#Duisburg: Stellungnahme zum Lärmaktionsplan – #Fluglärm #Logistiklärm #Logport #Duisport

Nachfolgend die Punkte meiner Stellungnahme zum Lärmaktionsplan der Stadt Duisburg. Die Punkt dürfen gerne kopiert werden oder als Anreiz dienen für eigene Stellungnahmen.

Spannweite der Hauptverkehrsstraßen

Wenn unterschiedliche Bereiche einer Straße unterschiedlich Befahren werden, dann sollte man nicht die gesamte Straße angeben, sondern die Abschnitte mit den Verkehrszahlen.

Grenzwerte

Lärm wirkt auch unterhalb der Grenzwerte schädlich auf die Gesundheit. Die Grenzwerte wurden so festgelegt, dass möglichst wenig Menschen geschädigt werden, eine Schädigung auch unterhalb der Grenzwerte ist weniger wahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen. Demnach sind auch hier Maßnahmen zu treffen.

Reallärmabgleich

Es ist nicht erkennbar, an welchen Stellen die Lärmbelastung durch Messungen verifiziert wird. Denn Berechnungen sind nur Modelle, die vereinfachen und der realen Situation nicht gerecht werden.

Ersatz durch Radfahrten

Da die Stadt Duisburg beständig Radfahren sabotiert, ist eine Verlagerung schwierig. So gibt es an einigen Stellen Parkplätze direkt rechts neben den Radweg. Etwa in Ruhrort oder Homberg. Hier besteht Lebensgefahr durch Dooring! Ampelschaltungen und Führung mit Fußverkehr bremsen Radverkehr aus. Abstandsregeln werden im Stadtgebiet nicht durchgesetzt und sogar die Polizei parkt auf Radwegen. Bei Baustellen endet der Radweg plötzlich oder es wird gar nichts ausschildert. Die Baustellenplanung fokussiert nur auf Autoverkehr, lässt aber Radverkehr außer acht oder sieht diesen als nebensächlich an.

Beispiele:
https://ulrics.blog/2020/11/13/duisburg-dummplanung-an-ampeln-fahrradfeindlich-verkehrswende/
https://ulrics.blog/2020/10/25/duisburg-dooringparkplaetze-in-ruhrort-fahrradfeindlich/
https://ulrics.blog/2020/08/29/duisburg-radwegpflege-durch-die-wirtschaftsbetriebe-mangelhaft-verkehrswende-verkehrsdiskriminierung-fahrradfeindlich/
https://ulrics.blog/2020/08/21/duisburg-noch-ein-beispiel-fuer-dummplanung-verkehrswende-fahrradfeindlich/

Lärmblitzer

Lärmblitzer können der Stadt Duisburg nicht nur mehr Ruhe verschaffen, sondern deren Kosten auch vollständig einspielen

Natürlich müsste hier vom Land der notwendige rechtliche Rahmen eingefordert. Dies ist aber die fairste Methode nur jene zu treffen, die wirklich Lärm erzeugen und nicht, wie man dies mit Motorradfahrenden tut, dies vollständig verbieten zu wollen.

Lärmblitzer werden bereits an verschiedenen Stellen erprobt bzw. diskutiert. Es gibt zudem bereits heute die Möglichkeit mit Lärmmessgeräten zu arbeiten.

LKW-Fahrverbote

Auf die Thematik Logistiklärm wurde unzureichend eingegangen.
Es sollten großzügige LKW-Verbotszonen aus den Lärmbelastungsschwerpunkte im Stadtgebiet abgeleitet werden. Zumal diese Bereich zugleich auch die Bereiche mit hohen Schadstoffkonzentrationen sind. Denkbar wäre auch hier sowohl über Lärmschutz, wie auch Luftreinhaltung großflächige Verbotszonen auszuweisen. Ziel sollte es sein die Durchfahrt von LKW durch Wohnbereich vollständig zu unterbinden. Nur der notwendige Lieferverkehr zu Geschäften und Vergleichbares sollte noch zulässig sein.

Bei LKW wird zudem nur statistischer Lärm ermittelt, aber nicht der wirkliche Lärm, der auch dadurch entsteht, dass unzulässigerweise Ketten und andere Packmittel nicht richtig gesichert sind und die Fahrzeuge bereits bei leichten Unebenheiten sehr viel Lärm erzeugen. Zudem ist zu beachten, dass Schlaglöcher oft durch unsachgemäße Baustellen entstehen, dass heißt nach einer Baustelle reicht es nicht die Oberfläche dürftig zu reparieren, hier muss ein vollständige Wiederherstellung einer makellosen Oberfläche sichergestellt werden. Auf Kosten der Stelle, welche die Straße öffnet. An der Stünningkreuzung in Rheinhausen sind auf der Moerserstraße sehr tiefe Spurrillen, die erheblichen Logistiklärm erzeugen.

