Als ich vorgestern „nur mal kurz“ bei Twitter (heute murX) war, las ich die erste Nachricht zum Tod von Natenom (Andreas Mandalka) einem Fahrradaktivisten. Gestern bei Facebook las ich weitere Nachrichten zu dem Thema. Das macht richtig betroffen, zumal ich ähnliche Erfahrungen mit der Autopolizei Duisburg gemacht habe.
Die PM der Autopolizei Pforzheim findet sich hier.
Natürlich könnte man jetzt sagen, dass es einer von vielen Toten, geopfert auf dem Altar Motorhaube, wäre. Allerdings hat Natenom lange Zeit genau auf die Defizite hingewiesen, die auch zu seinem Tod führten. Schlechte Infrastruktur und massives Fehlverhalten der Autofahrenden in ihren Blechwaffen. Dazu kamen noch Polizei und Justiz, die nichts unternahmen.
Polizei und Staatsanwaltschaft wollten nicht handeln, sie tragen in meinen Augen eine klare Mitschuld an dem Tod, nachfolgend mal ein paar verlinkte Beispiele von Natenom zu seinen Erfahrungen:
– Erlebnisse eines Radfahrers bei der Polizei in Pforzheim
– Nichts passiert …
– Wie die Behörden in Pforzheim mit einer Anzeige eines Autofahrers gegen Natenom umgegangen sind…
– Fahrradkontrolltag der Polizei Pforzheim – und entsprechende Markierungen für den Überholabstand
– Mit wenig Abstand auf Landstraße überholen – legal – mit Abstandshalter 70 cm Abstand einfordern – illegal, da keiner überholen könne
Zur Polizei Pforzheim fallen mir etliche Dinge ein, aber ich schreibe hier nur, dass es eine zumindest eine Mischung aus Inkompetenz und Motonormativity, war, welche diesen Tod mitverursacht haben. Nicht ohne Grund schrieb er oft von Fahrradmordor.
Nun wurde er getötet von einem 77-jährigen, was direkt die Altersfrage aufwirft. Es ist natürlich Spekulation, aber ich würde nicht ausschließen, dass sich das Alter auf die Fahrtüchtigkeit ausgewirkt hat. Da die Fahrt bei Dunkelheit stattfand und ältere Menschen eher schlechter bei Nacht sehen, ist ein Zusammenhang nicht ganz von der Hand zu weisen. Allerdings um einen Radfahrer zu überfahren muss man schon sehr schlecht sehen oder viel zu dicht mit viel zu hoher Geschwindigkeit unterwegs sein. Dazu steht natürlich nichts in der Pressemeldung der Polizei. Ich müsste da natürlich auch sofort an Autominister Wissing denken, der durch seine Haltung ebenfalls mitverantwortlich für Tote und Verletzte ist. Es muss für alle, alle paar Jahre eine Fahreignungsprüfung geben. Nur so können gesundheitliche Defizite rechtzeitig erkannt werden. Stattdessen setzt Wissing auf Egoismus und Tote/Verletzte.
Was mich besonders betroffen macht, dass wir hier in Duisburg genau den gleichen Typ Polizei haben. Scheinbar herrscht auch da die Meinung vor, wenn kein Blech drum ist, ist es weniger Wert. Ist wohl an der Zeit, der Polizei zu zeigen und weiter zu schauen, wie man diese verklagen kann, zumindest endlich den Überholabstand und die Rechtsabbiegegeschwindigkeit zu kontrollieren. Ich bin jedenfalls nicht mehr länger gewillt, diese Arbeitsverweigerung zu tolerieren. Trauern und dann wieder Tagesordnung geht nicht. Demo reicht nicht. Vielleicht sollte man sich einen Abstandsbaseballschläger einklagen bzw. den dafür nötigen Waffenschein.
Nie wieder, darf es nicht nur bei Nazis heißen, sondern auch endlich bei der Verkehrssicherheit. Anderswo gelingt das schließlich auch!
Sollte man den Todestag von Natenom zum Poolnudeltag machen?
Diese Zeilen Verfasse ich auch in den Gedenken an alle die anderen Opfer der Arbeitsverweigerung der Polizei, der Justiz und all der anderen Stellen, die eine extrem schlechte Arbeit machen, wenn es um Verkehrssicherheit für Radfahrende und Gehende geht.
Nachfolgend noch einige Reaktionen aus der Fahrradbubble und darüber hinaus:
– Bekannter Fahrrad-Aktivist von Autofahrer getötet Natenom ist tot
– Tagesschau Fahrradaktivist aus Pforzheim stirbt bei Unfall: So reagiert der ADFC
– In Erinnerung an Andreas Mandalka, ‘Natenom’: Ein leidenschaftlicher Radfahrer, der uns zu früh verlassen hat
– Natenom wurde getötet
– Nachruf
– Natenom wurde getötet
– Fahrradaktivist Natenom tot: Der Mann mit dem Abstandhalter
Habe mal sein Logo angepasst, kein anderes Fahrradbild so richtig passen will

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die gleichen Erfahrungen habe ich im Ennepe-Ruhr-Kreis auch gemacht, Die Einhaltung bestehender Gesetze auch nur sporadisch mal zu überwachen findet auch hier nicht statt, es geht ja nur um Radfahrer.
ich hatte daher bereits Kontakt mit dem LZPD, da hieß es man könnte kontrollieren was aber eben auch konkret bedeutet nur wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Setzen, sechs, unfähig, unwillig das es nur so kracht.
Jepp und das nervt mich sehr, habe schon überlegt, ob man nicht mal mit Crowdfunding exemplarisch eine Polizeidienststelle auf Kontrolle verklagen sollte. Das man gar nicht kontrolliert ist rechtswidrig und müsste auch vor Gericht einklagbar sein.
naja einklagen halte ich schon für sehr schwierig. Was würde man dann als ausreichend erachten? 1 mal im Jahr je Kreis für eine Stunde sich irgendwo hinstellen und gucken? Ich glaube, es gibt verdammt viele Gesetze, wo wenig bis nichts kontrolliert wird, da könnten dann andere daran Interessierte auch auf Durchführung von Kontrollen klagen.. Wir haben natürlich den Radverkehr sehr im Fokus.
Ausreichend ist eine Kontrolle, wenn diese dazu führt, dass sich das Fehlverhalten signifikant vermindert, dass ist aber nicht die Frage, welche vor Gericht geklärt werden müsste, sondern die Weigerung überhaupt zu kontrollieren.
das stimmt!
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