Flüssigkeiten an Flughäfen

Immer wieder Frage ich mich, was der Unsinn soll, dass man keine Getränke mit an Flughäfen nehmen darf. Also forschte ich jetzt mal konkreter nach und fragte bei der Bundespolizei nach:

Sehr geehrte Personen,

wenn ich mich Recht entsinne, ist die Bundespolizei, teilweise vertreten
durch private Sicherheitsdienste, für die Sicherheit an Flughäfen
verantwortlich.

Welche Rechtsgrundlage gibt es, welche die Mitnahme von Getränken in
Behältnissen größer als 100 mL untersagt?

Welche Gutachten wurden hier als Grundlage durch Sprengstoffexperten mit
chemischen Hintergrund erstellt?

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

Folgende Antwort bekam ich:

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

sämtliche Informationen hinsichtlich der Mitführung von Flüssigkeiten an Bord eines Luftfahrzeuges können Sie unserer Webseite: http://www.bundespolizei.de/Web/DE/01Sicher-auf-Reisen/01Mit-dem-Flugzeug/03Was-darf-ich-mitnehmen/was-darf-ich-mitnehmen_node.html entnehmen.

Zu Ihrer 1. Frage: Die EU-Verordnung Nr.185/2010 regelt die Mitnahme von Flüssigkeiten.

Zu Ihrer 2. Frage: Ich bitte um Verständnis, dass die Bundespolizei hierzu keine Auskunft erteilen kann.

Die Verordnung erwähnt Flüssigsprengstoffe.

Bei so einer Antwort musste ich natürlich antworten

Sehr geehrte Personen,

erst einmal danke für Mitteilung der Rechtsgrundlage.

Allerdings empfinde ich die Aussage bzgl. Gutachten in Hinblick auf das IFG mehr als bedenklich. Denn der Umstand ob es Gutachten gibt und selbst der Umfang unterliegt nicht der Geheimhaltung. Lediglich der Inhalt selber mag geschützt sein, was ich als Chemiker aber stark bezweifle.

Wobei ich ohnehin davon ausgehe, dass es kein Gutachten gibt, welche eine plausible Begründung für ein Verbot der Mitnahme von Flüssigkeiten liefern, während Feststoffe weiterhin erlaubt bleiben.

Die einzige plausible Begründung für das Verbot der Mitnahme von großen Getränkeflaschen, welche mir einfällt, hat keinerlei terroristischen Hintergrund, sondern rein kommerziellen. Nämlich den Absatz von Getränken in Flughäfen zu erhöhen. Schließlich verdienen Flughäfen einen signifikanten Anteil ihres Gewinns durch die Geschäfte im Flughafen. Bei 2 Euro oder mehr pro Flasche kommen hier gigantische Summen zusammen. Selbst wenn nur jeder zweite Passagier etwas zu trinken kauft.

Mal ganz abgesehen von der Verschwendung durchs Wegwerfen noch brauchbarer Produkte. Dies stellt möglicherweise sogar eine unzulässige Enteignung dar.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

Man rechne bei den 22 Millionen Passagieren des Flughafen Düsseldorf, dass jeder 2 Passagier eine Flasche für 2 Euro holt. Mach einen Umsatz von 22 Million Euro allein durch Getränke. Für mich bleibt also die Frage, ob das Gesetz weniger unserem Schutz, als der Förderung der Flughafengeschäfte dient.

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