Ewigkeitskosten für Atommüll

Heute soll das umstrittene „Endlagergesetz“ mit den Stimmen von SPD, Grüne, CDU/CSU und natürlich FDP verabschiedet werden. Anscheinend hat man sich zumindest den Einwand halbwegs zu Herzen genommen, dass weniger Politik in der Kommission sein soll und die Anzahl auf 16 Experten erhöht und den Politikern das Stimmrecht entzogen.

Beim Thema Endlager muss ich nicht nur an den Prozess der Findung denken, sondern auch an die zukünftigen Kosten. In Anbetracht, dass man von einer Laufzeit der Lager von einer Millionen Jahre ausgeht kommt sicherlich einige Kosten zusammen. Schon vor längerer Zeit hatte ich mich erkundigt wer eigentlich diese Ewigkeitskosten für den Atommüll trägt.

Die erste Antwort war nicht so aufschlussreich, wer nun für die Ewigkeitskosten zahlt:

…entsprechend dem Verursacherprinzip sind die Erzeuger bzw. Ablieferer radioaktiver Abfälle, z.B. Kernkraftwerksbetreiber, gesetzlich verpflichtet, die gegenwärtigen und zukünftigen Kosten für die Endlagerung (Errichtungs- und Betriebskosten) einschließlich der Kosten der späteren Stilllegung der Endlager zu tragen (§§ 21a, 21b AtG i. V. m. der Endlagervorausleistungsverordnung – Endlager VIV).
Durch eine Langzeitsicherheitsanalyse ist die Wirksamkeit und langzeitige Integrität des Endlager-Barriere-Systems und dabei vor allem der geologischen Barrieren gegen die Ausbreitung von Schadstoffen aus dem Endlager nachzuweisen. Im Rahmen dieses Langzeitsicherheitsnachweises sind alle Vorgänge zu betrachten, durch die nach Betrieb, Stilllegung und Verschließen über einen sehr langen Zeitraum in einer Größenordnung von 1 Million Jahren aus dem Endlager Schadstoffe durch die Geosphäre in die Biosphäre gelangen können.

Deshalb fragte ich noch einmal nach und bekam nun folgende Antwort:

…das bislang gültige Konzept sieht die wartungsfreie und von aktiven Maßnahmen freie Endlagerung vor. Der Bund ist für die Errichtung solcher Endlager zuständig, insofern werden keine Maßnahmen zur Sicherung langfristiger Folgekosten eingeplant.
Die von Ihnen angesprochenen sogenannten Ewigkeitskosten fallen insbesondere für die weiterhin notwendige Wasserhaltung im Nachgang zum Kohlebergbau an. Für die Endlagerung im tiefen geologischen Untergrund kommen nur sehr trockene und dichte Gesteinsformationen in Frage, für die eine solche Wasserhaltung nicht notwendig ist.

Warum musste ich beim letzten Abschnitt bloß an die Asse denken.

Fazit ist jedenfalls, falls Folgekosten auftreten, wird wohl die Allgemeinheit diese tragen müssen und nicht die verursachenden privatwirtschaftlichen Kraftwerksbetreiber.

Wie es scheint soll deutscher Atommüll nun ins Ausland abgeschoben werden. Die Bundesregierung scheint sich hier einer Verantwortung entledigen zu wollen und gefährdet dabei u.U. Menschenleben. Ausgestrahlt möchte derartige Tricksereien unterbinden und hat dazu eine Unterschriftenkampagne gestartet.

Am 14.09.13 gibt es übrigens eine Demo zum Ortsansässigen Atomprofiteur GNS.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Umweltschutz abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s