#Braunkohle: Pfeifer & Langen intransparente Änderung – #Köln #Hürth #Klimaschutz #Jülich

Die Firma Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG (Aachener Str. 1042 a, 50858 Köln) will etwas an deren Werk in Jülich ändern, laut Amtsblatt 49 der Bezirksregierung Köln.

Am Standort Jülich betreibt Pfeifer & Langen, laut UBA eine Zuckerfabrik mit Braunkohle seit 2004. Laut Übersicht 120 MW Wärme und 25 MW Elektrischer Output.

Bekanntlich braucht man für die Zuckerextraktion extrem viel Energie, weil man noch mit einer völlig veralteten Technik den Zucker extrahiert. Man zerkleinert die Zuckerrüben und kocht diese aus, dann verdunstet man das Wasser und erhält Zucker. Also ein extrem energieaufwendiges Verfahren.

Genutzt wird entweder direkt Braunkohle oder „veredelte“ Braunkohle. Zum Beispiel aus einem Werk in Hürth. Für 120 MW muss man schon viel Braunkohle verbrennen.

Was genau geplant ist kann man dem Amtsblatt leider nicht richtig entnehmen.

Unter dem Az. 53.0052/21/7.24.1-16-Wu/Win gibt die Bezirksregierung Köln bekannt, dass P&L eine wesentlichen Änderung Ihrer Anlage zur Herstellung von Zucker mit einer Produktionsleistung von 300 Tonnen Fertigerzeugnissen oder mehr je Tag beantragt hat. Da normalerweise geringfügige Änderungen mehr oder weniger gut durchgewunken werden, ist davon auszugehen, dass es um eine erhebliche Änderung geht. Es wird auf Ziffer 7.24.1 im Anhang 1 der 4. BImSchV verwiesen, dort wird aber quasi nur auf die Produktionskapazität abgestellt. Also erfährt man dort nichts über die Art der Änderung.

Gegenstand des Antrags soll.
– die Errichtung und der Betrieb einer Niedertemperaturtrocknung (NTT)
– sowie die Anlagenoptimierung und
– eine Kapazitätsanpassung
sein.
Und natürlich will P&L nicht warten, sondern schon jetzt bauen.

Die Unterlagen liegen vom 13.12.2021 bis 12.01.2022 bei
– Bezirksregierung Köln
– Stadtverwaltung Jülich
aus. Allerdings:
„Aufgrund der aktuellen Zugangsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Eindämmung des Corona-Virus ist der Zugang zu den ausgelegten Unterlagen nur nach telefonischer Terminvereinbarung möglich. Bitte vereinbaren Sie rechtzeitig vor der Einsichtnahme einen Termin.“
Das heißt, wenn man mal zufällig in Köln ist und eigentlich reinschauen könnte, geht es nicht, weil nur nach Terminvereinbarung. Dies sind in meinen Augen sehr stark Einschränkungen. Zumal die Unterlagen nicht elektronisch einsehbar sein und die Beschreibung des Vorhabens nur extrem vage ist.

Das man die Unterlagen nur an zwei Stellen auslegt zeigt, dass man Klimaschutz nicht ernst nimmt, denn eine Verkleinerung der Produktion dürfte wohl kaum geplant sein. Das sieht man auch daran, dass man ein Werk in Euskirchen auf Erdgas umstellt.

Einwendungen sind elektronisch möglich bis 14.02.2022 (Name und vollständige Anschrift) an dezernat53einwendungen äht brk.nrw.de möglich.

Erörterungstermin 12.04.2022, 10:00 Uhr (Kulturmuschel im Stadtgarten des
Brückenkopf-Parks, Rurauenstraße 11, 52428 Jülich), dafür ist der Termin öffentlich geplant.

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