Offener Brief an Karl Lauterbach zu Luftreinigern – #Corona #Covid19

Sehr geehrter Herr Lauterbach,

Im NRZ-Interview sagen Sie sinngemäß, dass Luftreiniger besser wären als lüften. Ich frage mich, wie Sie darauf kommen. Sagen Sie bloß, dass Sie auch auf die statistischen Taschenspielertricks reingefallen sind. Leider scheint diese ja sowohl für Journalisten, wie auch die Öffentlichkeit zu gelten.

Kling natürlich auch erst einmal beeindruckend, dass ein Luftreiniger 99 % aller Aerosole entfernen würde. Allerdings gilt das nur für den Luftstrom, welcher wirklich durch den Luftreiniger geht. Für Laien erweckt das den Eindruck, als wäre die Luft im Raum gemeint, dies ist allerdings natürlich nicht der Fall.

Eine weitere Größe ist die Anzahl der Luftumwälzungen auf einen Raum bezogen, die man manchmal liest. Hier wird allerdings nur das Raumvolumen mit der Luftmenge verrechnet, welche pro Stunde durch das Gerät geht. Auch dies ist eine rein statische Größe.

Bei Totzonen, welche gemäß der Studie von der Universität der Bundeswehr bereits durch Lampen entstehen, findet u.U. gar keine Reinigung statt. Strömungshindernisse, wie Menschen und Möbel, beeinflussen ebenfalls die Effektivität erheblich. Das heißt, die Anzahl der Geräte müsste für einen Klassenraum genau berechnet werden, um überhaupt eine brauchbare Wirksamkeit entfalten zu können.

Im Vergleich zu Fenstern haben Luftreiniger eine kleine Öffnung, brauchen also deutlich größere Luftströmung, als ein Fenster. Die Aussage, dass Luftreiniger besser wären, ist also wissenschaftlich nicht haltbar.

Wenn man nur einen kleinen Luftfilter in einen Raum stellt könnte man auch genauso gut Zuckerpillen verteilen. Wobei Homöopathie zumindest noch einen Placeboeffekt hätte.

Ich würde mir mehr wissenschaftlichen Sachverstand bei der Diskussion um Luftfilter wünschen, statt diese teuren Dinger zu hypen und von den wirklichen Problem abzulenken.

Luftfilter können Lüftung nicht ersetzen.
Abstand ist sehr viel wichtiger, als Lüftung.
Masken verringern den Abstand nicht, senken das Risiko etwas.

Bleiben Sie gesund

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

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