GNS Teil 10. Deponien und andere Entsorgung

In einem Vortrag von Kerstin Ciesla (BUND) über die GNS wurden mehrere Stellen genannt, an welche die „gereinigten“ und freigemessenen Stoffe (z.B.: Bauschutt) geschickt wird. Belegbare Hinweise im Netz sind leider überaus rar.

Bei der im Vortrag erwähnten Sonderabfalldeponie in Dormagen handelt es sich wohl um die Deponie Currenta. Laut der Drucksache 16/3703 (Niedersächsischer Landtag) [PDF] aus 2011 wurden an diese Deponie 30 Tonnen freigemessene nicht näher Abfallstoffe geschickt, womit diese Deponie wohl auf jene ist, bei welcher die GNS entsorgt.
In selbiger Drucksache werden neben der schon bekannten Firma Siempelkamp als Abnehmer für Eisen- und Stahlschrott auch die Krefelder Firma Container Company genannt. Daneben sind weitere Firmen aus anderen Regionen genannt.

Das Gelände gehört laut einem Urteil (BVerwG 7 C 50.07) aus dem Jahre 2008 der Firma Bayer. Die Deponie nimmt nach Aussage von Currenta eine Fläche von 24,5 ha in Dormagen-Rheinfeld ein, bei einer Kapazität von 5,83 Mio. m³. An anderen Stellen sind Angaben bis 33 ha zu lesen. Die Inbetriebnahme fand 1976 statt. Daneben soll es noch Deponien in Leverkusen und Krefeld-Uerdingen geben.

An anderer Stelle findet sich der Hinweis, dass es sich um eine Deponie der Klasse III handelnd dürfte, hier wurde die Bezeichnung „Sonderabfalldeponie „Dormagen-Rheinfeld“, Bayer Industry Service GmbH“ verwendet. Eine weitere Deponie der Klasse III, die Ebenfalls aufgeführt wurde, war jene in Duisburg-Homberg (Werksdeponie „Halde III“, Sachtleben Chemie GmbH).
Heute soll ein Teil der Fläche bereits ein blühendes Biotop sein, wo es gefährdete Arten geben soll. Ein wenig versteckt in einem Artikel zu diesem Thema findet sich auch der Hinweis, dass dort auch belasteter Bauschutt von anderswo eingelagert würde. Natürlich wird nicht explizit der freigemessene AKW-Schrott erwähnt.

Zu einer Deponie im Bereich Höxter im Zusammenhang mit Atommüll finden sich kein bzw. nur sehr wenig Indizien. Bei der Recherche stößt man auf das nicht mehr in Betrieb befindliche Kernkraftwerk Würgassen im Kreis Höxter. Dort werden zwar laut Wiki auch Abfälle gelagert, allerdings ist keine dauerhafte Lagerungs vorgesehen. Als Ziele werden neben der GNS und Siempelkamp auch die Forschungszentren Jülich und Karlsruhe genannt. Ansonsten scheint dort nichts zu sein.

Ebenfalls im Vortrag erwähnt wurde die Sonderabfallverbrennungsanlage Leverkusen-Bürrig erwähnt, in deren Nähe auch die Sonderabfalldeponie „Leverkusen-Bürrig“ liegt. Betreiber scheint in beiden Fällen die Currenta GmbH & Co. zu sein, die der Firma Bayer zuzuordnen ist. Nach eigenen Angaben wandern nicht weiter verwendbare Stoffe der Verbrennungsanlage auf die Sonderabfalldeponie.

Direkte Hinweise auf die Verbrennung von Abfällen der GNS sind keine zu erkennen, möglicherweise aus Sorge vor Anwohnerprotesten. Welche es auch schon mal gab, als Hexachlorbenzol (HCB) der Firma Orica im Werk verbrannt werden sollte, ebenso wie beim Ausbau der Anlage.

Strahlende Abfälle werden durch Verbrennung jedenfalls nicht vernichtet. Selbst bei freigemessenen Gegenständen ist immer noch mit einer Restmenge radioaktiver Substanz zu rechnen. Beim Verbrennen wird diese Restmengen u.U. sogar gefährlicher, weil sie in Form von Stäuben freigesetzt werden kann. Chemikalien dagegen können bei der richtigen Prozessführung nahezu vollständig vernichtet werden.

Ältere Teile:
GNS Teil 1. – Was ist die GNS und was macht sie
GNS Teil 2. – Historische Entwicklung
GNS Teil 3. – Gefahren
GNS Teil 4. – Offene Fragen
GNS Teil 5. – Ausblick
GNS Teil 6. – DS 3578/7 (1987)
GNS Teil 7. – Transporte in Deutschland
GNS Teil 8. Transporte von und nach Duisburg
GNS Teil 9. Siempelkamp Nukleartechnik GmbH

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14 Antworten zu GNS Teil 10. Deponien und andere Entsorgung

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