Große Summe zur Erforschung der negativen Wirkungen von #Feinstaub und #Fluglärm auf die Gesundheit bewilligt

Pressemeldung von Stiftung Mainzer Herz:
Die Stiftung Mainzer Herz fördert ein Forschungsprojekt unter der Leitung von Univ.-Prof. Andreas Daiber, Leiter Labor für molekulare Kardiologie am Zentrum für Kardiologie in Mainz, zu den synergistischen und additiven negativen Effekten von Feinstaub und Fluglärm auf das Herz-Kreislaufsystem mittels moderner Analysemethoden wie „Next Generation Sequencing“.

Die Zuwendung der Stiftung erfolgt in Höhe von 50.000,- €.

Luftverschmutzung ist jährlich in Europa für knapp 800.000 Todesfälle verantwortlich (Lelieveld et al. Eur. Heart J. 2019). Die Auswirkungen von Lärm kosten nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO pro Jahr die westeuropäische Bevölkerung 1.6 Mio gesunde Lebensjahre. Auf dem Gebiet der durch Verkehrslärm verursachten kardio-vaskulären Schäden betreibt die Kardiologie Mainz seit vielen Jahren Spitzenforschung. Lärm kommt selten allein und so ist z.B. Straßen- als auch Fluglärm mit einer deutlichen Zunahme der Luftverschmutzung vergesellschaftet.

Ziel des geförderten Projekts ist es daher, die molekularen, möglicherweise additiven Effekte von Feinstaub und Fluglärm in erster Linie auf unser Herz-Kreislaufsystem aufzuklären. Zu diesem Zweck sollen hier moderne Analyseverfahren zum Einsatz kommen, die in der Lage sind, Veränderungen in unseren Genen, Eiweißen sowie Entzündungsmediatoren zu erfassen. Die Wissenschaftler erhoffen sich von diesen Analysen tiefere Einblicke in die molekularen Mechanismen der negativen Wirkungen von Lärm und/oder Feinstaub auf Herz, Gefäße und Gehirn. In einem weiteren Teilprojekt sollen im Rahmen der Förderung durch die Stiftung Mainzer Herz in „durchsichtigen“ Geweben mittels dreidimensionaler Mikroskopie die schädlichen Vorgänge im Gehirn (und später am Herzen), welche durch Fluglärm ausgelöst wurden, untersucht werden.

Diese Studien werden in Kooperation mit Univ.-Prof. Beat Lutz, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie und wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Institut für Resilienzforschung in Mainz, durchgeführt. Er hat diese bahnbrechende Methode in seiner Arbeitsgruppe etabliert, die es ermöglicht, Organe und die z.B. durch Fluglärm verursachten Veränderungen der Expression von Eiweißen dreidimensional darzustellen. Dadurch können biochemische Veränderungen in gewissen Arealen des Gehirns auch lokal zugeordnet werden, insbesondere in den Bereichen wo die Stressverarbeitung stattfindet.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Mitglied des Vorstands der Stiftung Mainzer Herz kommentiert: „Es gibt wenige wissenschaftliche Stiftungen in Deutschland, die mit so einem hohen Betrag die Spitzenforschung finanziell unterstützt. Wir sind dankbar und stolz, dass in Mainz derartige Strukturen geschaffen werden konnten, die eine punktuell wichtige Anschubfinanzierung zur Bearbeitung besonders relevanter wissenschaftlicher Fragestellungen in den Bereichen Umwelt und Herzerkrankungen erlauben. Wir sind sicher, dass diese Forschungsförderung dazu beiträgt, dass die geplante Initiative für einen Sonderforschungsbereich zu Umweltfaktoren in Mainz dadurch weiter ergänzt und gestärkt wird.“

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