Diese einseitige Berichterstattung im WDR zum Thema Kopfhörer im Verkehr nervt und ist auch faktisch falsch.
Nicht mit einem Wort wird erwähnt, warum Noise Cancelling Kopfhörer genutzt werden. Das liegt einfach am viel zu lauten KFZ-Verkehr. Neben den normalen Lärm durch Fahrgeräusche kommen auch noch extralaute Motorräder und PKW dazu, bei denen Einbauten sind, die extra noch Lärm erzeugen oder der Fahrstil ist entsprechend. Mit Tempo 30 flächendeckend, würde sich das allgemeine Risiko für tödliche oder verletzende Kollisionen erheblich senken. Zugleich müsste man auch nicht so viel Lärm ausblenden müssen, um das Gehör und den Körper zu schützen.
Es ist zudem völliger Bullshit, dass man mit Kopfhörern einen Krankenwagen überhören könnte. Die Dinger sind so laut, dass es ohne PKW-Umhüllung unangenehm bis schmerzhaft wird. Die sind so laut, weil die KFZ zu gut isoliert sind, Apropos KFZ, da wird quasi nie drüber berichtet, wie laut die Musik darin teilweise ist. Manchmal so laut, dass es selbst bei geschlossenen Fenstern problemlos hörbar ist. Scheint die Polizei aber gar nicht zu interessieren.
Im Text steht dann völliger Unsinn:
„Am Donnerstagnachmittag (20.08) wurde ein 37-jähriger Mann in Speyer, Rheinlandpfalz, von einem Güterzug erfasst, als er beim Joggen einen unbeschrankten Bahnübergang überqueren wollte. Die zuständigen Ermittlungsbehörden beschlagnahmten Kopfhörer am Unfallort. Mittwochvormittag war in Siegen ein 23-jähriger Fußgänger ums Leben gekommen. Auch hier wurden neben dem Unfallopfer In-Ear-Kopfhörer gefunden.“
denn wenn jemand einen unbeschrankten Bahnübergang queren will guckt man nach Links und rechts, denn aufs Gehör kann man sich durch den ganzen Verkehrslärm eh nicht verlassen. Was mir da die Beschlagnahmung der Kopfhörer sagen soll erschließt sich mir nicht. Hauptproblem ist hier wohl eher, dass der Bahnübergang nicht richtig gesichert ist. Und auch beim Toten in Siegen ist der Zusammenhang nicht offensichtlich. Nur weil jemand Kopfhörer trägt muss das nicht die Ursachen sein. Viele Menschen haben auch Haare auf dem Kopf, sind die Haare deshalb ursächlich für Kollisionen im Verkehr? Nicht jeder scheinbare Zusammenhang ist ursächlich.
Die Formulierung „Ein Auto, das hupt“ ist natürlich wieder typische Autodenke. Die Person am Steuer hupt. Die Frage ist doch zudem, warum sollte man hupende Autofahrende hören müssen? Dafür gibt es aus meiner Sicht überwiegend keinen Grund. Oft wird grundlos oder falsch gehupt, natürlich achtet man da nicht mehr drauf. Abgesehen davon müssen Autofahrende als größte Gefahr im Verkehr sich so verhalten, dass keine Gefahr für andere entsteht. Auf dem Fahrrad erlebt man oft sogar, dass völlig rechtswidrig mit der Hupe genötigt wird, weil Autofahrende die Verkehrsregeln nicht kennen.
Kopfhörer und Musik hilft den Stress durch Verkehrslärm zu verringern, ebenso gilt das für Noise Cancelling. Also bevor sich vermeintliche Experten aufspielen und schlecht informierte Medien darüber berichten, sollte man wohl alle Aspekte des Problems betrachten. Auch superleise Ihscooter werden natürlich nicht betrachtet.
Zudem würde ein Verbot von Kopfhörer dazu führen, dass noch mehr mit Lautsprechern unterwegs wären und die Umwelt nerven würden.
Auf das Gehör kann man sich, wie bereits dargelegt, im Verkehr nicht verlassen, weil einfach zu viel Lärm ist. Der erste Schritt wäre hier eine Lärmgrenze für KFZ.
Fakt ist und bleibt, die meisten Kollisionen mit Toten und Verletzten resultieren aus dem Fehlverhalten am Steuer von KFZ. Die Polizei täte gut daran sich auch Hauptursachen zu konzentrieren, statt mit Nebenschauplätzen vom eigentlichen Problem abzulenken, um dieses nicht angehen zu müssen.
Wozu bezahlt man eigentlich Rundfunkgebühren, wenn dort die gleiche schlechte Arbeit gemacht wird, wie anderswo.
Auch Verkehrslärm:
