Rezension #RWE #Hauptversammlung – #Klimakiller #Klimaschänder

Am 26.04.2018 war die RWE Hauptversammlung und ich war dabei. Länger als die meisten Inhabenden die sich spätestens nach dem Kuchen am Nachmittag verdrückten.


(Auch Armin Laschet bekam sein Fett in einer Karikatur weg.)

Am Eingang war Demonstrierende verschiedener Organisationen, die auch Flugblätter verteilten. Eine Zeitlang stellte ich mich dazu, ging dann aber doch rein. Weil ich mich noch für die Rednerliste anmelden wollte. Offensichtlich ging es später in der Reihenfolge der Anmeldung, was aber dazu führte, dass gerade die Kleinaktionäre unverhältnismäßig lange warten mussten und noch dazu in ihrer Redezeit eingeschränkt wurden. Laut Aussage am Wortmeldetisch soll die Rechtsabteilung über die Reihenfolge entscheiden. Ein undemokratisches und intransparentes Verfahren, was definitiv nicht die Gleichbehandlung aller Aktionäre sicherstellt. Eigentlich müsse man dagegen klagen.

Aber erst einmal zum Anfang. Beim Einlass wurde doppelt kontrolliert und dann musste ich sogar Regenschirm und Trinkflasche abgeben. Regenschirm war ja noch ganz praktisch, aber Trinkflasche war Vollmist, insbesondere wo es drinnen nicht einmal stilles Wasser gab.

Da frage ich mich doch, was war der Grund für das Trinkflaschenverbot? Und warum gab es dann kein Stilles Wasser als Ersatz? Ich nehme ja nicht ohne Grund eine Wasserflasche mit. Ein wenig habe ich den Eindruck, mal wollte Inhabende schnell wieder loswerden.

In der Halle selber gab es ein Trinkverbot, allerdings nur für die Teilnehmenden. Für die Vorständler und Aufsichträtler galt dies scheinbar nicht. Schon seltsam wie einseitig die Regeln zu gelten scheinen. Und ein schönes Sinnbild wie viel die Vorständler und Aufsichtsrätler von den Inhabenden halten.

Zum Trinken musste man also runter und was schnelles zum Trinken gab es nicht. Das mochte okay sein für jene die eh nur wegen dem Essen kommen, aber jene, welche der Versammlung folgen wollten hatten ein Problem. Denn der Sound war durch die vielen Gespräche im Getränkebereich unverständlich.

Wie üblich gab es nur für die ersten paar Reihen Tische. Die anderen Aktionäre sollten wohl keine Tische bekommen.

Das Essen war wenig Nachhaltig allein wegen der zahlreichen Verpackungen und Gesund war es auch nicht, da zu Fleisch- und Zuckerlastig.


Insgesamt habe ich den Eindruck gewonnen, dass das Nahrungsangebot auf der Hauptversammlung einiges über einen Konzern aussagt und bei RWE war dies klar rückständig. Dies zeigt aber auch, dass die Zukunftsperspektive für RWE alles andere als rosig ist. Davon abgesehen musste ich einen Thunfisch Wrap wegschmeißen, weil dieser mit Chili war ohne Hinweis. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir den natürlich gar nicht erst genommen. So habe ich es probiert, aber Chili vertrage ich nun einmal nicht.

Auffällig war, dass sogar das Reinigungspersonal ein Sacko trug.

Ein kostenfreies WLAN sollte angeblich vorhanden sein, aber wer weiß schon wer dort von RWE mitliest.

Nur der Anfang wurde ins Internet übertragen. Die Generaldebatte nicht. RWE hat wohl Angst, dass man hinterher auf Aussagen festgelegt wird.

Angeblich soll der 26.04. neben dem Tschernobyl Tag auch der 120ste Geburtstag von RWE sein. Ein Umstand der einen nachdenklich werden lässt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Unternehmen nicht mehr den 150sten Geburtstag erleben wird.

Natürlich wurde in der Rede besonders die Nachhaltigkeit betont, allerdings zeigt ja bereits der Plastikmüll der Hauptversammlung, dass dies nur ein Lippenbekenntnis ist und RWE keine Ahnung von Nachhaltigkeit hat. Nicht bei der Verpflegung und erst Recht nicht bei der Energiegewinnung. Nachhaltigkeit ist kein Teil der DNA von RWE.

Angeblich habe man den Kohlendioxidausstoß um 10 Mio t reduziert. Eine lächerliche Summe in Anbetracht des Umstandes, dass das Kraftwerk Niederaußem alleine bereits 29,6 Mio t ausstößt. RWE hat also gerade mal ein kleines Kraftwerk abgeschaltet. Nicht wirklich beeindruckend, so eine Zahlenmanipulation die erst einmal beeindruckend klingt, aber bei näherer Betrachtung nichts dahinter hat.

