#Krefeld: Einwendung Currenta Gaskraftwerk – #Energiewende #Klimaschutz

Gemäß Amtsblatt 23 der Bezirksregierung Düsseldorf kann noch bis 16.08.2021 das Vorhaben der Currenta Kohlekraftwerke durch Erdgaskraftwerke zu ersetzen kommentiert werden. Dies geht laut Amtsblatt per Mail.

Meine kurze Kommentierung zur Verbesserung des Vorhabens findet sich im Anschluss:
Betroffenheit und Allgemeines

Falls ich am Erörterungstermin verhindert sein sollte übergebe ich hiermit mein Rederecht an den BUND.

Von Klimaerwärmung sind wird alle betroffen und damit auch von der Methanfreisetzung durch Transport und Förderung von Erdgas.

Ferner ist mein Wohnort zumindest von der Staub- und Stickoxidzusatzbelastung betroffen.

Beteiligungsfehler

Das Gelände grenzt unmittelbar an Duisburg-Rheinhausen. Eine Offenlage findet nicht in Rheinhausen statt, obwohl eine Betroffenheit gegeben ist.

Es erschließt sich nicht, warum die Stadt Neuss beteiligt wurde, aber nicht die Stadt Duisburg. Aus der Karte kann man deutlich erkennen, dass Duisburg mit mehreren Stadtteilen (Rumeln-Kaldenhausen, Friemersheim, Mündelheim) ans Werksgelände grenzt.

Aus dem UVP-Bericht geht deutlich die Betroffenheit von Duisburg, insbesondere hervor. Etwa Zusatzbelastung mit Schwefeldioxid, wobei unklar ist, woher das Schwefeldioxid kommen soll.

Klimaschutz

Vor einigen Jahren wäre eine Umstellung von Kohle auf Erdgas noch zu begrüßen gewesen, inzwischen liegen aber Erkenntnisse vor, dass Erdgas mind. genauso klimaschädlich ist, wie die Verbrennung von Kohle. Dies liegt sowohl in der Förderung, wie auch dem Transport begründet. Insbesondere die Methanemissionen aus Lecks spielen eine wesentliche Rolle bei der Belastung unseres Klimas. Somit kann die Behauptung, dass es zu einer Reduzierung von Treibhausgasemissionen kommen würde nicht aufrecht erhalten werden.

Durch den Klimaschutz ist bei der Gasversorgung mittelfristig mit erheblichen Preissteigerungen zu rechnen. Wenngleich dies natürlich kein Prüfkriterium ist, wird das Unternehmen darauf hingewiesen, dass Tiefengeothermie sowohl, mittel-, wie langfristig die wirtschaftlichere Wahl sein dürften.

Auch Solarthermie kann einen Beitrag liefern. Zudem stellt sich die Frage, ob und wie viel Prozesswärme zukünftig benötigt wird, denn auch Chemiewerke verbessern Prozesse ständig, um den Energieverbrauch zu verringern.

Photovoltaik auf dem Werksgelände ist nicht bekannt, obwohl auch Strom in Wärmeenergie umgewandelt werden kann, dies ist zugleich auch vom Wirkungsgrad höher, als der Umweg über Wasserstoff.

Da Currenta explizit von Erdgas spricht, ist davon auszugehen, dass der klimaschädliche Betrieb fortgesetzt werden soll. Eine Klimabilanz fehlt, obwohl klar ist, dass Deutschland klimaneutral werden muss und Klimaschutz vom Bundesverfassungsgericht als Grundrecht festgelegt wurde. Bereits aus diesen Gründen muss heute klar sein, wie eine derartig langfristige Investition zu Klimaneutralität führen soll. Aus den Unterlagen ist dies nicht erkennbar. Für Treibhausgase gibt es auch keine Schwelle unterhalb derer diese nicht relevant wären. Jedes Molekül trägt zur Erderwärmung bei und ist damit zu vermeiden. Dies heißt bei heutigen Verfahren muss bereits mitgedacht werden, wie die Auswirkungen in Zukunft sind.

Alternativen zu klimaschädlichen Gaskraftwerken wurden nicht geprüft. Weder wurde Solarthermie noch Tiefengeothermie auch nur erwähnt. Auch Heizen mit Strom wurde nicht betrachtet. Wasserstoff einzusetzen, wäre energetische Idiotie, denn der Aufwand um Wasserstoff zu erzeugen ist viel zu hoch, als dass man diesen leichtfertig zu Wärmegewinnung verschwenden könnte. Zumal wenn man unter dieser Prämisse nachrechnen würde und alle Unternehmen berücksichtigt, die zukünftig Wasserstoff einsetzen wollen, die Versorgung mit Erneuerbaren in Deutschland nicht ausreichen würde. Unrealistische Ziele, wie Wasserstoff haben in einem seriösen Abwägungsprozess nichts zu suchen. Auch eine rein elektrische Heizung wurde im Verhältnis zum energetischen Aufwand zur Erzeugung von Wasserstoff nicht betrachtet. Wenn man primär auf der Erdgas fokussiert und unrealistischen Wasserstoff erwähnt, geht es dabei primär um Greenwashing.

Dies alles ist sehr verwunderlich auch vor dem Hintergrund der laufenden Energiewende und deren absehbare Auswirkungen auf die Energiepreise. Normalerweise sollte man annehmen, dass ein Unternehmen sorgfältiger abschätzt, was auf längere Sicht am Günstigsten ist. Dabei sollte man nicht darauf vertrauen, dass klimaschädliche Subventionen weiterhin gewährt werden.

