Warum #Luftreiniger wenig nützen – #Bildungabersicher #Corona #Covid19

Derzeit gibt es viele Stimmen, die auf Luftreiniger setzen. Insbesondere für Schulen wird das als Lösung aller Probleme angepriesen. Aber das stimmt leider nicht. Natürlich klingt so ein Versprechen erst einmal toll, das alles aus der Luft gefiltert würde. Das ist aber gar nicht der Fall.

Von der Wirksamkeit her gilt:
1. Abstand!
2. Maske
3. Hygiene
4. Lüften
Aller höchstens ergänzend Luftreiniger.

Der Grund für Abstand ist simpel. Die Aerosoltröpfchen haben unterschiedliche Größen. Der Abstand von 1,5 m reduziert das Risiko des Kontakts mit großen Aerosoltröpfchen. Denn diese Tröpfchen sinken aufgrund der Größe so schnell zu Boden, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit im Radius von 1,5 m bleiben. Da größere Tröpfchen mehr infektiöses Material enthalten, verringert sich die Ansteckungsgefahr erheblich.

Die Maske verringert als grober Filter die Tröpfchenzahl zusätzlich und hält diese fest. Deswegen ist auch eine saubere Maske und regelmäßiger Wechsel wichtig.

Eine Schmierinfektion ist auch möglich, deswegen ist es wichtig die Hände zu reinigen, damit man nicht sich selbst oder andere kontaminiert. Daraus resultiert die Hygiene.

Zum Verständnis muss ich etwas weiter ausholen. Egal ob feste oder flüssige Partikel, diese sinken in Abhängigkeit der Größe und Dichte unterschiedlich schnell zu Boden. Z.B. bei einem Durchmesser von 50 µm braucht ein Staubteilchen aus 1 m Höhe 0,2 min und bei einem Durchmesser von 1 µm steigert sich der Wert auf 417 min. Gut dargestellt wird dies in diesem Vortrag (letzte Folie im PDF) der BAUA.

Die kleineren Tröpfchen schweben also sehr lange im Raum. Dass Infektionsrisiko ist hier geringer, aber natürlich vorhanden. Denn je länger man exponiert ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion. Um die kleinen Teilchen aus dem Raum zu bekommen ist Lüften wichtig. Dabei wird die Luft mit Tröpfchen gegen Luft von außerhalb ausgetauscht. Bei einer Lüftungsanlage geschieht das kontinuierlich, ansonsten ist Stoßlüftung nötig.

Jetzt werden uns überall die Luftreiniger angepriesen als Allheilmittel. Dabei ist die Wirksamkeit gering. Natürlich kann so ein Luftreiniger kleinere Tröpfchen ansaugen und reinigen durch einen Filter, wenn es denn der richtige Filter ist. Die Größeren werden aber nur in unmittelbarer Nähe vom Gerät eingesaugt. Wäre ein Tröpfchen 10 µm und ein anderes 1 µm, so würde das um den Faktor 10 kleinere Teilchen durch den Ansaugdruck um den Faktor 10 stärker zum Luftreiniger beschleunigt. Das heißt ohne Abstand zwischen Personen müsste direkt neben jeder Person so ein Gerät stehen, da ansonsten nur die wesentlich kleinere Tröpfchen überhaupt vom Gerät erfasst würde, bevor sie zu Boden sinken. Am Risiko bei zu geringen Abstand ändert sich also mit einem Luftreiniger, der mitten im Raum steht oder in einer Ecke kaum etwas. Zudem sind die Dinger laut, erzeugen teilweise sogar noch Schadstoffe und kosten viel Strom. Davon abgesehen wird die Beschaffung eher schwierig sein.

Deshalb beurteilt auch die BAUA, dass solche Geräte Lüften nicht ersetzen können und gibt zahlreiche Hinweise zum Infektionsschutzgerechten Lüften.

Bei den Produktbeschreibungen der Geräte stehen wenig Details, wie gut die Filterleistung in bestimmten Größenbereichen ist. Meist wird nur angegeben, wie viel Luft durch den Luftreiniger gesaugt. Kleinere Tröpfchen werden so sicherlich irgendwann erwischt. Die Größeren bleiben im Umfeld der Infektionsquelle.

Das ist im Prinzip vergleichbar mit einem Staubsauger, der kleinere Partikel gut ansaugt, aber je größer diese werden, desto schwerer wird das und desto kürzer ist die Entfernung über die angesaugt wird. Einfach mal selber testen mit Tischtennis-, Tennis- und Fußball.

Wenn also immer wieder behauptet wird, dass Schulen ohne Abstand Präsenzunterricht machen könnten, wenn man Luftreiniger hätte, dann stimmt das nur insofern, dass alle im Raum ihren eigenen Luftreiniger haben. Ein ziemlich teurer Unsinn. Selbst mit einem Luftreiniger im Raum ist also die Unterschreitung des Abstands nicht tragbar. Besonders nicht über längere Zeit.

Deutlich sinnvoller wären hier Trennwände, welche den Abstand erhöhen indem zwischen den Personen einen Barriere errichtet wird. Das heißt viel Aerosol kann die Barriere gar nicht überwinden. Es dürfte auch günstiger sein Acrylglaswände zu beschaffen.

Einige Luftreiniger erzeugen auch Schadstoffe. Etwa wenn UV-C-Licht verwendet wird. Dieses kann schädliche Chemikalien erzeugen, also der Gesundheit sogar noch schaden. Deshalb rät die BAUA auch von dieser Methode vollständig ab.

Fazit Luftreiniger sind teurer Quatsch, die primär psychologische Wirkung haben, aber nicht wirksam schützen, wenn man nur ein Gerät aufstellt.

Zum Thema Lüften sei noch auf diesen Beitrag verwiesen, wie unsinnig CO2-Ampeln sind, weil es auch wesentlich einfacher und günstiger geht.

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Eine Antwort zu Warum #Luftreiniger wenig nützen – #Bildungabersicher #Corona #Covid19

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