#Verkehrswende am Niederrhein – Vortrag in Rheinberg –

Flyertext:
Heiner Monheim studierte Stadt- und Verkehrsplanung, Soziologie und Geographie in Bonn und München und lehrte als Professor für Raumentwicklung und Landesplanung an der Universität Trier.

Er setzt sich seit vielen Jahren für umweltfreundliche und stadtverträgliche Verkehrskonzepte und Planungsstrategien ein. Monheim entwickelt Konzepte zur Förderung des Fußgänger- und Fahrradverkehrs und leistet damit wichtige Beiträge zur Entwicklung des Konzepts der sanften Mobilität.

Bekannt ist er in Fachkreisen auch durch zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen. Er ist Mitbegründer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). In seinem Vortrag zeigt er mögliche Wege zu einer Verkehrswende auf, die sowohl klimafreundlich als auch bezahlbar sind.

Ab 18.00 Uhr werden lokale Akteure ihre Projekte vorstellen. Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr!

Hintergrund
Am Niederrhein gibt es im Bereich Verkehr Probleme, die dringend gelöst werden müssen. Diese sind u.a.:

Individualverkehr ist klimaschädlich
Die CO2-Emissionen aus dem Verkehrssektor haben im Kreis Wesel mit ca. 34% den größten Anteil an den Gesamtemissionen. Jährlich werden 1,3 Mill. Tonnen CO2 aus dem Auspuff in die Luft geblasen. Verantwortlich zeichnet mit 61% der motorisierte Individualverkehr (Pkw und Motorräder). An zweiter Stelle mit ca. 25% liegt der Straßengüterverkehr.

Zu wenig Busse
Das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist im Kreis Wesel insbesondere an Wochenenden oder in der Woche nach 20 Uhr mehr als dürftig. Und es wurde jüngst weiter eingeschränkt. AnrufSammeltaxis sollen jetzt
Busse ersetzen.

Busse und Bahnen sind zu teuer
Eine einfache Fahrt von Wesel nach Duisburg kostet 12,80 €. Mehr als 45% der Beschäftigten im Kreis Wesel arbeiten in Teilzeit oder Leiharbeit oder sind
geringfügig beschäftigt. Viele Menschen empfinden die Preise für den ÖPNV als
Zumutung. Busse bleiben daher an Wochenenden oftmals leer.

ÖPNV grenzt Arme aus
Mehr als 50.000 Menschen im Kreis Wesel, die von Transferleistungen leben müssen, werden am Recht auf Mobilität gehindert. Im VRR werden derzeit 38,65 € für ein Sozialticket verlangt. In den Regelsätzen für Hartz IV – Betroffene werden aber nur 28,39 € ausgewiesen. Wie kann es sein, dass Menschen 9,1 % ihres Einkommens für ein Ticket ausgeben müssen, mit dem sie am Wochenende nicht einmal ihre/n EhepartnerIn mitnehmen dürfen.
Hinzu kommt, dass die Reichweite des Tickets gerade in einem ländlich geprägten Kreis wie Wesel nicht ausreicht. Während die meisten Menschen in unserem Land mit einem günstigen Flugticket um die halbe Welt reisen können, kommen arme Menschen mit einem teuren VRR-Sozialticket nicht über ihren Landkreis hinaus.
Arbeitsstellen, Freunde oder nächste Verwandte in Oberhausen oder Duisburg bleiben für sie unerreichbar.

Fazit
Der real existierende ÖPNV bietet derzeit keine angemessene Antwort auf Klimawandel, Mobilitätsanforderungen und wachsender Armut. Wir meinen, dass es Zeit wird, daran etwas zu ändern.

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