Die sogenannten LKW-Vorrangrouten nützen nichts, da dies nur an Naviherstellende übermittelt werden. Das heißt weder die Nutzung von LKW-Navis ist vorgeschrieben noch die Übernahme der Daten in den Bestand von Naviherstellenden. Eine Verpflichtung zur Einhaltung gibt es nicht. Eine Umsetzung ist nicht erkennbar und gerade die Billig-LKW-Firmen haben gar kein Geld für LKW-Navis. Also sind die Maßnahmen völlig unwirksam. Würde man dagegen Verbotszonen für LKW schaffen und diese sowohl mit Luftreinhaltung (vgl. Krefeld), wie auch Lärmschutz begründen, gäbe es rechtsverbindliche Routen, die auch durchgesetzt werden könnten. Wobei die Durchsetzung ja bereits in vorhandenen Verbotszonen sehr suboptimal läuft. Meist wird für zu kurze Zeiträume geblitzt. Die LKW-Vorrang-Routen sind also nur Augenwischerei, um keine wirklichen Maßnahmen zu formulieren und durchzusetzen. Für Logport I und III sollte ausschließlich die Logistikgdiagonale zulässig sein.

Verkehrsleitsystem für Lkw (Numerische Wegweisung)

Was nützt ein Verkehrsleitsystem, wenn die Firmen davon nichts wissen bzw. dieses nicht nutzen? Hier müsste dafür gesorgt werden, dass diese Nummern Teil der Adresse werden.

Osttangentenverlängerung

Die Osttangente würde nicht nur zu Konflikten, sondern auch zu erheblicher Lärmzunahme in einem Erholungsbereich führen. Es ist gut, dass hier bereits klargestellt wird, dass erhebliche Konflikte drohen. Zumal es bei der Osttangente an jeglicher Grundlage mangelt, ob diese überhaupt eine Wirksamkeit erzielen könnte. Dies trifft allerdings auch teilweise auf die anderen Maßnahmen zu. Es braucht hier unbedingt eine gründliche Analyse warum LKW auf bestimmten Strecken fahren und wie man das verhindern kann. Dabei könnten es oft bereits kleine Maßnahmen mit wenig Kosten sein, die viel mehr bewirken, als zum Scheitern verurteilte Planungen für eine neue Straße. Einige der Maßnahmen klingen zwar gut, aber erst eine Ursachenanalyse ermöglicht einen konkreten Abgleich zwischen Ursache, Wirkung und Maßnahme. Wenn man dies nicht versteht, kann man zwar schöne Maßnahmen aufnehmen, die allerdings viel Kosten und wenig bewirken. Im Falle der Osttangentenverlängerung könnte es sogar dazu kommen, dass Bereiche, wie die Moerserstraße stärker belastet werden, weil man teilweise auch Umwege in Kauf nimmt. Mal ganz abgesehen davon, dass der Ruhebereich Rheinvorland durch LKW-Verkehr deutlich lauter wird und der Erholungsraum nachhaltig geschädigt wird.

Bei „Kleinere, innerstädtische Erholungsräume“ fehlt das Rheinvorland zwischen Solidaritätsbrücke und A40 inkl. Werthauser Wardt. Auch dieses Gebiet muss als ruhiges Gebiet festgelegt und bewahrt werden.

Grüne Welle

Die Kreuzung Brückenstraße/Rheinhauser Straße in Hochfeld ist ein Grüne-Welle-Brecher. Die Ampel der kleinen Kreuzung spring regelmäßig um, da diese auf eine Geschwindigkeit von 50 km/h ausgelegt ist und nicht die real vorhandenen 30 km/h. Dadurch wird wegen einer Ampel, die primär für Seitenstraßenverkehr da ist, der Verkehr beständig unnötig ausgebremst.

Laubbläser

Laubbläser stellen eine Lärmquelle dar. Bei Beschwerden werden Gebiete von der Stadt fälschlich als Mischgebiete eingestuft, damit man nicht handeln muss. Selbst die Elektrobläser der Wirtschaftsbetriebe nerven mit ihrem fiependen Geräuschen.

