Unnötige Quälerei für Menschen mit Behinderung – #Diskriminierung #Krebs #Depression

Folgendes schrieb ich nun den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen:
Guten Tag,

Nachfolgende Eingabe mache ich nicht für mich selber, sondern für die Betroffenen.

Wie Sie sicherlich wissen gibt es eine große Vielfalt an Behinderungen. Es gibt offensichtliche, wie einen Rollenstuhl, aber auch so Dinge wie Depressionen oder Krebs, die äußerlich nicht immer offensichtlich sind.

Allen Gemeinsam ist eine erhebliche Belastung durch Überweisungen zu Fachärzten bzw. zur Therapie.

Ich will dies mal an einem Beispiel verdeutlichen. Eine Krebspatientin bekommt ihre Therapie in einem nahe gelegenen Krankenhaus, damit diese dort therapiert werden kann, benötigt sie eine Überweisung vom Hausarzt zum Facharzt und von dort eine weitere Überweisung zum Krankenhaus. Trotz eines hohen Grad der Behinderung ist hier immer noch ein beschwerlicher Weg mit physischer Anwesenheit notwendig. Wenn man viel Glück hat, gibt es Angehörige, die das übernehmen können.

Je nach Therapie kommen hier weitere Einschränkungen hinzu. Insbesondere eine Chemotherapie sorgt für physische und psychische Belastung. Das heißt Menschen mit Behinderung bekommen ihre Therapie nicht oder nicht rechtzeitig, weil die Bundesrepublik Deutschland so rückständig ist, dass Überweisungen immer noch in Papierform stattfinden müssen.

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass man sich eine Überweisung auch zuschicken lassen kann, allerdings ist trotzdem eine Anwesenheit wegen der Krankenkassenkarte notwendig. Außerdem sind die Laufzeiten der Post mitunter etliche Tage, wenn der 1. eines Quartals auf einen Donnerstag fällt und die Therapie an einem Freitag wäre, dann kann man Snailmail vergessen.

In der Pandemie kommt noch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch längere Wartezeiten in den Praxen hinzu, weil zahlreiche Menschen Überweisungen benötigen.

Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum man hier nicht längst eine brauchbare technische Lösung etabliert hat. Dies würde Bürokratie abbauen und Praxen entlasten. Der Datenschutz ist hier keine Hindernis oder Problem, allenfalls eine Ausrede. Möglicherweise gibt es hier bereits sogar Opensourcesysteme mit denen vom Hausarzt sowohl die Überweisung, wie eine Krankenkassenkartenbestätigung weitergeleitet werden. Und selbst wenn es nicht die perfekte Lösung wäre, würden viele lieber diesen Weg wählen, als diese belastende Rennerei.

Mal ganz abgesehen davon, dass man auch Papier und andere Ressourcen einsparen würden. Etwa das Rumfahren von einer Praxis zur Nächsten. Dies wäre somit sogar ein Beitrag zum Umweltschutz, wenn nicht sogar Klimaschutz.

Bleiben Sie Gesund

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

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