#Duisburg: Nahverkehrsplanlos – #ÖPNV #Verkehrswende #SägeParteiDuisburg

Unter der SägeParteiDuisburg (SPD) macht die Verkehrswende in Duisburg einen weiteren Rückschritt. Seit heute gilt die Umsetzung des miserablen Nahverkehrsplan von 2017. Muss wohl Teil der Klimaoffensive, also des Angriffs aufs Klima sein.

Das umfangreiche Schreiben entstand damals als Auswertung des Nahverkehrsplans mit Fokus auf den Duisburger Westen, aufgrund meiner persönliche Erfahrungen. Bekanntlich fahren die meisten Ratsleute mit dem Auto, haben also wenig Erfahrung und entscheiden entsprechend unfundiert. Und die Mühe mal die Unterlagen vollständig durchzuarbeiten dürften sich auch die wenigsten machen.

Würde mit nicht wundern, wenn ich der einzige Mandatsträger war, der die Unterlagen auch nur halbwegs durchgearbeitet habe. Vermutlich wird das meiste, was die Verwaltung vorschlägt einfach nur abgenickt. Mangels Kenntnis. Das erklärt dann auch die Antwort auf meinen Antrag nach Gemeindeordnung für einen besseren Zugang zum Hauptbahnhof, der natürlich demnächst abgelehnt wird. Blogbeitrag dazu in den nächsten Tag.

Anlage Schreibe an Planungsdezernenten Tum vom 01. Juni 2017

Sehr geehrter Herr Tum,

ich habe mir Ihren Nahverkehrsplan, mit dem Augen eines
Nahverkehrsexperten, aber auch eines regelmäßigen Nutzers angeschaut und
einige Anmerkungen dazu.

Als erstes fällt auf, dass ein nicht in Duisburg ansässiges Unternehmen
beauftragt wurde, was sicherlich wenig Ahnung, von den Verhältnissen vor
Ort hat und rein nach Aktenlage vorzugehen scheint. Warum wurde hier
eigentlich nicht die Bevölkerung im Vorfeld mal gefragt? Sowohl Nutzende
als auch Nichtnutzende hätten hier unterstützen können, anstatt sich nur
auf eine statistische Analyse zu beschränken. Akzeptanz von ÖPNV steht
und fällt mit den Nutzenden.

„Neben diesen Rahmenbedingungen schafft auch der relativ hohe
Motorisierungsgrad schwierige Rahmenbedingungen für den ÖPNV.“
=> Der hohe Motorisierunggrad liegt auch am derzeitigen ÖPNV. Die
Fahrtzeiten sind einfach zu hoch und die Motivation zu gering.

„… und der 45 bis 65 Jährigen (‡ Beschäftigtenverkehr im ÖPNV)“
=> Dies klingt so, als wäre nur jene im Altersbereich 45-65 beschäftigt,
was Diskriminierung gleich käme.

Bike-Ride Tarif?
Also Fahrkarte, welche auch einen Platz zum Abstellen von Fahrrad in
einer sicherern Unterbringung mit drin hat?

Die Übersicht der Park+Ride-Plätze SPNV zeigt, dass hier deutlich zu
wenig Parkplätze existieren. Obwohl erheblicher Bedarf besteht.

„In Abbildung 4.7-6 sind alle Linien, für die Fahrgastzahlen vorliegen,
im Vergleich dargestellt. Hier zeigt sich, dass die Regionalbuslinie 921
die höchste Fahrgastnachfrage mit über 8.000 beförderten Fahrgästen je
Werktag (Mo.-Fr.) aufweist. Darüber hinaus sind hohe Nachfragewerte auf
den Linien 906, 908 (hoher Schülerverkehrsanteil) und 924 zu
verzeichnen. Die Fahrgastzahlen ergeben die geringste Nachfrage hingegen
auf den Schnellbuslinien 40 und 42 sowie den Linien 941, 922 und 909.
=> 921 und 924 die Verbindungen von Rheinhausen Innenstadt nach Duisburg
Innenstadt, deshalb ist der SB42 auch kaum benutzt. Da dieser nicht
Innenstadt nah hält. Sollte man besser die Haltestelle am Krankenhaus
streichen oder die Linie nur noch Marktplatz Rheinhausen Duisburg
HBF pendeln lassen. Die Auslastung wäre sehr hoch.
Die 923 ist weniger beliebt, wegen der sehr hohen Stauanfälligkeit auf
dieser Strecke und da die Halte an den Kreuzpunkten mit U79 und 903
fehlen. Abbildung Abb. 4.7-8 untermauert dies.

