#Antisemitismus auf dem Vormarsch?

Mir wäre ein Welt am liebsten, wo es keinen Hass und keine Gewalt gibt, aber das sind vermutlich Wunschvorstellungen.

Eine Form von Hass und Gewalt ist Antisemitismus. Auch sexuelle Belästigung kann man als eine Form von Gewalt betrachten. Warum ich beides im Zusammenhang setze? Ganz einfach beide haben etwas gemeinsam. In den Medien und von Interessengruppierungen wird hier leider viel vermischt.

Es gibt die ernsthaften Verbrechen, wie etwa Grabschändung, Vergewaltigung, Schläge.

Dann gibt es Dinge, die liegen mehr oder weniger stark in einer Grauzone.

Und schlussendlich gibt es Dinge, die als antisemitisch/belästigend bezeichnet werden, es aber nicht sind.

Zu letzter zähle ich etwa Kritik an der israelischen Siedlungspolitik, welche den Konflikt in der Region nur anheizt und mich immer wieder an die Behauptung: „Unser Volk braucht Raum“, erinnert. Gewalt ist falsch und muss sogar kritisiert werden, dass ist ein wichtiger Teil der Meinungsfreiheit. Egal gegen wen sich diese Gewalt richtet.

Beleidigung ist eine Straftat, genauso wie Volksverhetzung. Hier kann man eigentlich klar abgrenzen.

Dennoch wird Kritik an Israel als antisemitisch bezeichnet, selbst wenn sie es nicht ist. Man könnte auch sagen, es wird als Totschlagargument missbraucht. Etwa durch den Zentralrat der Juden, dadurch wird aber unrechtmäßiges mit rechtmäßigem vermischt. Dies führt zu Unverständnis und so ein Unverständnis kann bei längerer Dauer durchaus zu Antipathie führen. Zudem fällt es immer schwerer zu differenzieren. Und etwas, was man eigentlich als Tabu behalten möchte rückt immer mehr in die Mitte der Gesellschaft. Dies ist auch in Teilen bei der Flüchtlingskrise passiert. Die „political correctness“ ist hier ein Problem, denn es nimmt die Worte um etwas auszudrücken. Auch hier wird eine Diskussion erschwert, weil die unbewusste Angst geweckt wird etwas Falsches zu sagen. Solche Ängste und der Entzug von der Möglichkeit von Artikulation kann Aggressionen wecken. Besonders in einer Welt, wo sich vieles beständig wandelt, braucht es wenigstens kleine Inseln der Beständigkeit. Zu viele Veränderungen an zu vielen Stellen verursachen Angst und damit auch Aggression.

Jedenfalls führt der Missbrauch von Antisemitismusvorwürfen zu mit dazu, dass Hürden abgesenkt werden, da es der Bevölkerung immer schwerer fällt zu unterscheiden. Ein Schwert wird, je häufiger man es nutzt, desto stumpfer, genauso ist es mit dem Antisemitismus-Vorwurf, der auch manchmal daneben geht. Der Mensch stumpft ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies das Ziel ist. Das begünstigt nämlich letztendlich den wirklichen Antisemitismus.

Jüngst kritisierte der Zentralrat der Juden das Urteil in einen unschönen Fall, wo ein israelische Fluggast von der Beförderung ausgeschlossen wurde. Man hätte sich eine „klarere Reaktionen“ gewünscht, aber wie hätte diese Aussehen sollen? Die Presse berichtet und sollte keine Artikel mit Meinungsäußerungen schreiben. So etwas zu fordern entspricht nicht dem Presserecht. Man hätte hier höchstens einen Kommentar des Rates wiedergeben können. Aber war das Urteil wirklich so falsch? In dem Staat gelten halt andere Regeln. Diese sind nicht toll, aber dennoch rechtsverbindlich. Ich weiß nicht, ob der Richter hier hätte anders urteilen können. Es gibt in Deutschland Dinge, die hier verboten sind, aber in anderen Ländern erlaubt sind. Etwa Marihuana. In den Niederlanden legal, aber in Deutschland verboten. Streng genommen dürfte ein Deutscher keinen Coffeeshop betreten bzw. dort Marihuana erwerben. Auch dies ist diskriminierend, aber Landesrecht. Wo soll man die Grenze ziehen? Und ganz sicher gefällt mir auch nicht jedes Urteil, aber so ist es nun einmal, wenn Gerichte Interessen ausgleichen. Zumal es noch weitere Instanzen gibt.

Ich habe manchmal den Eindruck, dass es hier gehörig an Fingerspitzengefühl fehlt und man eigentlich für etwas werben möchte aber durch Überempfindlichkeit die Menschen damit abstumpft bzw. u.U. sogar nervt. Die Argumentation und Differenzierung muss in meinen Augen hier deutlich besser werden. Und neben der Abstumpfung dürfte hier auch eine gewisse Angst sein etwas falsches zu sagen und deswegen ebenfalls mit Vorwürfen konfrontiert zu werden, weshalb man dann lieber gar nichts sagt. Ein weiterer negativer Nebeneffekt des undifferenzierten Gebrauchs von Antisemitismusvorwürfen.

Dazu kommt im Fall von Israel eine Vermischung von Religion, Ethnie und Politik. Die Differenzierung fällt entsprechend schwer.

Im übrigens spreche ich jedem Staat das Recht ab einfach seine Landesgrenzen auszudehen. Es gehört sich schließlich auch nicht, den Grenzverlauf bei einem Grundstück beständig zu erweitern, etwas Teile des Garten, des Nachbarns zu nutzen. Falsch ist Falsch, egal durch wen.

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