#Duisburg: Chromstaub aus der Kohleverbrennung – #Endcoal #FridayForFuture #Fossilfree

Vor einigen Tagen schrieb ich dem LANUV wegen Chrom aus Kraftwerken. Unten angehängt die Antwort des LANUV, die ich ziemlich erhellend, dass doch sehr viel freigesetzt wird. Da gefiltert wird dürften besonders kleinere Partikel freigesetzt werden.

Werte für Duisburg 2016 sind:
Stadtwerke Duisburg AG Heizkraftwerk I: 13,2 kg/a
STEAG GmbH Heizkraftwerk Walsum: 12,5 kg/a
Das Braunkohlekraftwerk von Venator bleibt scheinbar unter 5 kg/a

Dies klingt natürlich erst einmal nicht viel, wenn man allerdings berücksichtigt, dass 1 kg => 1000 g => 1 000 000 mg => 1 000 000 000 µg entspricht, so ergibt sich hier eine Menge von 10 Milliarden oder mehr Partikel Ultrafeinstaub. Ich gehe von Ultrafeinstaub aus, weil die Wahrscheinlichkeit durch Filter abzufangen deutlich höher ist, als kleinere. Je kleiner, desto eher schlüpfen diese in der Strömung durch die Filter.

In der TRGS 561 fand ich folgenden Text:

Aufgrund der hautsensibilisierenden Eigenschaften sind besondere Schutzmaßnahmen bei Hautkontakt mit Chrom(VI)-Verbindungen notwendig (siehe TRGS 401). Ebenfalls in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen sind die atemwegsensibilisierenden Eigenschaften von Chrom(VI)-Verbindungen (siehe TRBA/TRGS 406).

Und zudem die Aussage, dass Chrom(VI)-Verbindungen überwiegend als krebserzeugend der Ka-
tegorie 1B
sowie als haut- und teilweise als atemwegsensibilisierend der Kategorie 1 eingestuft sind.

Ultrafeinstaub ist geht bis in die Aveolen (Lungebläschen) und darüber hinaus. Wenn man allein die Werte für Duisburg betrachtet, so ist es schon einmal gut, dass die Stadtwerke das Kohlekraftwerk abgeschaltet haben. Walsum soll aber erst einmal weiterlaufen und wird uns weiterhin mit krebserregenden Chrom in kleinen Dosen verseuchen. Da man viele Jahre bei der Diagnose Krebs nicht mehr feststellen kann, welche Ursache verantwortlich ist, wird man hier nur schwerlich Ansprüche gegenüber den Verantwortlichen gelten machen können.

Schreiben des LANUV:

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

vielen Dank für Ihre Anfrage per E-Mail vom 27.02.2019.

Nach Rückfrage in unser Abteilung 7 „Anlagentechnik, Kreislaufwirtschaft“ bekam ich aus dem Fachbereich 73 die folgende Rückmeldung zur Frage nach „Chromfreisetzung aus Kraftwerken“:

„Chrom ist sowohl in Stein- als auch in Braunkohle vorhanden. Im „Leitfaden zur energetischen Verwertung von Abfällen in Zement-, Kalk- und Kraftwerken in Nordrhein-Westfalen“ finden sich für den Chromgehalt in Steinkohle als mittlerer Gehalte ein Wert von 26,5 Milligramm pro Kilogramm Trockensubstanz [mg/kg TS] und als hohe Gehalte ein Wert von 80 [mg/kg TS]. Für Braunkohle liegen die Werte mit 5,1 [mg/kg TS] für mittlere Gehalte und 15 [mg/kg TS] für hohe Gehalte niedriger. Chrom ist aufgrund der hohen Verbrennungstemperaturen in Kraftwerken nahezu vollständig in oxidierter Form als Staub im Rohgas enthalten. Aufgrund wirksamer Staubabscheidesysteme werden die Chromverbindungen bis auf geringfügige Restmengen (im Bereich < 60 kg/a und Kraftwerksblock (siehe Anlage)) zurückgehalten. In der beigefügten Excel-Tabelle finden Sie eine Auflistung der Kraftwerke die gem. der Emissionserklärungen aus dem Jahr 2016 Chrom in einer Größenordnung von mehr als 5 kg im Jahr emittiert haben. Die Betreiber der Kraftwerke sind gem. der 11. BImSchV und den dort aufgeführten Vorgaben verpflichtet eine Emissionserklärung abzugeben. Die Ermittlung der Emissionen kann durch Rechnungen oder Messungen erfolgen. Im Falle der Chromemissionen wurden 46% der Daten messtechnisch und 54% der Daten rechnerisch ermittelt. In NRW werden die Emissionserklärungen durch die Betreiber an die jeweiligen Bezirksregierungen übermittelt und von diesen kontrolliert. Inwieweit alle in NRW betriebenen Kraftwerke dem nachgekommen sind, kann seitens des LANUV nicht nachvollzogen werden. Anzumerken ist, dass das Kraftwerk Voerde seit dem 31.03.2017 stillgelegt ist und das Kraftwerk Werne zum 31.03.2019 stillgelegt wird. "

Ich hoffe, dass wir Ihnen mit diesen Ausführungen weiterhelfen konnten. Sollten Sie noch detaillierte Rückfragen haben, vermittele ich Ihnen gerne einen Ansprechpartner in der Fachabteilung.

Mit freundlichen Grüßen

Dieser Beitrag wurde unter Duisburg, Grundrechte, Körperliche Unversehrtheit, Umweltschutz abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s