Es sind weiterhin klimaschädliche Auswirkungen des Vorhabens absehbar. Durch die Änderungen werden diese Auswirkungen sogar verlängert und natürlich kumuliert die gesamte Klimaschädlichkeit sich mit dem gesamten Energieverbrauch von Currenta.

Die externe Zufuhr von Dampf wurde nicht betrachtet, obwohl bereits beantragt und genehmigt (Az.: 54.08.04.50-7).

Zudem ist es möglich über eine Wärmepumpe die Energie aus Abwasser zu nutzen, die es eine Kläranlage in Duisburg bereits zur Einspeisung ins Fernwärmnetz plant.

Schadstoffe

Gaskraftwerke setzen zwar weniger Schadstoffe frei, sind aber dennoch nicht mehr zeitgemäß. Auch bei der Verbrennung von Gas entstehen Stickoxide, welche in Summe mit den anderen Emissionen der Liegenschaft „Bayerwerk Uerdingen“ zu einer Überdüngung führen.

Explosionsgefahr

Durch die Erwähnung von Wasserstoff wird dieser indirekt mitgenehmigt. Das heißt geprüft wird die Explosionsgefahr für Erdgas, aber genehmigt würde die deutlich größere Gefahr für Wasserstoff. Zumal Wasserstoff sehr viel leichter durch Materialien diffundiert. Nicht ohne Grund braucht es Spezialrohre und Behälter für Wasserstoff.

Auf diesen Punkt jetzt nicht einzugehen, obwohl Explosionen sich auch in Duisburg auswirken könnten, sagt nicht wie mit realen Gefährdungen umgegangen werden soll.

Weiterhin stellt sich bei Wasserstoff natürlich auch die Frage, wie sich eine Explosion auf das Chemiewerk in Hinblick auf Kettenreaktionen auswirkt.

Flächenfraß

Bedauerlicherweise werden Freiflächen vernichtet, statt bereits baulich genutzt Flächen zu nutzen.

Bei der Darstellung des Umfelds werden Schutzgebiete teilweise nicht oder falsch dargestellt (u.a. als Landwirtschaftliche Fläche).

Ausrede Wirtschaftlichkeit

In Anbetracht vor der immensen Aufgabe der Klimakrise, wird dennoch häufig die ausrede Wirtschaftlichkeit gebraucht. Es stellt sich hier aber die grundsätzliche Frage, wie eine Subvention für die Allgemeinheit wirtschaftlich sein kann. Wie üblich wird Industrie auf Kosten der Allgemeinheit subventioniert. Eine Wirtschaft muss sich aber selbst tragen können.

Ein Umweltbilanz fehlt allerdings in den Unterlagen, welche die Kosten für die Allgemeinheit detailliert quantifiziert, mit sämtlichen Umweltkosten über die gesamte Laufzeit.

Zudem ist absehbar, dass auf dem Weg in die Klimaneutralität die CO2-Kosten rasant ansteigen werden. Es ist also unverständlich warum man trotzdem auf Erdgas setzt, statt direkt auf die bereits vorhandenen innovativen Technologien, die bereits heute eine klimaneutrales Chemiewerk Realität werden lassen können.

Verkehr

Der Punkt Verkehr ist unvollständig, da die Kohle nicht aus Deutschland kommt muss diese über weitere Strecke transportiert werden. Teilweise sicherlich auch aus Ländern in denen es nicht so gut mit den Grundrechten steht und wo Bevölkerung vertrieben wie, Russland oder Kolumbien.
Dies Transporte werden auch wegfallen und das ist auch gut so.

Bauschutt

Es ist beabsichtigt Bauschutz zu deponieren, statt diesen vollständig zu recyclen, was durchaus möglich ist. Allerdings ist das vielen Stellen zu teuer. Das Werksgelände ist groß genug, um die Materialien dort zu verwenden.

Die Einstellung zu Rohstoffen zeigt deutlich, dass im Umweltbericht einiges als Abfall bezeichnet wird, was eigentlich Wertstoffe darstellen.

Krebserregende Stoffe

NO2 reagiert mit Wasser zu Salpetersäure, die sowohl die Lungen schädigt als auch zu krebserregende Stoffen führt. Je höher die Konzentration, desto höher die Wahrscheinlichkeit für eine tödliche Erkrankung.

Unstimmigkeiten

In HK-688-LVII-K0700-Formulare wird ND-Abgas mit einer nicht möglichen Zusammensetzung aufgeführt. Dies weckt Zweifel an der Kompetenz des Unternehmens. Insgesamt werden 116 Gew. % als Zusammensetzung angegeben.

In dem zuvor genannten Dokument, aber auch an anderen Stellen wird als Abgas SO2 genannt. Bei den eingesetzten Stoffen stellt sich die Frage, woher der Schwefel kommen soll. Wenn ich Kohlenwasserstoffe und Luft rein gebe, kann nach der exothermen chemischen Reaktion kein Schwefel rauskommen. Insofern sind die Unterlagen fehlerhaft, weil etwas fehlt oder falsch angegeben wurde.

Strahlung

Die Behauptung:
„Abgesehen von der vorstehend angegebenen Wärmestrahlung kommt es durch den Betrieb des Kraftwerkes zu keiner Emission von Strahlung.“
trifft nicht zu. Neben der elektromagnetischen Strahlung aus der Umwandlung in Strom, könnte auch Radon aus dem geförderten Erdgas emittiert werden. Ebenso die radiaktiven Metalle, in welches Radon sich umwandelt.

Datenschutz

Meine Anschrift darf nicht weitergegeben werden.

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