#Duisburg: Unheilige Allianz von #Autopolizei und #Autopresse – #Automorde #NRZ #Motonormativity #Fahrrad

Wenn mich etwas ankotzt, dann sind das die kleinen Unfallartikel in der NRZ, die meisten schon mit einer falschen Überschrift anfangen. Am Freitag stand wieder so ein Artikel in der NRZ.

Der Titel war:
Transporter fährt Radfahrer (29) an

Man fragt sich da immer ob die Leute bei der Zeitung, überhaupt mal Deutsch gelernt haben. Bekanntlich kann ein Objekt nicht handeln. Zumal im Artikel klar wird, dass eine Transporterfahrerin mutmaßlich die Täterin war. Bei der Überschrift fragt man sich weiterhin, warum das Alter des Radfahrers von besonderer Relevanz sein sollte. Und hier kommt ins Spiel, dass die Presse unreflektiert allen Mist glaubt, den die Polizei als Pressemeldung einstellt. Die Pressemeldung habe ich unten angehangen. Mit den Angaben kann man sich die Stelle in Googlestreetview anschauen. Der Radfahrer war tagsüber auf einer Vorfahrtstraße unterwegs. Dieser Punkt wird allerdings weder in der PM noch im Artikel erwähnt. Man hat dies wohl „übersehen“, was ja eine beliebte Ausrede ist um das Verletzen durch Autofahrende zu verharmlosen. Oder war es „nur“ Inkompetenz bei der Polizei den wesentlich Punkt wegzulassen, dass der Radfahrer Vorfahrt hatte? Und der Zusatz, dass das Verkehrskommissariat erst noch ermitteln müsse ist doch pures Geschwaffel. Wie auch immer, die Pressemeldung gibt die Fakten falsch wieder bzw. lässt wesentliche Informationen weg.

Man kann froh sein, dass der Radfahrer nur leicht verletzt wurde und nicht noch ein Automord mehr aufgenommen werden musste.

Update, der Text wurde nach einem Hinweis angepasst.

Pressemeldung der Autopolizei Duisburg im Volltext
28. November 2024 | 10:51
Bergheim: Transporter und Fahrrad kollidieren – eine Person leicht verletzt
Einsatzkräfte der Polizei Duisburg nahmen am Mittwochnachmittag (27. November, 16:30 Uhr) einen Verkehrsunfall im Einmündungsbereich der Schauenstraße Ecke Geitlingstraße auf.

Eine 55-jährige Sprinterfahrerin befuhr die Geitlingstraße und beabsichtigte, auf die Schauenstraße einzubiegen. Zeitgleich querte ein 29-jähriger Fahrradfahrer die Schauenstraße in Richtung Hochstraße. Dann soll es zu einer Kollision gekommen sein, infolgedessen sich der Zweiradfahrer leicht verletzte. Für die Dauer der Unfallaufnahme sperrte die Polizei den Einmündungsbereich.

Wie es genau zum Unfall gekommen ist, ermittelt nun das Verkehrskommissariat 21.

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11 Responses to #Duisburg: Unheilige Allianz von #Autopolizei und #Autopresse – #Automorde #NRZ #Motonormativity #Fahrrad

  1. Michael F. Brack sagt:

    Und die Politik verkennt, dass sie solche Unfälle durch getrennte Ampelschaltungen und aufgeklebte Elemente, dass die Autofahrenden an umbeampelteten immer im 90 Grad Winkel Radfahren müssen, verhindern könnte.

  2. Michael F. Brack sagt:

    Deshalb auch mein Vorschlag für unbeampelte Kreuzungen / Einmündungen.

  3. Michael F. Brack sagt:

    Ok, falsch geschrieben, aber vom Zusammenhang kann man doch den Vorschlag für unbeampelte erkennen oder nicht. Dann nochmal: An unbeampelte Kreuzungen / Einmündungen aufgeklebte Elemente, dass die Autofahrenden immer im 90 Grad Winkel auf Radfahrende und zu Fuß gehende zufahren. Deutlich genug? Und da die Autofahrenden das Unachtsamkeitssyndrom haben, muss man sie schon zwingen, durch sichere Infrastruktur.

    • ulrics sagt:

      Ach so hast du das gemeint, keine Ahnung ob das funktioniert. Ich wäre ja dafür, dass man nach einem Unfall das Handy einkassiert und auswertet. Das dürfte mehr „Strafe“ sein als alles andere und die Achtsamkeit deutlich erhöhen. Denn wer Angst, dass das Handy weg ist, der wird wohl eher nicht am Steuer damit spielen.

  4. Michael F. Brack sagt:

    Wo steht denn, dass der Fahrer mit dem Handy gespielt hat und aus eigener Erfahrung, da meine Daten alle gesichert sind, hole ich mir einfach ein neues Handy. Das bringt gar nix. Die Infrastruktur muss verbessert werden. Das solltest du als ADFC-Miglied doch wissen. Auf die Menschen und deren Einsicht darf man nicht bauen. Die Infrastruktur muss so sicher sein, dass sowohl fehlende Einsicht wie das Unachtsamkeitssyndrom keine Rolle mehr spielen.

    • ulrics sagt:

      Von Handy steht nicht bei der Polizei und selbst bei „Übersehen“-„Unfällen“ steht nicht etwas von Sehtest. Genau das habe ich ja bemängelt.
      Selbst wenn das Handy gesichert ist, ist es Aufwand und Kosten, wenn man sich ein neues Handy holt.
      Als ADFC-Mitglied und Sicherheitsingenieur des Arbeitsschutzes sehe ich das anders. Die Infrastruktur muss nur da angepasst werden, wo es nicht anders geht, die primäre Gefahrenquelle sind KFZ mit Personen am Steuern, die sich nicht an Regeln halten. Dies liegt an mangelnder Rechtsdurchsetzung.
      Man kann keine Infrastruktur bauen, die jegliches Fehlverhalten verhindert. Man kann hier mindern, aber nur zu einem gewissen Grad. Nicht ohne Grund habe ich das Buch Verkehrsgefährdungsbeurteilung geschrieben.

  5. Michael F. Brack sagt:

    Natürlich kann durch sichere Infrastruktur jegliches Fehlverhalten außer Vorsatz minimieren.

  6. Pingback: #Verkehrssicherheit: Fehlende Medienethik bei Unfällen – #Automorde | ulrics, nachdenkliche Stimme aus Duisburg

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