#Duisburg: Stadt hat keinen richtigen Plan für Hitzeschutz/-anpassung – #Klimakrise

Im Ratsinformationssystem steht seit Freitag die DS 26-0876 „Erstellung einer Hitzeaktionsplanung für die Stadt Duisburg; hier: Mitteilung über die Bildung von Arbeitstrukturen und Maßnahmen zur Minderung hitzebedingter Gesundheitsrisiken“.

Der Rat soll am 02.07. darüber entscheiden, die Fachausschüsse bekommen das erst hinterher.

Die Stadt Duisburg tut also so als würde sie einen Hitzeaktionsplan erstellen, aber in Wirklichkeit wirkt das auf mich eher wie ein Alibi. Die Problembeschreibung in der Drucksache ist völlig korrekt, aber scheinbar will man daraus nicht die notwendigen Konsequenzen ziehen.

Als Maßnahmen stehen lediglich:
1. Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
2. Prävention und Akutmaßnahmen
3. Infrastruktur und Stadtentwicklung (Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen)
4. Information besonders betroffener Gruppen

Ganz offensichtlich will man die wirklichen Probleme nicht angehen. Denn die kommen nicht einmal vor in der DS oder den Anlagen.
1. KFZ-Verkehr als Erhitzer vermindern. Denn alle KFZ die rumstehen verringern die Abkühlung von eh schon heißen Flächen über Nacht.
2. Hitzeplanung bei allen Bauvorhaben inkludieren. Das heißt nicht nur bei bei jedem Bauvorhaben eine Prüfung, wie viel heißer das Umfeld dadurch wird, sondern auch bei Farben und Baustoffen Vorgaben für eine Hitzeminderung. Zudem ein Verbot von allen Vorhaben, welche die Frischluft abhalten.
3. Durchsetzung des Denkmalschutzes in der Margarethensiedlung, wo derzeit mehr und mehr geschützte Vorgärten durch Parkplätze ersetzt werden und zu Aufheizung führen.
4. Einführung nicht nur einer Baumschutzsatzung, sondern einer Satzung die Grünflächen nicht nur schützt, sondern aktiv fordert und fördert. Wer versiegelt und sei es auch nur aus Bequemlichkeit soll auch den Preis dafür zahlen, was dem Umfeld angetan wird.
5. Konsequenter Schutz aller Frischluftschneisen.
6. Schutz der kritischen Infrastruktur, insbesondere der Stromnetze, denn während der vergangenen Tage haben Trafos gebrannt in NRW und es gab kleinteilige Stromausfälle in Duisburg. Das hat man offensichtlich gar nicht auf dem Schirm. Auch ÖPNV und Bahnverkehr muss bei Hitze zuverlässig funktionieren, dass man am Samstag den Regionalverkehr teilweise eingestellt hat konnte die Verwaltung am Freitag noch nicht wissen. Ebenso dürfen Straßen und Brücken nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Hitzestress kann etwas Brücken deutlich schneller altern lassen. All das hat man in Duisburg offensichtlich nicht auf dem Schirm.

Maßnahmen wie Sprühnebel in der Stadt klingen zwar nett, aber man sollte hier auch Legionellen denken. Und das ist auch viel zu kleinteilig, um die größeren Probleme zu lösen, die man lieber erst einmal gar nicht angehen will. Das ist Versagen mit Ansage für Verwaltung und Politik.

Wärmebild: KFZ auf Parkplätzen mit deutlich erkennbarer Hitze darunter.

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