Kein Recyclingkunststoff bei Abfalltonnen der #Wirtschaftsbetriebe #Duisburg

Vor kurzem kam mir der Gedanke, dass Kunststoffmüll zu Kunststoffmülltonnen werden könnte. So als Recycling im besten Sinne. Ich fand es ein wenig überraschend, dass folgende Antwort der Wirtschaftsbetriebe bekam:


Wirtschaftsbetrieben Duisburg – AöR eingesetzten Abfallbehälter sind enormen Beanspruchungen ausgesetzt. Daher wird der Fokus auf die Langlebigkeit des Materials gesetzt. Diesen Ansprüchen könnten Behälter aus recycelten Materialien nicht genügen. Wir beziehen unsere Behälter bei regionalen Anbietern und führen diese nach der endgültigen Nutzung der Wiederverwertung zu.

Bei einer sortenreinen Trennung der Kunststoffe dürfte kein Unterschied zwischen neu hergestelltem und Recyclingkunststoff zu spüren sein. Für mich als Chemiker ist dies jedenfalls nicht plausibel. Oder ist es vielleicht einfach nur eine Kostenfrage?

Ich hatte mich deswegen ans UBA gewandt, welche Kenntnisse dort vorliegen.

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Nach Rücksprache mit unserem betreffenden Fachgebiet möchten wir Ihnen gern hiermit Ihre Frage beantworten.

Abfallbehälter sind tatsächlich sehr hohen Anforderungen ausgesetzt! Daher müssen sie bestimmten Testverfahren genügen, die unter anderem in der Norm DIN EN 840 festgelegt sind. Neben den Normen gibt es das (freiwillige) RAL Gütezeichen Abfall- und Wertstoffbehälter, das in einigen Kriterien noch über die Anforderungen der Normen hinausgeht.

Mehr Informationen dazu erhalten Sie unter dem folgenden Link; eine Gegenüberstellung der Prüfungsinhalte der Norm und des RAL-Gütezeichens finden Sie hier.

Der Verwendung von recycelten Kunststoffen für Abfallbehälter steht nichts entgegen, sofern sie den technischen Anforderungen genügen. Dass dies der Fall ist, belegen reale Beispiele.
Es gibt mittlerweile Anbieter, deren Abfallbehälter den Blauen Engel tragen, da sie zu mindestens 80 % aus recycelten Kunststoffen bestehen (bezogen auf den Kunststoffanteil).

Es liegt also in der Hand der Kommunen/der öffentlichen Entsorgungsträger, in den Ausschreibungen für Abfallbehälter neben den nötigen Zertifikaten, die das Einhalten der technischen Anforderungen belegen, auch die Verwendung von recycelten Kunststoffen einzufordern. Dies wäre ein sehr guter Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und damit zum Umwelt- und Ressourcenschutz! Das Umweltbundesamt hat daher in einem Positionspapier (S. 12) vorgeschlagen, dass der Kunststoff von Abfallbehältern grundsätzlich zu mindestens 80 % aus Recyclingmaterial bestehen sollte.

Wir hoffen, diese Informationen sind hilfreich für Sie! Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne wieder an uns wenden.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag

[Redaktioneller Hinweis: Für bessere Lesbarkeit wurden entsprechende Textstellen direkt verlinkt und der Link aus dem Lauftext entfernt.]

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