Lufthansa ‚verweigert‘ Auskunft über Messstelle(n)

Aufgrund einer PM schrieb ich der Lufthansa, was sich schon extrem schwierig gestaltete, weil die Lufthansa sich offensichtlich einer öffentlichen Diskussion mit Lärmbelasteten nicht stellen will.

In der PM wurde behauptet, dass angeblich 70 000 Starts bzgl. der Belastung vermessen wurden. Allerdings interessant ist, dass nichts darüber gesagt wird, wie die Messung stattfand, was selbstverständlich ziemlich suspekt ist.

Darum meine nachfolgende Email geschickt am 29.01.2015:

Guten Tag,

wie ich erfuhr wollen sie zukünftig noch mehr Lärm bei Starts machen durch ein neues Verfahren. In einer Pressemeldungen erläutern sie dies oberflächlich, vergessen aber vollkommen zu sagen, an wie vielen Stellen und in welchen Bereichen gemessen wurde. Sollte nur an wenigen Punkten und in geringem Abstand gemessen worden sein, so wären die Messungen zumindest fragwürdig.

Das sie nun dieses Verfahren auch in Düsseldorf nutzen wollen ist nicht akzeptabel. Für mich ein Ausschluss für die Nutzung von Lufthansa.

Daneben möchte ich noch anmerken, dass sie keine Kontaktmöglichkeit per Email anbieten auch nicht per Kontaktformular für eine einfach Beschwerde jedenfalls nicht ohne vollkommen unnötige Daten zu verlangen.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

Folgende Antwort erhielt ich am 23.02.2015:

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 1. Februar.

Wir bedauern, dass wir Ihre Anfrage bezüglich der Startverfahren erst jetzt beantworten. Leider war es uns jedoch aufgrund eines außergewöhnlich hohen Posteingangs nicht möglich, Ihnen zeitnah zu antworten.

Schon heute bedanken wir uns bei Ihnen dafür, dass Sie mit dieser Information auf uns zugekommen sind. Rückmeldungen, Ideen und Vorschläge unserer Fluggäste sind für Lufthansa sehr wertvoll und inspirieren uns zu stetigen Verbesserungen.

Für Lufthansa steht die Sicherheit der Passagiere stets an erster Stelle. Darüber hinaus widmen wir uns in regelmäßigen Abständen der Überprüfung aller Prozesse, um uns stetig weiter zu entwickeln und den Anforderungen unserer Kunden und des sich ebenfalls ständig verändernden Marktes gerecht zu werden.
Dazu gehört selbstverständlich auch die Berücksichtigung aller ökonomischen und ökologischen Faktoren. Bei einem so hohen Flugaufkommen weltweit wird unsere Umwelt durch ein hohes CO2-Aufkommen stark belastet. Dem versuchen wir durch ein sparsames Startverfahren entgegen zu wirken. Natürlich achten wir hierbei auch darauf, dass es keine zusätzliche Lärmbelästigung für Anwohner geben wird.
Diesbezüglich werden modernste Messtechniken bezüglich der Lautstärke bei Start- und Landeverfahren angewandt und stets von Fachleuten kontrolliert.

Bei dem Startverfahren geht es darum, das Fahrwerk früher einzufahren, um einen geringeren Luftwiderstand zu haben. Dadurch sinkt der Spritverbrauch und die CO2 Emissionen, was zu einer spürbaren Entlastung der Umwelt führt. Die Lärmentwicklung im Vergleich zu herkömmlichen Starts wurde bei über 70 000 Starts getestet. Dabei sind unter Berufung auf das Frankfurter Forum Flughafen und Region keine zusätzlichen Lärmbelastungen festgestellt worden.

Es tut uns leid, dass diese Neuerung Sie verärgert hat und wir können nur hoffen, dass unsere Erklärung bezüglich Ihrer Anfrage mehr Klarheit gebracht hat und Sie unserer Sicht der Dinge teilen können. Wir würden uns freuen, wenn Sie weiterhin gern mit Lufthansa reisen.

Wir sind an Ihrer Meinung zu unserer Feedbackbearbeitung sehr interessiert und würden uns freuen, wenn Sie uns diese in einer kurzen Befragung unter dem folgenden Link mitteilen würden.

Offensichtlich war ich ein wenig zu subtil, deswegen in meiner Mail vom 24.02.2015 wesentlich direkter

Guten Tag,

wenn ich mich recht entsinne wollte ich auch wissen, wo die Messstellen waren, denn dies hat einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität der Messergebnisse.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

Daraufhin bekam ich am 0.0.2015 nachfolgende Antwort:

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

vielen Dank für Ihre Antwort vom 24. Februar.

Wir bedauern sehr, dass unsere E-Mail vom 23. Februar nicht Ihren Erwartungen entsprochen hat.

Ihren Wunsch nach weiteren Antworten bezüglich der Messwerte und Messstellen können wir verstehen. Jedoch ist Customer Relations leider der falsche Ansprechpartner hierfür. Wir sind hauptsächlich für Anfragen unserer Kunden nach Ihrer Reise zuständig. Aus diesem Grund möchten wir Sie höflichst um Verständnis bitten, dass wir keine Informationen zu den Messwerten und Messstellen am Flughäfen haben. Für spezielle Fragen wenden Sie sich bitte an http://www.forum-flughafen-region.de oder direkt an den Flughafen.

Es tut uns leid, dass wir Ihnen keine genaueren Erklärungen diesbezüglich geben können und danken für Ihr Verständnis.

Also in einer Pressemeldung die große Messserie über allen Klee loben, aber gar nicht den Hintergrund haben, um die Messqualität zu beurteilen finde ich bezeichnend.

Zumal es doch eine Abteilung bei der Lufthansa geben müsste die sich mit so etwas auskennt. Seltsam, seltsam.

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