhin klimaschädlich zu agieren.

Im WDR kommt OGE zu Wort und behauptet so einiges, was der WDR leider nicht hinterfragt:
„Hintergrund für die Protestaktion sind die Pläne des Essener Unternehmens Open Grid Europe, kurz OGE. Das Unternehmen will eine Pipeline bauen, mit der CO2 bis zur Nordsee transportiert werden soll. Dort soll das Gas dann tief in der Erde eingelagert werden. Die Pipeline wäre damit ein Angebot für bestimmte Branchen, die CO2 kaum vermeiden können.“
weiter heiß es:
„Gegenüber dem WDR hebt OGE in einer schriftlichen Stellungnahme die Bedeutung für den Klimaschutz hervor: „Es gibt Industrien, z.B. Kalk- und Zementherstellung, Chemieindustrie, Stahl-, Glas- und Papierherstellung sowie thermische Abfallbehandlung, bei denen CO2-Emissionen prozessbedingt anfallen und deshalb gar nicht oder nur sehr schwer vermieden werden können. Genau diese Industrien stehen für den Delta Rhine Corridor im Fokus.““

Man müsste als WDR hier direkt drei Punkt hinterfragen, wenn OGE behauptet, sie wären für Klimaschutz, obwohl CCS klimaschädlich ist.
1. In welchen Umfang und mit welchem Aufwand kann überhaupt abgetrennt werden. Laut BUND sollen bei der Abtrennung viele Ressourcen verbraucht werden. U. a. sehr viel Wasser. Und als promovierter Chemiker ist für mich klar, dass derartige Prozesse nicht 100%ig sein können. Je näher man an die 100 % will, desto exponentiell aufwändiger wird es. Der technische Aufwand steigt, der energetische Aufwand steigt und auch der Zeitliche.
2. Man will das CO2 unter der Nordsee einlagern, aber ist völlig unklar, welche Kapazitäten dort vorhanden sind. Auch ist unklar, wie sicher der Einschluss sein kann, wenn man das CO2 dauerhaft einschließen will. Erst einmal ist die Erde in ständiger Bewegung, dann ist das natürlich ein Druckbehälter und selbst die Behälter aus Stahl, welche in der Wirtschaft verwendet werden, haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Was passiert wohl, wenn man einen Behälter aus Stein hat, der unter Druck gesetzt wird? Mit welchem Material will man den dauerhaft abdichten? Gibt es Materialien mit Dichtheits-Zertifikat für 2 Milliarden Jahre? Materialien altern, insbesondere Kunststoffe kann man da oft vergessen. Auch Metall hält nicht dauerhaft. Gerade bei Salzwasser. Und da ein Bohrloch vorhanden ist, hat man auf jeden Fall unterschiedliche Materialien, die unterschiedliche Eigenschaften haben, was irgendwann zu Rissen führt. Selbst kleine Lecks setzen längerfristig alles CO2 wieder frei. Demnach wäre der gigantische Aufwand für die Abtrennung und die Pipeline für Nichts, weil alles in die CO2-Müllkippe Atmosphäre geht. Es wäre allenfalls eine Verzögerung gewonnen.
3. Die Behauptung, dass Emissionen gar nicht oder nur schwer vermieden werden können wird durch OGE nicht belegt und ist auch oft nicht schlüssig. Zumal die Firma hier halbgare Behauptungen aufstellt ohne in Details zu gehen.
a) Kalk- und Zementherstellung
=> Kalk und Zement setzen beim Brennen CO2 frei. Soweit stimmt das. Allerdings stellt sich natürlich sofort die Frage muss es unbedingt Kalk und Zement sein? Was sind die Alternativen? Warum wird Abriss und Neubau subventioniert durch Kiesabbau und billige Deponien? Aus meiner Sicht gehen Einsparung und Alternativen immer vor. Dazu muss man Prozesse aber hinterfragen und nicht ein „weiter so“ mit CCS. Wie man hier liest gibt es z. B. „PU-Schaum-Kleber, der den üblichen Mauermörtel ersetzen kann“. Es gibt da sicherlich noch ganz viele andere Alternativen, stattdessen wird oft so getan als müsste Zement nicht grundsätzlich hinterfragt werden. An vielen Stellen werden schädliche Produkte durch andere ersetzt. Nur weil heute alle Zement im Kopf haben muss das nicht so bleiben.
b) Chemieindustrie
Mir ist kein Prozess in der Chemieindustrie bekannt, wo man CO2 unbedingt freisetzen muss. OGE ist hier sehr vage und es ist nicht schlüssig warum behauptet wird die Chemieindustrie könnte das nicht oder nur schwer vermeiden.
c) Stahlherstellung
Bei der Stahlherstellung sind längst die Alternativen bekannt und in Arbeit. Egal ob nun mit Wasserstoff oder elektrisch. CO2 ist da nicht mehr notwendig.
d) Glasherstellung
Auch hier finden sich mit einer einfachen Suche zahlreiche Belege, dass die Glasherstellung kein CCS braucht. Elektrische Heizung oder spezielle Öfen. Man muss natürlich ein wenig herumprobieren, aber möglich ist das. Ebenso ist zu hinterfragen ob so viel Glas für Einwegartikel wirklich notwendig ist.
e) Papierherstellung
Bei der Papierherstellung braucht es kein CCS. Gemeint ist hier wohl die Trocknung von Papier, allerdings muss der Papierverbrauch hinterfragt werden und eine Trocknung geht auch anders als klimaschädlich. So könnte Papier im Vakuum mit elektrischer Heizung getrocknet werden. Das es nicht ginge ist nur eine Ausrede. Vielleicht will man nicht, weil das aktuelle Verfahren Gewinne auf Kosten der Menschheit erwirtschaftet.
f) thermische Abfallbehandlung
Hier wird gar nicht hinterfragt, ob Müllverbrennung überhaupt notwendig ist. Wenn man vorschreibt, dass zu 100 % recycelt werden muss, was bleibt dann noch zum Verbrennen? Davon abgesehen müssen nur die Ressourcen zu 100 % auf klimaneutrale Quellen umgestellt werden, dann sind es auch die Abfälle, es bräuchte also kein CCS, wenn nicht Verpackungen aus Erdöl hergestellt würde und deutlich mehr recycelt würde.

OGE will nur ein neues Geschäft etablieren, um das wegfallende klimaschädliche Gasgeschäft bzw. die Pipelines dafür ersetzen. Es ist allerdings manchmal besser für die Allgemeinheit klimaschädliche Firmen gehen zeitnah insolvent anstatt das Leiden noch zu verlängern und den Klimaschutz zu verzögern mit Scheinlösungen, die nicht funktionieren.

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