Parkraumbewirtschaftung

Die Stadt Duisburg toleriert noch immer Gehwegparken (Ratsbeschluss), obwohl eine derartige Toleranz die Fortbewegung für Gehende unattraktiv macht. Es wird zu selten abgeschleppt. Es braucht endlich eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung, welche die Bevorzugung des PKW drastisch verringert und die konsequente Durchsetzung von Verkehrsverstößen.

Parken ist kein Grundrecht und Parken frisst viel Fläche, die so nicht für die Nutzung als Wohnraum zur Verfügung steht. Generell wird aber trotzdem immer noch zu autozentriert geplant.

Gesamtlärm

Es fehlt eine kumulierte Übersicht des Gesamtlärms. Diese mag zwar rechtliche nicht vorgeschrieben sein, zeigt aber deutlich, wo die wirklichen Belastungsschwerpunkte liegen. Hierzu zählt auch der Fluglärm, der durch Verweise auf angeblich fehlende Zuständigkeit ausgeblendet wird.

Schottergärten

Ein Aspekt beim Thema Lärm wurde nicht betrachtet. Vorgärten die zu Parkflächen oder Schottergärten werden, sind reflektiver und führen dadurch zu mehr Lärm, demnach müsste derartige Gärten auch zur Lärmreduktion untersagt werden.

Menschen mit Behinderung

Auf den Aspekt Lärm und Menschen mit Behinderung wurde nicht eingegangen, obwohl es auch hier Maßnahmen braucht. Lärm als Stressor trifft Menschen mit Erkrankungen besonders stark. Stress wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus und verstärkt z.B. Krebs.

Menschen aus dem Autismusspektrum dürften auch sensibler auf Lärm reagieren. Auch dies wäre zu berücksichtigen. Ebenso bei Sehbehinderungen kann Lärm dazu führen, dass Verkehrsklänge überhört werden. Etwa die Ampelgeräusche. Auch diese Aspekte müssen, wenn schon nicht in der Analyse zumindest bei den Maßnahmen berücksichtigt werden.

Fluglärm

Der Fluglärmkorridor, der dank Corona dieses Jahr erheblich entlastet wurde, fehlt in den Unterlagen. Die Daten können vom Lanuv sicherlich angefordert werden, um eine vollständige Belastungsanalyse zu erhalten. Der Duisburg Westen wird dabei meist gar nicht betrachtet, obwohl eine Flugroute genau darüber führt.

Die Berechnungen des Lanuvs in Form einer Lärmkarte auch unterhalb der Schwellen wäre möglich. Die Stadt Duisburg sollte hier nachdrücklich die Zuarbeit des Lanuvs einfordern und diese dann auch gründlich überprüfen.

Bei „2.2.5 Flugverkehr von sonstigen lärmrelevanten Flugplätzen
In der Stadt Duisburg gibt es keine Lärmeinwirkungen durch sonstige lärmrelevante Flugplätze.“ ist zu ergänzen, dass es durchaus Lärmeinwirkung zahlreicher Flugplätze gibt. So sind Frachtflüge aus Köln/Bonn häufig sehr niedrig über Duisburg auch andere Flughäfen wirken hier ein, besonders in der Nacht und am frühen Morgen. Nach Lärmschutzrecht für Fluglärm wäre hier eine Gesamtlärmbetrachtung durchzuführen, die dann über die Schwellen kommen würde. Dies wird allerdings nicht gemacht.

Unwahr ist die Behauptung:
„Der südlich der Stadt gelegene internationale Flughafen Düsseldorf Airport kann vom Duisburger Hauptbahnhof in nur wenigen Minuten erreicht werden.“
Vom HBF Duisburg braucht es mind. 7 Minuten bis Bahnhof Flughafen, von da braucht man mind. 5 min mit Umsteigen und Skytrain, bis man am eigentlich Flughafen ist. Mit dem Auto braucht man mind. 20 Minuten.

Tierschutz

Tier, wie z.B. Hunde reagieren empfindlich auf Lärm. So ist mir ein Hund bekannt, der Flugzeuge anbellt. Der Aspekt Tierschutz wurde nicht betrachtet. Er ist zwar nicht zwingend notwendig, allerdings sollte einer Stadt alle Lebenswesen im Stadtgebiet am Herzen liegen. Zudem kann so die Fürsorge für die Bevölkerung gezeigt werden, indem man über das zwingend notwendige hinaus geht.

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