Zur Verbindung nach Düsseldorf mit der U79 stellt sich mir die Frage, ob
hier nicht eine Schnellbahn denkbar wäre, die nicht mehr überall hält,
sonder nur an bestimmten Punkten für Pendler. Etwa HBF,
Karl-Jarres-Straße, Messe Düsseldorf, Düsseldorf HBF. Dies hätte den
Effekt, dass eine Übernachtung in Duisburg für Messebesucher noch
attraktiver wäre.

„Die Stadt Duisburg setzt bei der Neubeschaffung von Bussen
auf hohe Umweltstandards. Euro 5 und EEV Standard werden vorausgesetzt.“
=> Sind dies wirklich hohe Umweltstandards? Euro 5 sind Analyse UBA
Drecksschleudern wie der Dieselskandal belegt oder Arbeiten die Busse
mit AdBlue? Private Unternehmen setzten viel zu oft Uraltbusse ein, die
nicht mehr nach dem heutigen Umweltstandard aussehen.

Wird jetzt endlich die unsinnige Taktung 921,923,924 am Wochenende
tagsüber aufgehoben? Schlimmstenfalls wartet man hier derzeit Samstag
Nachmittag eine halbe Stunde oder sogar mehr, weil 923 und 924 nahezu
zeitgleich und 921 halbstündig fährt.

„In der Hauptverkehrszeit können aus Gründen der Wirtschaftlichkeit die
Vorgaben gemäß der Abbildung 5.2-4 für kurze Streckenabschnitte (maximal
10 Minuten Fahrzeit) überschritten werden.“
=> zu Stoßzeiten ist dies zwischen HBF und Rh-Innenstadt Standard die
Fahrtzeit liegt aber bei 20-30 Minuten.

„Umsteigevorgänge werden generell von den Fahrgästen, selbst wenn die
Anschlusswartezeiten und Umsteigewege kurz sind, als große Hürde für die
Nutzung des ÖPNV gesehen.“
=> Umstiege nerven vor allen Dingen. Ist die Zeit zu knapp, ist der
Anschluss wegen der nicht vorhersehbaren Verspätung weg und man wartet.
Ist die Zeit zu groß verschwendet man ebenfalls Zeit mit Warten, was
besonders im Winter wenig angenehm ist.
Jeder Umstieg ist einer zu viel, weshalb von Du-Innenstadt Ikea schlecht
angebunden ist, da ein Umstieg notwendig ist. Wo es geht laufe ich
persönlich lieber, als umzusteigen.

Ausstattung und Ausrüstung der Fahrzeuge stellt neben der
Angebotsqualität das wichtigste Definitionsmerkmal für die Qualität des
ÖPNV-Fahrbetriebs dar.
=> Fahrgäste mit Koffern werden hier nur unzureichend berücksichtigt.
Der Platz für Rollstühle und Kinderwagen steht dafür nicht immer zur
Verfügung. An deren Stelle blockiert man einen Sitzplatz oder Flucht und
Rettungswege.

Klimatisierung
=> Klimatisierung ist etwas ganz tolles, besonders wenn die Fenster
dabei offen sind. Sprich es bleibt nur Energieverschwendung.

Beinfreiheit
=> Bei der Ausstattung wird die Bein- und Fußfreiheit anscheinend nicht
berücksichtigt. Es gibt in Bussen teilweise Sitzplätze, die absolut
ungeeignet sind für Menschen mit langen Beinen. Auf einigen Plätzen kann
ich zum Beispiel nur sehr breitbeinig sitzen, wodurch ich dann 1,5
Plätze und den Gang ein Stück blockiere.

Durchsagen/Ankündigung
=> Wenn man irgendwo fremd ist sind solche Displays sehr hilfreich.
Dadurch ist einem der richtige Ausstieg möglich.
Teilweise fehlen die Displays und Durchsagen finden nicht statt oder
sind unverständlich. Hier muss besonders darauf geachtet werden.
Zudem lassen sich auch Sehenswürdigkeiten so ankündigen. Etwa Museen,
die nicht als Haltestelle benannt sind.

„Wichtigster Punkt beim Betrieb ist die Entsprechung des
ÖPNVLeistungsangebotes mit den Vorgaben des Fahrplans. Betriebszeiten,
Taktfolge und vorgesehene Umsteigemöglichkeiten müssen eingehalten
werden. Die Fahrten sind pünktlich zu erbringen. Als pünktlich wird eine
Verspätung bis maximal 3 Minuten sowie eine Verfrühung unter 1 Minute
gewertet.“
=> Falsch die Fahrgastrechteverordnung definiert Verspätung und damit
auch Pünktlichkeit anders. Der Bürger ebenfalls. Verfrühung geht gar nicht.
Viel wichtiger, als die Pünktlichkeit ist allerdings die Planbarkeit.
Etwa wenn mal wieder massive Verspätungen zustanden kommen, weil einer
Strecke wegen Unfall oder aus anderen Gründen gesperrt ist, dann muss
diese Information sofort zur Verfügung stehen. Sprich per App, sodass
man sich sofort informieren und ggf. auf eine andere Möglichkeit
umsteigen kann.
Nach Rheinhausen etwa nehme ich inzwischen lieber RB33, da ich so
schneller zuverlässiger ankomme, obwohl ich dann noch ein Stück laufen muss.
Wichtig sind nicht die Ausfälle, sondern die schnellstmögliche
Information darüber und über Alternativen!!!!
Auch hieran hapert es. So werden Veranstaltungen, wie Marathon oder auch
Abweichungen wegen Baustellen, viel zu kurzfristig angekündigt und
manchmal gibt es auch gar keine Aushänge. Besonders für Täglichpendler
gilt, dass je früher der Hinweis, desto mehr erreicht er. Dann niemand
schaut täglich an der Haltestelle nach neuen Informationen. Bei
Wartehäuschen sieht man dies vielleicht noch, aber solchen Drehaushängen
fällt dies kaum auf.

„Bei höherer Gewalt,
also durch eine nicht vom Verkehrsunternehmen beeinflussbare Verspätung
wie Streik, Sturm etc., kommt die Mobilitätsgarantie jedoch nicht zur
Geltung.“
=> Die Rechtsprechung zur Deutschen Bahn sagt eindeutig, dass Streik
keine höhere Gewalt ist. Streik ist das Resultat der Unfähigkeit zu
einer Einigung zu finden.

„In einem modernen Dienstleistungsunternehmen hat der Kunde Anspruch auf
Freundlichkeit und Kompetenz der Beschäftigten.“
=> Dazu zählt auch die Kenntnis aller Fahrkarten. Hatte hier schon Ärger
mit einem Fahrer, weil dieser wohl nicht aufgepasst hatte oder schlecht
ausgebildet wurde und die BC100 (Cityticket) nicht kannte.

„Abb. 5.3-6: Linienspezifische Auslastungsgrade (Bezogen auf die
Sitzplätze = hohe Beförderungsqualität)“
=> Die Abbildung stimmt nicht! Um 4 Uhr fährt keine 921 in Rheinhausen,
dies ist erst ab 5 der Fall und der Bus keinesfalls so stark
ausgelastet. Da fährt nur eine 923 und die ist nicht nur mit 6 %
ausgelastet, sondern ziemlich voll.
Zwischen 7 und 8 steht man in den Bussen, wie dort auf so eine geringe
Auslastung gekommen wird ist nicht nachvollziehbar. Nicht ohne Grund
gibt es zahlreiche zusätzliche Verbindungen.

