Städtischer Leerstand in Rheinhausen

Eine Grundlektion in Wirtschaft ist, wenn die Nachfrage gering ist, senkt man die Preise oder macht Werbung.

Die im Bezirk Rheinhausen leerstehenden kommunalen Immobilien stehen natürlich nur stellvertretend für jene in ganz Duisburg. Aktuell sind es sechs Gebäude, die so langsam vor sich hin zerfallen und vandalisiert werden. Am bekanntesten ist sicherlich das Hallenbad an der Schwarzenberger Straße (leer seit 2010). Wenn man das Expose der IMD liest wird schnell klar, warum keiner das Grundstück möchte, denn Bäume dürfen nur mit Schwierigkeiten gefällt werden, der Parkplatz darf zudem nicht bebaut werden. Abbruch und alles müsste der Käufer zahlen. Zeitgleich verfällt, dass zu dem Grundstück gehörende Parkstück immer mehr. Die Schilder werden nicht erneuert. Der Hinweis auf ein belgisches Truppenlager aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg und damit eventuell einhergehender Kosten durch Altlasten machen sicherlich das Angebot nicht schmackhafter. Dafür dann noch drei Millionen Euro zu fordern ist illusorisch. Die Ausschreibung endete Februar 2013. Interessenten scheint es wohl keine gegeben zu haben, was wenig wundert. Die ungeklärte Altlastensituation könnte die Kosten für einen Käufer in die Höhe treiben, was sicherlich so ziemlich jeden abschreckt, der nicht ohnehin schon durch die Summe allein abgeschreckt ist. Ziemlich unseriös wirkt hierbei, dass die Altlasten erst im Expose erwähnt werden. Gemäß DS 10-0300 war der Leerstand bereits seit 2006 absehbar ohne konkretes Datum, womit die IMD sehr viel Zeit und Geld der Steuerzahler verschwendet hat. Wahrscheinlich druckste die Verwaltung bei der Einwohnerfragestunde am 26.09.2013 deswegen auch so rum, als um das Datum ging, seit wann der Leerstand fest stand.

Es stellt sich die Frage, wann die laufenden Kosten höher sind als der Kaufpreis.

An der Moerserstraße befindet sich das nächste Objekt, ein renovierungsbedürftiges Altgebäude in dem früher das „Institut für Jugendhilfe“ untergebracht war. Dazu noch eine Einstufung als denkmalgerechtes Gebäude. Dafür sind 250 000 eine stolze Summe. Das Verfahren lief bis Ende September, auch hier wird sich wohl kein Käufer gefunden haben. Leer steht dieses Gebäude bereits seit dem Juli 2011, also über zwei Jahre.

Eine ehemalige Altentagesstätte an der Oskarstraße in 47228 Rheinhausen wurde noch Auslaufen der Förderung, die seit Anfang 2012 bekannt ist Anfang 2013 zum Leerstand. Das Bietverfahren endet im November dieses Jahres. Wohl auch ohne Erfolg, da eine dauerhafte Wohnnutzung nicht möglich ist, womit die knapp 200 000 Euro ein stolzer Preis sind. Wenn man bedenkt, dass die IMD keinerlei Ahnung was der Leerstand kostet dürften auch hier mehrere Jahre Leerstand bevorstehen.

Wie fürs Hallenband in Rheinhausen stand auch für jenes in Rumeln aufgrund des Haushaltsicherungskonzeptes schon Anfang 2010 in einer Mitteilungsvorlage, dass diese schließen werden. In Rumeln scheint es nach längerer Zeit endlich voran zu gehen. Wobei auch hier seit 2006 ein Leerstand absehbar. Geschlossen wurde es allerdings in 2010 wegen einer instabilen Dachkonstruktion. Es wurde also lediglich vorzeitig geschlossen. Auch hier schien IMD keinen Plan zu haben. Eine Nachnutzung dürfte bei Hallenbädern zudem schwierig sein, weshalb eine Prüfung dieses Punktes wohl kaum notwendig ist.

Die GGS Werthauser Straße wurde im August 2011 aufgelöst, fest stand dies seit Mitte 2010, ein Expose für den Verkauf ist noch nicht Online zu finden und nach eigenen verlautbaren prüft IMD immer noch eine kommunale Verwendung, dabei stehen doch überall im Stadtgebiet Gebäude leer. Für was sollte das Gebäude also verwendet werden? Als Unterkunft für Asylsuchende? Wäre nicht das erste Mal, dass für so etwas eine ehemalige Schule herhalten muss. Vielleicht hat die IMD auch genau deswegen bei einfachen Nachfragen so gemauert. Das Gebäude steht jedenfalls derzeit leer und die ersten Spuren von Vandalismus sind bereits sichtbar. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis dem Gebäude ein ähnliches Schicksal gewahr wird, wie mit dem Hallenbad auf dem Gelände, wo das FOC entstehen soll. Angeblich sollen dieses Jahr rund 350 000 Euro eingespart werden, wovon fast 250 000 Euro Mieten sind, die allerdings die Stadt an sich selber zahlte, womit hier nichts eingespart wird. Die Betriebskosten in Höhe von 100 000 Euro dürften weiterhin anfallen oder leicht sinken, wenn damit kein Wertverfall des Gebäudes einhergehen soll. Ein Teil dieser Kosten ist sicherlich Abwasser, Grundsteuer und ähnliches, was auch weiterhin gezahlt werden muss.

Auch aufgelöst wurde die Alfred-Hitz-Hauptschule, absehbar war der Leerstand durch eine Beschlussvorlage aus dem Frühjahr 2010 und spätestens im Herbst bestätigt. War es da nötig bis August 2013 zu warten um eine Nachnutzung in Angriff zu nehmen? Jedenfalls ist noch keine Verkaufsofferte im Netz zu finden, obwohl dies in den etwa drei Jahren seit der Entscheidung sehr gut hätte vorbereitet werden können. Ein nahtloser Übergang wäre durchaus möglich gewesen. Somit kann die Haushaltseinsparung in Höhe von gut 350 000 Euro sicherlich nicht realisiert werden, weil das Gebäude an anderer Stelle weiterhin Kosten verursacht. Ein Einsparung durch zügigen Verkauf zu einem günstigen Preis könnte einen größeren Nettoeffekt ausmachen, als der Versuch einen hohen Preis zu erzielen, obwohl klar ist, dass dies nur selten klappt. Eventuell wäre hier sogar der Vorwurf der Untreue gerechtfertigt, da nicht frühzeitig die Nachnutzung und der Verkauf angegangen wurden. Besser ein Gebäude für einen symbolischen Euro verkaufen und dafür weiterhin Grundsteuern einnehmen, als keine Grundsteuern zu bekommen, während die Gebäude verfallen. Zumal ein Anfangsgebot von einem Euro durchaus deutlich höhere Gebote nach sich ziehen kann.

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