Wasserentnahme Rhein – #AlleGegenRWE #hambibleibt #Rheinpegel

Ich hatte vor einiger Zeit dem Landesumweltministerium NRW wegen direkte und indirekter Entnahme von Wasser aus dem Rhein geschrieben und bekam nun folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage, in der Sie eine Beeinflussung des
Rheinwasserstandes durch Wasserentnahmen besorgen. Frau Ministerin
Heinen-Esser bat mich Ihnen zu antworten.

Der Rhein ist mit einer Länge von 1.233 km und einem Einzugsgebiet
von rund 200.000 km* eines der größten Flussgebiete in Europa. Die
Abflussmenge des Rheins schwankt im Jahresverlauf erheblich.
So gibt beispielsweise die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung
des Bundes (www.pegelonline.wsv.de) für die Zeitspanne 1.11.2006 –
31.12.2015 am Rheinpegel Köln einen Pegelstand für mittleres Niedrig-
wasser (MNW) in Höhe von 157 cm, für Mittelwasser (MW) in Höhe von
323 cm und für mittleres Hochwasser (MHW) in Höhe von 837 cm an.
Der Pegelstand entspricht nicht der Tiefe der Fahrrinne. Diese ist auf
Höhe des Pegels Köln über einen Meter tiefer als der angegebene Pe-
gelstand.

Die Wassermenge, die bei einem bestimmten Pegelstand am Pegel
Köln durch den Rhein fließt, kann für ausgewählte Pegelstände auf der
Internetseite des Stadtentwässerungsbetriebs Köln (www.steb-koeln.de)
eingesehen werden. Für-den mittleren Pegelstand von 323 cm wird hier
eine dazugehörige Abflussmenge von 2.080 m³/s (Kubikmeter Wasser
pro Sekunde) angegeben. Für das Niedrigwasserereignisses im Jahr
2003 wird für einen Pegelstand von 0,81 m ein Abflusswert von 690 m³/s
angegeben.

Die Beziehung zwischen Abflusswert und Pegelstand ist zwar nicht line-
ar, dennoch kann anhand dieser Daten abgeschätzt werden, dass für
jede Reduzierung der Abflussmenge um 1 m³/s der Wasserstand am
Pegel Köln um ca. 0,2 Zentimeter sinkt.

Sie beziehen sich in Ihrem Schreiben auf eine zugelassene Entnahme
im Regierungsbezirk Köln in Höhe von 30 Mio. m³/a durch die Firma
Shell. Dies entspricht einer Entnahmemenge von weniger als 1 m³/s.
Selbst bei einem Niedrigwasser wird diese Entnahme keinen messbaren
Einfluss auf den Wasserstand des Rheins haben.

In Ihrem Schreiben fragen Sie weiter, wie sich alle.Entnahmen aus dem
Rhein in Summe auf den Wasserstand des Rheins auswirken.
Im nordrhein-westfälischen Rheinabschnitt sind nach Wasserentnahme-
entgeltgesetz NRW (WasEG) 110 entgeltpflichtige Entnahmestellen ge-
meldet, aus denen insgesamt rund 2,4 Mrd. m³/a (entspricht ca. 76 m³/s)
aus dem Rhein bzw. aus Brunnen entlang des Rheins entnommen wer-
den. Die hohe Entnahmemenge ist im Wesentlichen auf Kühlwasserent-
nahmen der Kraftwerke am Rhein zurückzuführen. Da bei der Durch-
laufkühlung das erwärmte Wasser unmittelbar wieder in den Rhein ein-
geleitet wird, können diese Mengen zur Bewertung der Abflussbeein-
flussung unberücksichtigt bleiben. Daher reduziert sich die nach WasEG
bilanzierte Entnahme von ca. 100 Nutzern (ohne Kraftwerke) auf eine
jährliche Entnahmemenge von 438 Mio. m³. Dies entspricht einer durch-
schnittlichen Entnahme in Höhe von ca. 14 m³/s.

Eine mittlere Entnahme von 14 m³/s aus dem Rhein würde nach obiger
Abschätzung eine Absenkung des Wasserstandes auf Höhe des Pegels
Köln um ca. 3 cm bewirken.
Unberücksichtigt bei dieser Berechnung sind die gleichzeitig stattfinden-
den Einleitungen, die auf den Wasserstand im Rhein einen entgegenge-
setzten Einfluss haben.

Klingt natürlich erst einmal schön, allerdings werden natürlich so Verluste durch Verdampfung beim Kühlwasser vernachlässigt. Ebenfalls unbeachtet bleiben die zahlreichen Stellen, welche nichts bezahlen müssen oder bei Rheinzuflüssen entnehmen. Der Pegel sinkt also deutlich stärker, als angegeben.

Was Zuflüsse angeht, so ist dies zum Beispiel Regen, der mangels Rückhaltung deutlich schneller abfließt als notwendig und so auch den Pflanzen fehlt.

Vermutlich ist die Sümpfung RWE hier nicht enthalten. Die Rechnung mit der Abnahme im Verhältnis zur Entnahmemenge scheint ähnlich zu sein, wie bei der Transportleitung Frimmersdorf, womit man dies als Wert für zukünftige Rechnungen annehmen kann.

Dieser Beitrag wurde unter Aus der Region, Grundrechte, Klimaschutz, Umweltschutz abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s