Vor kurzem las ich bei Facebook, dass die Bezirksregierung Düsseldorf einem Unternehmen in Duisburg erlaubt haben soll weiterhin Rheinwasser zu entnehmen. Scheinbar hat man dabei weder die Klimaerwärmung berücksichtigt noch das Niedrigwasser. Auch soll man nicht die nachteilige Veränderung der Wasserqualität durchs Aufheizen berücksichtigt haben.
Ich finde es eigentlich schon ein Unding, dass man der Industrie quasi alles erlaubt ohne die neuen Tatsachen dabei zu berücksichtigen. Zeitgleich jammert die Industrie, weil der Rheinpegel so niedrig ist, dabei ist die Industrie doch mitverantwortlich dafür und verdient es auch nicht besser. Indirekt über die Klimaerwärmung, aber auch direkt über die Entnahme von Wasser aus dem Rhein oder dem Grundwasser.
Die Industrie entnimmt Wasser aus dem Rhein, u. a. zu Kühlzwecken, weil es billiger ist, als das Wasser im Kreislauf zu führen. Das Wasser wird danach aufgeheizt wieder in den Rhein zurückgeführt. Wasser siedet zwar erst bei 100 °C, aber auch unterhalb dieser Temperatur verdunstet Wasser in Abhängigkeit der Temperatur. Das heißt wird der Rhein aufgeheizt verdunstet mehr Wasser und der Pegel sinkt. Da viel Industrie den Rhein entlang angesiedelt ist, verdunstet auf dem Weg entsprechen mehr durch die erhöhte Temperatur. Den Umstand, dass es schlecht für Flora und Fauna ist, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber.
Gesteigerte Verdunstung ist der eine Mechanismus, der zu einem niedrigeren Pegel beiträgt.
Der andere Mechanismus ist die Entnahme von Grundwasser durch die Industrie, was ebenfalls oft parallel stattfindet. Was wird wohl passieren, wenn man unter einem Fluss oder in der Nähe von einem Fluss das Wasser aus dem Boden saugt? Genau, die Versickerung aus dem Fluss steigt. Sprich das abgepumpte Grundwasser sorgt für Kiel auf dem Grund.
Dazu kommt noch, dass ein Teil des Wasser zum Kühlen durch Verdunstung genutzt wird. Also nicht einmal zurück in den Rhein geführt wird.
Die Genehmigung der Behörde dürfte also rechtswidrig sein, weil man diese Wassermengen nicht in ihren Zusammenhängen betrachtet und schon gar nicht den Summeneinfluss durch sämtlichen Eingriffe der Industrie. Dabei hängt das alles ganz klar zusammen.
Als Kontrastbild der Rhein bei Hochwasser