Vermutlich sieht es mit den übrigen Bilanzen nicht besser aus. Meine Empfehlung an die Inhabenden von RWE wäre jetzt auszusteigen solange der Kurs noch gut ist. Ich vermute stark, dass der in naher Zukunft wieder in den Keller geht. Spätestens aber nächstes Jahr, nachdem klar ist, welche Effekte die Zerschlagung von Innogy haben wird. Die 1,50 Euro war ein Einmaleffekt, der sich so nicht wiederholen wird.

Anscheinend haben auch Union Investment und Deka verpasst, die Zeichen der Zeit erkennt und kritische Anmerkungen gemacht bzw. Fragen gestellt. Insbesondere bzgl. der Alterenergieschieflage.

Das der Vorstand nicht sonderlich fähig ist, zeigte sich in meinen Augen auch daran, dass gemäß Cooperate Governance Kodex eine Hauptversammlung 4-6 Stunden dauern solle, die Von RWE um 10 Uhr begann und selbst um 18:30 noch nicht beendet war. Was wohl auch daran lag, dass die Redezeit nicht von Anfang an auf fünf Minuten begrenzt wurde. Auch wurde erst bei den kritischen Stimmen auf die Redezeit hingewiesen. Aber mal ehrlich Vorstand. Wir Inhabende bekommen deutlich weniger Geld dafür, dass wir die Hauptversammlung durchstehen als Vorständler und Aufsichtsrätler. Also jammert nicht, ihr werdet schließlich dafür bezahlt.

Gemäß den nur einmal verkündeten Zahlen der Anwesenheit waren weniger als 60 % der Aktionäre anwesend.

Im Rahmen der Antworten habe ich vernommen, dass 44 % der Kohle aus Russland kommt. Ich vermute stark auf dem Landweg per Eisenbahn. Wenn es also das nächste Mal Verspätung bei der Bahn gibt hat sicherlich auch RWE einen Anteil daran.

Eine Schnapsidee von RWE scheint zu sein, aus Braunkohle Treibstoff zu gewinnen, was aber nicht dem Gemeinwohl dient und somit keine Grundlage für Enteignung darstellt.

Bemerkenswert fand ich auch, dass ich mehrfach den Eindruck gewinnen musste, dass der Finanzvorstand Herr Krebber in seiner Nase nach Öl zu bohren schien.

Rücklagen wegen der Klagen des Bauerns hat RWE anscheinend nicht gebildet. Falls also der Klage stattgegeben werden sollte würde es u.U. zu einer erheblichen finanziellen Schieflage kommen.

Auf der Hauptversammlung stellte ich noch folgende Fragen, um ca. 18 Uhr:

Sehr geehrte Mitmenschen,

wir alle hier, die wenigen die noch da sind, tragen zum vorzeitigen Ableben von Menschen bei.

Ableben durch Klimaschädigung, Abgase oder z.B. Feinstaub aus der Braunkohleförderung.

Eigentum verpflichtet alle Inhabende und letztlich trifft es auch uns selbst.

U.a. zur Rendite folgende Fragen:

1. Wie viel Rendite ist ein Menschenleben wert? Aus der statistischen Auswertung der Todesopfer lässt sich dies berechnen.

2. Wie viel Rendite ist die Zukunft der Menschheit wert?

3. Wie viel trägt RWE zu zukünftigen Klimaflüchtlingswellen bei?

4. Welcher Anteil der Rendite kam durch Gesetzesänderungen zustande?

5. Mit welchen langfristigen Verlusten der Aktie ist zu rechnen, weil RWE nicht für die Zukunft aufgestellt ist?

6. Welche Werte für A- und E-Staub am Arbeitsplatz Braunkohletagebau wurde gemessen?

7. Warum zeigt RWE durch die Verpflegung bei der Hauptversammlung, wie wenig RWE für Nachhaltigkeit steht? Allein der Plastikmüll von heute wäre vermeidbar gewesen. Andere Hauptversammlungen schaffen es auch mit weniger Müll

Auf die Antworten wartete ich nicht mehr.

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2 Antworten zu Rezension #RWE #Hauptversammlung – #Klimakiller #Klimaschänder

  1. Lucia schreibt:

    Die Antwort zu den Plastiverpackungen: Das Essen, das übrig bleibt, solle an die Tafel in Essen weitergegeben werden. Die Tafel würde angeblich nur verpacktes Essen annehmen.

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