#Duisburg: Völlig planloser Hitzeaktionsplan – wozu eigentlich?

Mit DS 26-0876 „Erstellung einer Hitzeaktionsplanung für die Stadt Duisburg; hier: Mitteilung über die Bildung von Arbeitstrukturen und Maßnahmen zur Minderung hitzebedingter Gesundheitsrisiken“ täuscht die Stadt Duisburg vor etwas zu tun. Wobei die Stadt schon etwas tut, nur halt nicht weder das Notwendige, noch das Sinnvolle:
1. Grünschutzsatzung und weg mit versiegelten Vorgärten
2. KFZ-Reduzierung, denn KFZ heizen auf.
3. Versickerungspflicht
4. Öffentliche Zisternen
5. Baumscheiben, die Regenwasser einfangen
6. Wasserentnahmen durch die Wirtschaft unterbinden
7. Sicherung von Trinkwasserbrunnen gegen Verschmutzer, wie PFAS mutmaßlich vom Flughafen Düsseldorf
8. Baugenehmigungen auf dem Klima- und Hitzeprüfstand u. a. in Hinblick auf Fischluftschneisen und Materialien.
9. A59 unter die Erde, damit oberirdisch Frischluft kühlen kann.
10. Bildungseinrichtung für Hitzeschutz ertüchtigen (siehe PM unten)

Ganz Duisburg müsste auf Kühlung optimiert werden statt immer neuer Flächenversiegelung und von Bauvorhaben.

Man hat den Eindruck, da hat jemand ein paar Sachen zusammengeschrieben, welche der Sache nicht einmal annähern gerecht werden. Und je länger man wartet, desto schwieriger wird es. Die notwendige Transformation wird nicht angegangen, was Menschenleben kostet.

Ist das Versagen von Politik und Verwaltung nur fahrlässige Tötung oder schon Mord?

KFZ speichern Hitze im Boden über Nacht und heizen so Städte auf.
Wärmebild: KFZ auf Parkplätzen mit deutlich erkennbarer Hitze darunter.

PM von Scientists for Future (Fachgruppe Schule) und Teachers for Future

Hitzeschutz muss verbindlicher Bestandteil von Neubau, Sanierung und Instandhaltung von Schulen werden.

Scientists for Future (Fachgruppe Schule) und Teachers for Future fordern die Landesregierungen, Bildungsministerien, Schulträger und Schulleitungen auf, gemeinsam dafür zu sorgen, dass Kinder, Jugendliche auch während künftiger Hitzewellen sicher lernen und Beschäftigte betreuen, lehren und arbeiten können.

Extreme Hitze ist in Deutschland und Europa längst keine abstrakte Zukunftsgefahr mehr. Der fast zwei Monate andauernde Hitzesommer mit sechs aufeinander folgenden Hitzewellen 2026 mit Temperaturen von bis zu 41 °C hat die gesundheitlichen und infrastrukturellen Belastungen deutlich sichtbar gemacht. Damit markiert der Sommer 2026 einen traurigen Höhepunkt nach den Hitze- und Dürresommern der Jahre 2018, 2019 und 2022 und übertrifft noch den „Jahrhundertsommer“ 2003.

Trotz dieser vorangegangenen Weckrufe zeigt sich 2026, dass Klimaanpassungsprogramme nur sehr schleppend umgesetzt werden, es einen Förderstopp für das Programm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ gibt und z. B. in Hessen das Klimaschutzgesetz so abgeschwächt werden soll, dass es
den anstehenden Herausforderungen keineswegs Rechnung trägt.

Zwar wird von vielen Seiten bekundet, dass insbesondere soziale Einrichtungen und vulnerable Bevölkerungsgruppen vor zunehmenden Hitzeperioden geschützt werden müssen. Hierbei liegt aber der Fokus häufig auf der älteren Bevölkerung, Kinder werden deutlich weniger gesehen. Dabei sind gerade jüngere Kinder und Teenager besonders durch die Folgen der Hitze gefährdet.

Schulen sind dabei besonders relevant: Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihres Tages in Bildungseinrichtungen; durch den Ausbau der Ganztagsschule verlängert sich die Aufenthaltsdauer zusätzlich. Gleichzeitig weisen viele Schulgebäude bauliche und technische Defizite beim sommerlichen Wärmeschutz auf. Sogar bei Neubauten und aktuellen Renovierungen werden Klimaanlagen nicht eingebaut und Hitzeschutz nur unzureichend umgesetzt. So liegen z. B. laut dem aktuellen Magistratsbericht zum geplanten Hitzeschutzkonzept für Schulen und Kitas für Frankfurter Schulen derzeit 70 Beschwerden wegen überhitzter Räume aus den vergangenen Jahren vor; besonders häufig betroffen sind obere Geschosse. Als Ursachen werden unter anderem fehlende Verschattung, große Fensterflächen, unzureichende Dachdämmung und Probleme bei der Nachtlüftung genannt.

Damit ist Hitzeschutz nicht nur eine Frage des Komforts. Er ist Bestandteil von Kinderschutz, Gesundheitsschutz, Arbeitsschutz, Bildungs- und Chancengerechtigkeit sowie der Aufrechterhaltung des Bildungs- und Betreuungsbetriebs. „Damit ist er eine wichtige Investition in die jüngste Generation und damit in unser aller Zukunft“ bekräftigt Brigitte Suchanek von Scientists for Future.

Scientists for Future (Fachgruppe Schule) und Teachers for Future fordern die Landesregierungen, Bildungsministerien, Schulträger und Schulleitungen auf, Hitzeaktionspläne für alle Einrichtungen zu entwickeln, sowohl für kurzfristig umsetzbare als auch für langfristige nachhaltige Investitionen in die Gebäudeinfrastruktur. Dazu zählen insbesondere verbesserter Sonnenschutz, sowohl an der Gebäudefassade, als auch im Außengelände, eine ausreichende Kühlung der Innenräume möglichst unter 26 °C und die Sicherstellung einer ausreichenden Trinkwasserversorgung. Bei Raumtemperaturen ab 30 °C sollten Unterrichtszeiten angepasst werden („Hitzefrei“). Ansonsten ist für Schulen, wie für die ganze Gemeinde, eine Umgebung anzustreben, die wenig Hitze abgibt und Wasser zurückhält.

Fazit
Hitzeschutz ist Kinderschutz. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Hitzeschutz ist Bildungsschutz.

Die Erfahrungen des Sommers 2026 zeigen, dass die Frage nicht mehr lautet, ob Bildungseinrichtungen sich auf zunehmende Hitze vorbereiten müssen, sondern wie schnell dies gelingt.

Wir betonen ausdrücklich, dass diese Anpassungsmaßnahmen auf Dauer unzureichend sind, wenn vorbeugender Klimaschutz nicht wieder Priorität im Regierungshandeln erhält. Dazu gehört:
• Konsequente Weiterführung der Energiewende
• Förderung erneuerbarer Energien und der E-Mobilität
• Durchführung von Renaturierungsmaßnahmen als vorbeugenden Klimaschutz

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