· Stärkung straßenbahnwürdiger Korridore Rheinhausen-Zentrum und
Homberg-Ruhrort („Sprung über den Rhein“)
=> Ein Schnellbus im 10 Minutentakt (Rh-MarktHBF) zur
Hauptverkehrszeit mit wenigen halten wäre ideal, ansonsten
halbstündlicher Takt. Da können auch Fahrten der Linie 921/924/923
eingespart werden, weil die wesentlichen Fahrwege anderweitig angedient
werden. In Bonn etwa wird ein SB, zu meiner Arbeit nur Morgens und
Nachmittags angeboten und auch nur an Schultagen. Also genau dort, wo
die stärkste Belastung ist.

„Für den S-Bahn-Verkehr ist Duisburg insofern von großer Bedeutung, dass
das Duisburger Zentrum im SBahn-Verkehr der Linie S1 Brechpunkt in der
Fahrzeugfolge zwischen einem 20-Minuten-Takt entlang der Rheinschiene
und einem 30-Minuten-Takt nach Osten in Richtung Ruhrgebiet ist.“
=> Stimmt nicht, tagsüber fährt die S1 von Dortmund bis Hilden im 20
Minutentakt. Was aber im Vergleich mit Berlin viel zu selten ist.
Insbesondere die Verbindung zu kleinere Haltestellen ist die S-Bahn von
Vorteil, da kein Umstieg notwendig ist.

Die geplante Erweiterung der Linie 924 auf 15 Minutentakt macht keinen
Sinn, da dieser auf der Hauptstrecke abwechselnd mit der Linie 923
verkehrt. Die Haltestelle Uni zu streichen ist nicht sinnvoll, da so
Studenten von Rheinhausen, von der Uni abgeschnitten werden und
Rheinhausen als günstiger Wohnraum entfällt. Sinnvoller wäre hier eine
Linienführung über Düsseldorfer Straße zur Uni.
Anstelle der Linie 924 15 Stündig ist die bereits zuvor erwähnte SB42
mit Halt in Rh-Innenstadt und ggf. Uni. Reisende wollen schnell von A
nach B und nicht Stunden im Bus verbringen. Das Angebot wird nicht
besser. Je schneller die Verbindung, desto mehr fahren auch damit. Die
Zentralpunkte aller Bezirke sollten, soweit nicht über Schnellbahnen,
über SB angebunden werden.

Die Linie West 3 ist sinnfrei. Von Winkelhausen bis Kaldenhausen ist ein
riesiger Umweg, den so wahrscheinlich keiner fahren wird, da man
vermutlich sogar zu Fuß schneller ist.

„Sie müssen, um in Anspruch genommen werden zu können, von den
Fahrgästen telefonisch vor der gewünschten Fahrt bestellt werden“
=> Nette Idee, aber viel zu umständlich für die Praxis. Entweder
Bestellung über den Fahrer oder per App müssen ebenfalls notwendig sein.
Hier wäre aber erst einmal ein Versuchsverkehr nötig.

Auch die 937 stellt eine Verbindung von Rheinhausen nach Neudorf dar.
Wichtig für die Immobilienwirtschaft im Duisburger West, um Studenten zu
gewinnen ist eine gute Anbindung an die Uni. Ersatz durch SB42 und damit
sogar Erhöhung der Attraktivität. Zugleich Entlastung Immobilienmarkt
Neudorf.

Abb. 6.3-14: Prognostizierte Nachfrageauswirkungen des Maßnahmenkonzepts
=> Mit welcher Methode fand diese Prognose statt? Die Zahlen wirken
nicht seriös, eher wie Pi mal Daumen. Durch den Wegfall bestimmter
Verbindung ist eher von einem Minus auszugehen.

