Flüchtlingsinfoveranstaltung WOMA

Ich hatte mir von der Veranstaltung deutlich mehr versprochen und einige Fragen vorbereitet und diese teilweise auch vorab formuliert an die Stadt geschickt, da für jeden logisch denkenden Menschen absehbar war, dass soziale Friede durch drei Flüchtlingsunterkünfte im Abstand von gerade einmal 200 m, in Gefahr gerät.
Dies äußerten sowohl eher negativ, wie auch positiv gegenüber Flüchtlingen eingestellte Menschen. Diese Konzentrierung auf ein Gebiet ist eine Fehlplanung. Da helfen auch die Prozentzahlen von Herrn Spaniel nichts. Ich hätte auch kein Problem, wenn er sagte, dass 7000 Flüchtlinge kommen würden und jeder Stadtbezirk nimmt 1000. Was natürlich einigen Wind aus den Segeln genommen hat, ist der Umstand, dass Sören Link selbst im Umfeld einer Flüchtlingsunterkunft in Walsum wohnt.
Wenn ich unseren Planungsdezernenten richtig verstand musste das Gelände und die Halle aus wirtschaftlichen Gründen für drei Jahre gemietet werden. Das ist sogar noch halbwegs plausibel als Antwort und war zumindest etwas konkretes. Ebenso die Antwort wegen des Lärms durch den Kreisel. An anderen Stellen konnte ich mich des Eindrucks nicht verwehren, dass nur in inhaltsleerem Politikersprech geschwaffelt wurde. Allerdings nützt alle Beschwichtigung nichts, wenn die Verwaltungsspitze sich außerstande sieht ein echtes Problem als solches zu erkennen. Ich hoffe die Botschaft ist angekommen, dass eine derartige Konzentration sehr viel Sprengstoff birgt. Wenn nicht schiebe ich diesen Beitrag hinterher.
Es gab auch Personen, welche äußerten, dass hier nur Gelder der WOMA zugeschustert werden sollen. Leider gab es keine offene Angabe von Gründen, welche gerade für diesen Standort sprechen. Die angeführten Störfallbetriebe stellen sicherlich keinen Grund dar. Denn ansonsten wären nicht zahlreiche Flächen im Rahmen Duisburg 2027 in Rumeln-Kaldenhausen, Friemersheim und Bergheim als Bauland vorgesehen, die man sicherlich auch vorübergehend für Flüchtlinge nutzen könnte.
Auf die Frage von mir, wie die Zahlen denn durch Abschiebungen oder Anerkennungen abnehmen konnte Frau Lesmeister keine Antwort geben. Offensichtlich war sie schlecht vorbereitet. Oder es war der schlechte Versuch einer ausweichenden Antwort. Die Antwort bzgl. Schulbesuche war zwar wenig konkret, aber hatte wenigstens Antwortcharakter.
Das einzige Highlight war Herr Spaniel, der relativ klar einem stark rechten Parteivertreter gegenüber äußerte, dass die Integration von Rechtspopulisten deutlich schwieriger wäre, als jene der Flüchtlinge. In dem Zusammenhang ist auch anzumerken, dass dieser Vertreter ebenfalls „Migrationhintergrund“ hat, denn er lebt erst seit zwei Jahren in Rheinhausen. 😉

Nach meinen Fragen verließ ich die Veranstaltung, da ich nicht mehr erwartete, dass noch brauchbare Antworten kämen, aber auch weil ich ohnehin wieder früh raus müsste.

Sehr bedenklich fand ich, dass die Sorgen der Bürger nicht verstanden wurden oder dies nicht gezeigt wurde. Viele der Antworten waren dazu zu allgemein. Ich kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen über die vorgebrachten Sorgen nachdenken, denn Unfairness kommt nirgendwo gut an. Und es ist definitiv unfair, sehr viel Last auf eine sehr kleine Stelle zu legen, zumal auch die Helfer in diesem Bereich Schwierigkeiten haben werden das alles zu bewältigen, während anderswo in Rheinhausen die Helfer wären aber keine zu Helfenden.

Mein Fazit, jene auf dem Podium haben versagt plausible Antworten in der Zeit meiner Anwesenheit zu liefern, warum ausgerechnet dieser Ort gewählt wurde.

Wir können in Deutschland eine ganze Menge schaffen, wenn wir fair bleiben, dies ist hier nicht gegeben.

Anhang meine Mail mit den Fragen:


da ich annehmen, dass Sie auch an der Infoveranstaltungen in Rheinhausen beteiligt sein werden, schicke ich meine Fragen zur besseren Vorbereitung schon mal vorab.

Nicht das die an dem Abend dann nicht beantwortet werden können.

Nach einem Presseartikel sind derzeit ca. 5000 Asylbewerber in Duisburg.
Es sollen 800 pro Monat dazu kommen.
1. Bei wie vielen wird zeitgleich das Verfahren abgeschlossen (Gewährung Asyl/Abschiebung)?

In Rheinhausen gibt es oder sind geplant folgende Unterkünfte:
– Schule Werthauser Straße (~ 190)
– geplant Deichstraße (unbekannt)
– Musikantenviertel in Wohnungen (unbekannt)
– geplant Johann-Asch-Platz (~ 240)
– WOMA-Gelände (unbekannt)
2. Welche Flüchtlings-/Asylbewerberkapazität ist damit ingesamt für Rheinhausen vorgesehen?

3. Erfolgt hier eine gleichmäßige Verteilung auf alle Bezirke? Wie ist die vorhandene/geplante Kapazität der anderen Stadtbezirke?

4. Warum ist zumindest in Rheinhausen eine derartig ungleichmäßige innerhalb des Bezirks vorgesehen? Weder in Rumeln noch Friemersheim oder Bergheim sehe ich bisher die kleinste Unterkunft. Es gibt sicherlich auch dort Freiflächen für eine Traglufthalle.

5. Warum verzichtet man hier auf eine integrationsfördernde Durchmischung?

6. Alle Flüchtlinge konzentrieren sich auf einen sehr kleinen Bereich von Rheinhausen. Dieser liegt komplett im Einzugsbereich der Grundschule Beethovenstraße. Wie wird die Schule räumlich und vom Lehrpersonal unterstützt, um den regulären Schulbetrieb, ebenso wie die Eingliederung zu gewährleisten?

7. Warum agiert die Stadt Duisburg noch immer so Kopflos? Warum wird nicht mehr darauf gedrängt, dass sich Kapazitäten an der Realität orientieren und nicht einfach nach Bevölkerungszahl, sondern auch nach Wirtschaftsleistung gegangen werden muss? Düsseldorf hat mit der Messe riesige Hallenkapazitäten und noch dazu eine Kaserne. In Duisburg gibt es nichts derartiges.

Insgesamt sehe ich weder eine Ausgewogenheit noch eine faire Verteilung insbesondere in Hinblick auf Lokalitäten. Mein Eindruck ist, dass hier versucht wird alles möglichst dicht beieinander zu packen, anstatt dies sinnvoll zu verteilen.

Die Presse wurde in BCC beteiligt.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

Ich habe natürlich überlegt, ob ich bloggen soll und sehe eine Notwendigkeit gegeben. Parallel dazu geht dies als Email an die Stadt und an andere Stellen.

PS: Nazikommentare/-links werden nicht veröffentlicht.

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