Arzneimittelrückstände auf dem Acker

Über die Gülleverklappung auf Äckern schrieb ich schon häufiger, allerdings war mir ein weiterer damit einhergehender Umstand bisher nicht so bewusst. In der Gülle sind natürlich auch die ganzen Medikamente, welche die Tiere wieder ausgeschieden haben, sowie Metabolite. Wenn diese Gülle nun auf den Äckern verklappt wird, gelangen diese Stoffe natürlich auch dorthin. Die Antibiotika und Antiparasitika, wirken natürlich auch auf die Bodenlebewesen und beeinflussen die Zusammensetzung. So kann sich der Abbau des Tierdungs verlangsamen (Umweltchemie und Ökotoxikologie, GDCh, 2).

Die Medikamente können natürlich auch ins Grundwasser und darüber wieder ins Trinkwasser gelangen. Die Gefahr durch die Nitrate kann dagegen eher als gering angesehen werden. Die Kosten dürften jene für billige Lebensmittel bei weitem überwiegen. Im Endeffekt zahlt der Verbraucher drauf, auch wenn er es nicht direkt sieht.

Alles in allem muss die Verklappung von Gülle auf Äckern endlich radikal eingedämmt werden. Gülle ist kein Dünger, sondern Sondermüll, der auch entsprechend entsorgt bzw. aufbereitet werden muss. Ansonsten wird die als ein Faktor des Anthropozäns zugleich auch für den Untergang der Menschheit sorgen.

Dazu auch interessant:
UBA-Texte 27/2014: Antibiotika und Antiparasitika im Grundwasser unter Standorten mit hoher Viehbesatzdichte
Hintergrundpapier des UBA: Arzneimittel in der Umwelt – vermeiden, reduzieren, überwachen

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