Rezension der Masterarbeit Lennart Korsten – #Dieselbetrug

Auf Umwegen habe ich mir die Masterarbeit von Lennart Korsten besorgt, über die viel falsches berichtet wurde, wie ich inzwischen weiß. Grundtenor war ja, dass sich durch Verkehrsmaßnahmen am Rhein nichts ändern würde.

Schaut man sich die Masterarbeit allerdings genau an, dann war dies eine überaus grobe Rechnung, welche eine Gesamtbelastung für die Städte und Gemeinden in NRW betrachtet. Wie die Belastung in den Städten verteilt ist, wird nicht betrachtet. Bei so groben Simulationen sind natürlich entsprechende Unschärfen vorhanden, welche allerdings im Rahmen der Arbeit nicht wirklich diskutiert werden.

Die Arbeite hat, trotz gegenteiliger Behauptung von Prof. Schreckenberg, die Qualität einer Masterarbeit. Hier zu behaupten, dass das mehr als eine Studie wäre ist falsch. Mehr als eine Studienarbeit sicherlich, aber ganz sicher auch keine Studie in dem Sinne, was die Allgemeinheit darunter versteht.

Das fängt schon in der Einleitung an, wo dreist behauptet wird, dass der größte Anteil von Feinstaub durch Abrieb der Bremsen, Reifen und Straßenbelag entstehen würde. Das mag vielleicht sogar der Fall sein, aber bisher hat mir hier keiner eine Quelle nennen können, sondern immer nur wieder die gleiche unbelegte Behauptung.

In der Arbeit werden einige wichtig aussehende Formeln, präsentiert, die aber meist nur einfache Rechenoptionen darstellen. Etwa Summationen, die im Zusammenhang zwar etwas komplexer sein könnten, aber mit den heutigen Computern eher einfach Simulationen sein dürften.

An vielen Stellen werden Annahmen aus unterschiedlichen Literaturstellen, dargestellt, die als Grundlage für die Rechnungen übernommen wurde. Es wurde aber jeweils nur eine Literaturstelle genutzt, während andere Quellen sicherlich zu anderen Eingangsparametern führen würden.

Bei den von Prof. Schreckenberg angeführten Beispiel der Schifffahrt als ein Szenario, stellt man fest, dass dies nur eines von mehreren Szenarien war, welche durchgerechnet wurden und es hier durchaus andere gab, welche auch zu einer Verminderung bei den Stickoxide aus der Schifffahrt führen würden. Insofern waren die Meldungen aus den Medien, wie von mir erwartet, ziemlich populistisch und eines seriösen Wissenschaftlers unwürdig. Die Botschaft hätte, wenn man die Ergebnisse denn nutzen wollte, dass sich auch beim Schiffsverkehr etwas tun muss, was aber eigentlich längst allen klar sein dürfte, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Wie die konkrete Verteilung der Belastung in den Städten aussieht wurde bei der Masterarbeit nicht betrachtet, sondern nur die ausgestoßene Gesamtmenge aus den verschiedenen Verkehrsträgern. Es kann als durchaus sein, dass die Verteilung der Stickoxide über dem Rhein von den Vorhersagen abweicht. Für konkrete Aussagen zur Situation vor Ort, war das gewählte Raster jedenfalls viel zu grob.

Die Feinstaub und Stickoxid-Emissionen sind seltsamer nicht vergleichbar. Insbesondere scheinen Schiffe nur sehr wenig Feinstaub auszustoßen. Dies ist nur dann plausibel, wenn überwiegend Grobstaub ausgestoßen wird. Was natürlich der Fall sein könnte, da bei Schiffen keinerlei Filterung stattfinden.

In der Gesamtbewertung um die Veröffentlichungen zu der Masterarbeit, waren in meinen Augen purer Verkehrspopulismus. Keine Ahnung, was Prof. Schreckenberg zu diesem Vorgehen bewogen hat. Seriöse Wissenschaft sieht jedenfalls anders aus. Aber sicherlich kam der Landespolitik diese Masterarbeit gerade gelegen.

Insgesamt geht es bei der Arbeit lediglich, um einen anderen Energiemix bzw. für den Antrieb und nicht primär um Stickoxide. Und das Ergebnis ist definitiv nicht das in der Presse behauptete.

Und das in Duisburg viele Stickoxide aus dem Schiffsverkehr kommen ist definitiv nichts Neues. Das ist bereits länger bekannt und wirft immer wieder die Frage auf, warum etwa die Moerser Straße in Rheinhausen, kurz vor der Brücke der Solidarität nicht gemessen wird. Ganz sicher gäbe es hier Überschreitungen.

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