Duin zu Speichertechnologien

Kann mich dem zwar nicht anschließen, dass kurzfristig keine Speichertechnologien gebraucht werden, aber zumindest tut sich was. Der erste Teil dürfte wohl eher auf die Kohleförderung bezogen sein. Denn meiner Ansicht nach besteht jetzt bereits ein Speicherbedarf, um eben nicht auf Kraftwerke angewiesen zu sein, welche im ‚Leerlauf‘ mitlaufen.

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

das von Ihnen aufgegriffene Thema der Energiespeicherung steht bei
der nordrhein-westfälischen Landesregierung selbstverständlich im
Fokus.

Derzeit ist davon auszugehen, dass kurz- bis mittelfristig keine
Notwendigkeit von Stromspeichern für das Stromsystem bestehen wird.
Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Speicherinfrastruktur
über andere Märkte (Elektromobilität, Hausspeicher, chemische
Industrie zur Stoffherstellung u. ä.) in voraussichtlich bedeutendem
Umfang entstehen wird, welche dann auch Rückwirkungen auf das
Stromsystem haben kann.

Erst auf lange Sicht ergibt sich Bedarf für Speicher aus vermehrten
Flexibilitätsanforderungen und gesicherter Leistung im Sinne von Ver-
sorgungssicherheit. Bei sehr hohen Anteilen an erneuerbaren Energien
ergibt sich mehr Bedarf an Langfristspeichern (z.B. bei Windflauten von
mehreren Tagen oder Wochen). Darüber hinaus ist in Zeiten geringer
Residuallast mit signifikanten Stromüberschüssen zu rechnen, die
ebenfalls eingespeichert werden könnten.

Sinnvoller als eine Einzelbetrachtung der Märkte scheint daher eine
ganzheitliche Betrachtung des Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarktes.
Eine offensive Strategie zur raschen Einbindung von dezentralen
Stromspeichern (Redox-Flow~Batterien, Power-to~Gas- oder Power-to-
Heat-Technologien), insbesondere auf der Verteilnetzebene, könnte im
Verbund betrachtet, den Ausbau der (Verteil-)Netze minimieren. So
könnten Synergie- und Kosteneffekte, die sich aus der verstärkten
Nutzung verschiedener Speichertechnologien ergeben, hinreichend
berücksichtigt werden.

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen wird im Rahmen der
Förderung des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)
auch Energiespeicherprojekte unterstützen und setzt hier Landesmittel
zur Förderung eins Ich weise hier insbesondere auf den
Leitmarktwettbewerb EnergieUmweIt-wirtschaft.NRW hin. Die
Förderperiode begann 2014 und endet 2020. Weitere Informationen
erhalten Sie unter www.efre.nrw.de.

Auch mit der Energiespeicherinitiative der Bundesregierung werden
ebenfalls Projektvorschläge gebündelt, um die Fördermaßnahmen
breiter und effektiver zu gestalten sowie Synergieeffekte zwischen
einzelnen Projekten zu verstärken. An diesem Förderprogramm sind
auch nordrhein-Westfälische Projekte in erheblichem Umfang beteiligt.
Ich hoffe, Ihnen mit diesem kurzen Überblick Ihre Frage beantwortet zu
haben. Anderenfalls stehen Ihnen die Fachleute meines Hauses gerne
zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Garrelt Duin

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