Dieselfahrverbote in Duisburg

Vor einem Dieselfahrverbot in Duisburg müsste erst einmal nach dem Verursacherprinzip geschaut werden, wer die Hauptverursacher sind.
Anders, als in anderen Städten ist es in Duisburg nicht der Straßenverkehr der Hauptverursacher. Als Dieselbesitzer würde ich deswegen unverzüglich gegen ein Fahrverbot klagen. Denn vor einem Fahrverbot müssten erst einmal Steag und Stadtwerke, sowie Thyssen-Krupp-Mannesmann ihren Beitrag leisten. Ebenso wie die Binnenschiffer.

Schön kann man dies im Luftreinhalteplan, aus dem Jahre 2011, für Duisburg nachlesen.

Stickoxid-Emissionen in Tonnen pro Jahr für Duisburg
18.295 (Industrie)
10.576 (Stahl, Eisen und sonstige Metalle einschl. Verarbeitung)
7.049 (Wärmeerzeugung, Bergbau, Energie)
2.709 (Schiffverkehr)
2.013 (Straßenverkehr)

Straßenverkehr kam damals an dritter Stelle.
Trotz aller gegenteiligen Bemühungen der Autolobby könnten die Emissionen im Straßenverkehr inzwischen gesunken sein.
Beim Schiffsverkehr wird allerdings kaum etwas gemacht. Ein wenig Landstromversorgung, was natürlich nicht viel bringt, weil der Hauptteil während der Fahrt ausgestoßen wird.
Und dann natürlich die Industrie mit einem großen Anteil von den Kraft- und Stahlwerken. Bei Stahlwerken weiß ich nicht wie viel getan werden kann, aber es verwundert, dass es den Kraftwerken nicht gelingt die Emissionen zu reduzieren. Da würde Elektromobilität nicht viel bringen.

Die Messstationen in Duisburg liefern übrigens nur deswegen keine Grenzwertüberschreitungen, weil sie strategisch so positioniert sind, dass den Straßen- und Schiffsverkehr nicht in vollem Umfang erfassen und das Wetter in den letzten Jahren zu Gunsten der Verschmutzer mit vielen Niederschlägen und wenigen Inversionswetterlagen verlief.

Vor Dieselfahrverboten müsste also definitiv erst einmal Industrie und Schiffsverkehr diskutiert werden. Insellösungen bringen nichts, wenn man einen Teil des Problems ausblendet.

Ich bin ja ein starker Verfechter von Wasserstraßenmaut für Dreckschleudern.

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2 Antworten zu Dieselfahrverbote in Duisburg

  1. Dietmar beckmann schreibt:

    Die historische Emissionssituation 2010, noch ohne das Kraftwerk Walsum 10, dafür noch mit den Blöcken der Stadtwerke, taugt wenig für die Beurteilung der Immissionen z.B. in der Kardinal-Galen-Straße. Hier ist neben ein wenig Hausbrand tatsächlich der Straßenverkehr, und hier speziell die Abgase von Dieselmotoren für die Belastung vor Ort (Immissionen) mit Stickdioxiden verantwortlich. Generelle Dieselfahrverbote, die auch die Landwirte in unbelasteten Gebieten treffen würden, scheinen deshalb untauglich, räumlich und zeitlich begrenzte Fahrbeschränkungen unter Umständen aber geeignet.
    Im übrigen kann man sich im Netz über die etwas aktuellere Situation (2012 beim Stickstoffdioxid)
    hier informieren: http://www.ekl.nrw.de/ekat/

    • ulrics schreibt:

      Die Kardinal-Galen-Straße sagt nichts über die Situation in anderen Bereichen von Duisburg aus und die anderen Messstationen sind nicht so gewählt, dass man wirklich die Belastung erfassen könnte.

      Am Schiffsverkehr hat sich seit 2010 nur geändert, dass er mehr wird, die Belastung also sogar höher liegen dürfte.
      Bei der Industrie ist schwer zu sagen, was sich hier getan hat. Dürfte wohl immer noch Hauptemittent sein.

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