#Masterarbeit Lennart Korsten über #Stickoxide aus der #Schifffahrt

Duisburg ist eine Hafenstadt, die immer mehr Logistik anzieht. Nicht nur die Straßen sind gut ausgelastet, auch der Rhein ist es. Vor kurzem wurde in Artikeln zu einer Studie/Masterarbeit eines Lennart Korsten berichtet. Es wurde behauptet, dass der Schiffsverkehr so viel ausstoßen würde, dass Autofahrverbote keinen Unterschied machen würden.

Dies geht allerdings nur aus Pressemeldung diesen Artikeln hervor und stellt erst einmal eine ziemlich populäre Behauptung dar, die sicherlich vielen Dieselfahrern gerade passend kommt, dass man nun keine Fahrverbote mehr fürchten muss. Aber sind die Ergebnisse echt oder handelt es sich um Wissenschaftspopulismus?

Ich finde man kann natürlich viel behaupten, was angeblich alles in einer Masterarbeit stünde. Wenn diese nicht öffentlich zugänglich ist, lässt sich dies nicht wissenschaftlich überprüfen. Etwa auf Rechenfehler oder falsche Annahmen. Die Menschen- und Affenexperimente der Automobilindustrie machen zudem in Hinblick auf Stickoxide misstrauisch, ob es nicht auch hier Drittmittel gab.

Und wenn ich mir die Messwerte von Stationen, wie Krefeld Hafen anschaue findet sich dort ein gemessener Jahresmittelwert von 29 µg/m³. Das will nicht so recht zusammenpassen mit den Behauptungen in Bezug auf die Masterarbeit.

Der Bereich von Herrn Schreckenberg, wo Herr Korsten anscheinend Masterarbeit anfertigte, liegt in der theoretischen Physik. Also der Aufstellung von Gleichung und Simulationen. Es ist überaus unwahrscheinlich, dass hier Messungen durchgeführt wurden. Von der Rheinmessstation in Duisburg liegen bei weitem nicht genügend Daten vor. Einer Messung traue ich jedenfalls immer noch mehr als jeder Rechnung oder Simulation.

Als Naturwissenschaftler bin ich Skeptiker und weiß nur zu gut, wie sehr der Publikationsdruck in der Wissenschaft dazu führt, dass manchmal voreilig Dinge veröffentlicht werden. Und eine Masterarbeit wird meist nur intern geprüft und bestimmt keinem Peer-Review-Verfahren unterworfen.

Eine derartige Intransparenz finde ich insgesamt unseriös, wobei sich natürlich mit solchen Ergebnissen bei der Politik sehr beliebt macht. Kann man doch „belegen“, dass Fahrverbote nichts nützen würden. Macht sich in der Öffentlichkeitsarbeit auf jeden Fall sehr gut.

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2 Antworten zu #Masterarbeit Lennart Korsten über #Stickoxide aus der #Schifffahrt

  1. linuxuser86 schreibt:

    Die differenzierte Betrachtung gefällt mir sehr gut. Die Aussagekraft einer Arbeit lässt sich – selbst wenn sie ordentlich gefertigt wurde – nur beurteilen wenn man sie liest. Gleiches gilt allerdings auch für die Untersuchungen zur Gefährlichkeit der Stickoxodemissionen . Mir ist keine epidemiologische Studie bekannt, die es schafft einen eindeutigen Effekt der Luftkonzentration an NOX sauber von anderen Effekten zu trennen. Spannend sind da nicht nur andere Luftschadstoffe, sondern auch Faktoren wie die Korrelation soziologischer Faktoren oder Verkehrslärm.

    Da gibt es noch so viel zu untersuchen…

    • ulrics schreibt:

      Wenn Grenzwerte festgelegt werden gibt es ausreichend fundierte Daten. Sonst hätte es die Lobbyarbeit bereits verhindert.

      Beste Beispiel ist hier die Asbestose. Diese war bereits seit 1900 bekannt. Erst 1943 wurde die Berufskrankheit Lungenkrebs als Folge von Asbest anerkannt und erst 1991 wurde Asbest durch die EU als allgemein krebserregend anerkannt und erst 1994 in Deutschland verboten.

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