Rheinhausen Markt (Verknüpfung Bus und Bus; multimodale Verknüpfung)
=> Welche multimodale Verknüpfung soll dies sein? Hier geht nur Auto
Bus, aber den Umstieg wird m.E. bei den derzeitigen Fahrzeiten zum HBF
niemand annehmen. Da werden etliche sogar eher Kosten für einen
Parkplatz in Kauf nehmen. Auch Fahrrad bietet sich nicht an. Die
vorhandenen Fahrradständer werden nur an Markttagen in größerem Umfang
genutzt. Fahrrad ist nun einmal flexibler und wenn wirklich genutzt
werden hier eher Rheinhausen Ost bzw. Rheinhausen angefahren und das
Fahrrad mitgenommen oder abgestellt. Von Rheinhausen Markt bis Du HBF
ist man mit dem Fahrrad unter optimalen Bedingungen fast genauso schnell
wie der Bus. Wenn mal wieder Stau ist sogar deutlich schneller.
Wenn man erst einmal Rheinhausen Markt ist macht der Umstieg nur noch
wenig Sinn. Schnellere Verbindungen mit weniger Haltestellen machen auch
hier die Verbindungen attraktiver.
Eine E-Ladestation in Rheinhausen am Markt wäre sicherlich etwas gutes.
Diese müsste aber auch entsprechenden Vandalismusschutz haben.

Abb. 6.7-1: Barrierefreie Haltestellen in Duisburg nach Stadtbezirk (Anzahl)
=> Welche Barrieren werden hier Berücksichtigt? Nur körperliche oder
auch geistige? Die Station HBF etwa ist ziemlich konfus und
unübersichtlich, was es bei eingeschränkter kognitiver Leistung
erschwert sich zu orientieren. Dies kann auch den Normalbürger, der
selten pendelt unter Anschlussstress treffen.

„Die neue Linie würde über die Lotharstraße beginnend an der momentanen
Haltestelle Universität der Buslinien 924 und 933 zur Mülheimer Str.
führen.“
=> Umstiege sind immer eine schlechte Idee. Auch hier macht der SB42 als
Schnellbus zur Uni mehr Sinn. HBF nächster Halt Uni. So wäre
Kaldenhausen bis Uni deutlich unter einer Stunde realisierbar. Was den
Wohnraum im Westen für Studenten aufwertet und auch für zahlreiche
Pendler enorme Vorteile bringt.

7.2.2 Straßen- und Stadtbahnnetz 2030+ („Sprung über den Rhein“)
=> Die Brücke der Solidarität ist bereits jetzt zu eng. Wenn würde es
Sinn machen ab HBF bis hinter Rheinbrücke die Eisenbahnschienen zu
nutzen. Durch Stau auf der Brücke der Solidariät wird auch eine
Straßenbahn ausgebaut. Außerdem ist es auch hier nur eine Frage der
Zeit, bis die Brücke neu gebaut werden muss. Bei der täglichen
LKW-Belastung. Außerdem ist die dreispurige Streckenführung eher
hinderlich für Schienen.
Wurde bei der Straßenbahnplanung überhaupt der der Lärmaktionsplan
beachtet? Schienenverkehr, auch Straßenbahn macht durchaus Lärm.
Außerdem lassen die derzeitigen Probleme im Straßenbahnverkehr daran
Zweifeln, dass hier wirklich die notwendige enge Taktung und
Schnelligkeit erreicht werden kann, die auch bereits heute notwendig und
nicht gegeben ist.
Die Fantasie einer Straßenbahnlinie wurde auch vor 10 oder mehr Jahren
gesponnen. Besser sind Lösungen, die auch heute bereits funktionieren.
Ein pragmatischer Ansatz dient den Menschen mehr, denn diesen können sie
dann auch heute bereits nutzen.

