#Duisburg: Befragung 2025 – #Statistik #Manipulation #Grundsteuer

In Drucksache 25-0564 geht es um die Bevölkerungsbefragung 2025. Laut der Drucksache sollen von 25000 nur 6835 Personen mit ihren Antworten berücksichtigt worden sein. Wobei die Formulierung seltsam ist. Als hätte man welche, deren Antworten nicht passten ausgeschlossen. Angeblich soll dies repräsentativ sein, was nicht schlüssig ist. Wenn nur 1/4 antwortet, hat das sicherlich einen Grund.

Daraus zu schließen, dass 2/3 gerne in Duisburg leben finde ich gewagt.

In dem Bericht sind manipulierende Formulierungen:
„Friedliches Zusammenleben wird von fast allen Befragten (97,3 %) als „(sehr) wichtig“ eingestuft, während Gleichstellung der Geschlechter von 16,6 % als unwichtig bewertet wird.“

In Hinblick auf die Gleichstellung der Geschlechter das negativ zu betonen, obwohl 83,4 % dafür sein dürften, finde ich schon als extrem manipulierend. Man stelle sich den Satz mal umgedreht vor. 2,7 % sind gegen ein friedliches Zusammenleben und 83,4 % Gleichstellung. Wirkt doch schon ganz anders oder?

Klassische Manipulation mit Statistik.

„Nachhaltige Mobilität und Engagement werden seltener umgesetzt.“
=> Das liegt wohl auch daran, dass die Stadt Duisburg Autoverkehr massiv subventioniert.

Nur etwa 1/5 sind mit dem Radwegenetz zufrieden, sehr zufrieden ist quasi niemand. Das einzige, was noch schlechter abschneidet ist das Gebäude und Straßenbild, was auch immer das sein soll.

Schäden im Straßenraum liegt auf Platz 3 der Probleme und mangelhafte Sauberkeit auf Platz 4. Hauptursache für Schäden sind zu viele KFZ, teilweise auch durch Fehlverhalten und mangelhafte Finanzierung. Statt aber Parkgebühren zu nehmen, erhöht man lieber die Grundsteuer. Auch gibt es Kritik an Baustellen.

Knapp 22 % halten den Nahverkehr für schlecht, wenn man bedenkt, dass die meisten in Duisburg mit dem Auto fahren, dürfte die Schnittmenge zwischen jenen, die ÖPNV nutzen und jenen, die hier den ÖPNV als schlecht bewerten, vermutlich bei über 90 % liegen. Leider sehe ich hier keine Auswertung in Hinblick auf diese Zusammenhänge.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit nutzen nur etwa 35 % ÖPNV und Fahrrad (fast) immer. Das heißt hier wäre noch viel Spielraum nach oben.

Etwa 21 % sind dafür mehr Geld bei Parkmöglichkeiten einzusparen. Für eine Autostadt wie Duisburg, finde ich das schon sehr viel. Für den Ausbau des Fahrradwegenetzes will etwa 55 % sogar mehr Geld ausgeben, was auch dringend notwendig wäre. Zumal die Stadt Duisburg nur sehr wenig für Radverkehr ausgibt.

Dass die Umfrage nicht repräsentativ ist, erkennt man sehr deutlich an dem Punkt, dass 87,4 % der Antwortenden angaben gewählt zu haben. Das heißt ein Großteil, der sich bei der Befragung beteiligt hat, hat auch gewählt, sodass wesentliche Bereiche der Bevölkerung hier offensichtlich nicht erfasst wurden. Von denen, welche nicht gewählt haben waren fast 1/4 enttäuscht von der Politik. Ob SPD und CarDU dies auch analysieren? Auch, dass junge Menschen weniger als der Anteil an der Bevölkerung ist, teilgenommen haben, zeigt deutlich, dass das Ergebnis nicht repräsentativ ist. Eigentlich müsste man hier mit einer Gewichtung die Über- und Unterrepräsentanz korrigieren. Die Relevanz von Themen könnte sich hierdurch deutlich verschieben. Aber natürlich macht man dies nicht.

Bei Abbildung 33 (Bildung) hat man gar eine Grafik, bei der die Legende falsch ist.

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