Fluglärmhafenerweiterung

Jetzt ist also soweit.

Seit dem vergangenen Mittwoch darf man nun offiziell seine Einwendung einreichen, muss sich vorher aber erst einmal durch ziemlich viel Text quälen. Wobei es natürlich auch anders geht. Einfach meine hier angehängte Einwendung ganz oder in Teil nutzen.

In einer ausführlichen Einwendung analysierte ich das Vorhaben des Flughafens. Dies Schlussfolgerung aus den Unterlagen kann nur lauten, dass es nicht nur keine Grundlage für eine Erweiterung gibt, sondern der gegenwärtige Status sogar verkleinert werden könnte.

Die angeführten wirtschaftlichen Gründe lassen sich schnell widerlegen, wenn man sieht, dass selbst der Flughafen Frankfurt Main gerade mal ein mittelfristiges Wachstum von maximal 3 % erkennt.

Das es sogar zu viele Kapazitäten in Düsseldorf gibt zeigt sich schnell an dem Umstand, dass es noch immer Flugverbindungen nach Frankfurt Main gibt, obwohl man hier mit dem ICE deutlich schneller ist, wenn man die Gesamtzeit für einen Flug damit vergleicht. Es besteht als kein ausreichender wirtschaftlicher Druck unsinnige Verbindungen durch sinnvollere zu ersetzen.

Zudem gibt es eine Leerflugquote von über 25 %, das heißt mehr als jedes vierte Flugzeug fliegt statistisch komplett leer.

In dem Antrag gänzlich unberücksichtigt bleibt der Störfallbetrieb Tanklager Flughafen, der sich mit seinen knapp 10 000 t Kerosin in Explosionsreichweite zum Terminal und dem Skytrain liegt. Gerade wo der Flughafen Düsseldorf so eine katastrophale Historie hat, sollte man meinen, dass im Bereich vom Brand- und Katastrophenschutz sorgfältiger arbeiten würde.

Zum Thema Lärm wird zwar viel geschrieben, allerdings bleiben die Rechte von Menschen mit Behinderung gänzlich unberücksichtigt. Dem Autismusspektrum zuzuordnende Behinderungen gehen auch mit fehlender oder eingeschränkter Reizfilterung einher. Da dieser Umstand in den Lärmgutachten nicht berücksichtigt wurden, werden die Rechte von Menschen mit Behinderung massiv verletzt.

Die angeblich entstehenden Arbeitsplätze sind zudem nur Verlagerungen von anderen Flugplätzen. Dies geht aus den Antragsunterlagen des Flughafens sogar explizit hervor.

Die immer wieder vom Flughafen angeführten lärmabhängigen Landeentgelte sind ein Witz im Vergleich mit anderen Flughäfen, wie etwa die in Berlin oder sogar Köln/Bonn. Eine steuernde Wirkung wird hier nicht entfaltet. Zudem scheint mit den ‚versprochenen‘ zwei Millionen auch nur ein Teil der lärmabhängigen Landeentgelte in den Lärmschutz der Bevölkerung investiert zu werden. Was mit dem Rest passiert ist unbekannt.

Extrem vage bleibt der Flughafen, wann diese ominösen Spitzenzeiten sein sollen. Anscheinend ist hier alles möglich. Und wie ich belegen kann, kreisen einige Maschinen morgens bereits vor 6 Uhr in der Umgebung, weil sie anscheinend zu früh gestartet sind.

Noch bis zum 08.07.2016 können Einwendungen gegen das Vorhaben des Düsseldorfer Flughafens eingereicht werden.

Jeder der bereits eine Einwendung einreichte, darf diese natürlich auch ergänzen. Es gibt kein Gesetz, was einem die Möglichkeit nimmt weitere Erkenntnisse innerhalb der Frist nachzureichen.

Die Verbreitung der angehängten Einwendung ist freigestellt.

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Eine Antwort zu Fluglärmhafenerweiterung

  1. Sigrid Jülich schreibt:

    Klasse, ganz meiner Meinung

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