„Linie SB42
Die Schnellbuslinie SB42 wird eingestellt bzw. das heutige Angebot in
das neue Liniennetz integriert. Die charakteristischen Merkmale einer
Schnellbusverbindung sind bei Linie SB42, im Gegensatz zur
Schnellbuslinie SB40, in geringerem Maße vorhanden. Angesichts der
straßenräumlichen linksrheinischen Situation besitzt der Schnellbus
keine nennenswerten Reisevorteile gegenüber einer regulären
Busverbindung wie der Linie 924.
Da die Schnellbuslinie SB42 keine Erschließungsfunktion übernimmt und
die Fahrgastnachfrage gering ist, kann die Einstellung durch Linie 924,
deren Angebot in der Hauptverkehrszeit auf einen 15-Minutentakt erhöht
wird, kompensiert werden.“
=> Natürlich gibt es hier erheblich Vorteile, die auch völlig zum Zuge
kämen, wenn es einen Halt Rh-Markt gäbe. Vorstellbar wäre hier eine
Routenführung über Markt unter Wegfall der Halts am Johanniter Krankenhaus.
Der enorme Vorteil eines SB ist die kürzere Reisezeit (10 Minuten Du HBF
Rh-Markt anstatt 20-30 da weniger Halte) zu
Hauptverknüpfungspunkten, dies sind Argumente für Nutzer.
Die straßenräumliche Situation muss ohnehin durch das Planungsamt
endlich gesamtstädtisch geplant und verbessert werden.

„Linie 923
Buslinie 923 wird eingestellt bzw. in das neue Liniennetz integriert.
Die Linie wird durch das neue Linienangebot in Duisburg West und die
zentrale Ringlinie Mitte 1 ersetzt. Der Wegfall der Verbindung
Rheinhausen-Zentrum über die Brücke der Solidarität wird durch die
Taktverdichtung der Linien 924 kompensiert.“
=> klingt nach besserer Anbindung. Wobei auch hier gesagt werden muss,
dass ein Schnellbus noch besser wäre. Es kann natürlich auch Nutzende
geben, welche über die Einstellung sehr unglücklich sind, weil sie
zukünftig Umsteigen müssen.

Ist eigentlich eine direkte Anbindung Du-HBF an Niederrheintherme
geplant? Bisher kommt man dort nicht gut hin. Gleiches gilt für Ikea.
Ringlinien sind zwar gut, aber bestimmte Stellen müssen gut und ohne
Umstiege erreichbar sein, um auch für Besucher von außerhalb attraktiv
zu sein. Wenn wir zu Ikea wollen, dann fahren wir meist nach Essen, weil
dieses nur einen Umstieg bedeutet von Du-HBF und man sogar noch andere
Einkaufsmöglichkeiten hat. So entzieht sich Duisburg selbst Kaufkraft.

An vielen Stellen fällt auf, dass Kenntnisse der Verkehrssituation nicht
bekannt sind und nicht berücksichtigt wurden. Auch reale Erfahrung mit
der Nutzung von ÖPNV in Duisburg scheint nicht vorhanden zu sein. Die
Erfahrungen von Nutzer scheinen nicht eingeflossen zu sein. Eine
Beurteilung nach Aktenlage ohne eine Einbindung der Betroffenen führt
nach anerkannten Experten in wenigen Fällen zur Erhöhung der Akzeptanz.
Viel zu Häufig ist das Gegenteil der Fall. => Dann nehm ich halt lieber
das Auto.

Bürgerticket, was insbesondere den zahlreichen Arbeitslosen zugute käme,
aber zugleich auch Motivation zu einer vermehrten ÖPNV-Nutzung brächte
fehlt.

Es wenig erstaunlich, dass sich meine Erfahrung mit der Analyse zu einem
signifikanten Teil deckt. Die Schlussfolgerungen gehen allerdings
mitunter in die falsche Richtung. Auch scheint kaum die Erfahrung
anderen Städte mit eingeflossen zu sein.

Warum werden nicht auch Haltestellen gestrichen? Etwa die Haltestelle
Hochfeld Brückenkopf wird quasi nie angedient.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

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