Dynamit Nobel GmbH – Werk Schlebusch – #Leverkusen #Sprengstoff #Explosion

Ist wusste bisher nicht, dass neben Chemiewerken auch eine Sprengstofffabrik in Leverkusen steht.

Erst durch das Amtsblatt 06/2020 wurde ich auf das Werk der Firma Dynamit Nobel GmbH in Leverkusen aufmerksam. Im Amtsblatt wird nicht einmal eine Adresse angegeben, was ich in Hinblick auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung ziemlich suspekt finde. Denn Auswirkungen eines Werk gibt es meist im Umfeld.

Das „Werk Schlebusch“ liegt nach dieser Seite in Leverkusen Manfort an der Kalkstraße 218.

Normalerweise hätte ich nicht groß nachgeforscht, selbst wenn es um Sprengstoff ginge. Aber suspekt war mir, dass erstens eine völlig unklare Abkürzung (TEPE) verwendet wurde und zweitens mit keinem Wort das Produkt erwähnt wird. Ein TEPA habe ich mit Tetraethylenpentamin gefunden, aber nichts zu TEPE.

Da man weder weiß, was sich hinter TEPE verbirgt noch das Endprodukt klar sind, kann die Gefährdung nicht beurteilt werden. Dabei dient die Veröffentlichung nach UVPG gerade dazu, dass man informiert wird. Die Bezirksregierung berief sich auf Geheimhaltung bei meiner Nachfrage. Dies fördert in Hinblick auf die Sicherheit nicht gerade das Vertrauen in die Firma oder die Bezirksregierung. Die Benennung TEPE enthält keine Informationen und man hätte die Substanz auch einfach Dingsbums oder mit irgendeinen anderen beliebigen Begriff benennen können. Eine nichtssagende Abkürzung hat keinerlei Informationsgehalt. Damit wird gegen das UVPG verstoßen, denn der Sinn und Zweck der Veröffentlichung ist gerade, dass sich die Bevölkerung ein Bild machen kann. Diesem Zweck wurde nicht entsprochen.

Selbst wenn der Stoff selber der Geheimhaltung unterliegen sollte, was ich stark bezweifle, da der Name einer Substanz keinerlei Wert hat, lediglich in Kombination mit weiteren Informationen ist dies der Fall. Nicht eingestuft wäre in dem Fall die Stoffeigenschaften des Endproduktes, wahrscheinlich einem Sprengstoff, wie man den vorhandenen Informationen entnehmen kann. Ziel dürfte hier primär sein die begründete Sorge der Bevölkerung zu verhindern. Schließlich vermeidet die Bezirksregierung Köln sogar bewusst die Art des Stoffes und Verwendungszweck zu benennen. Was ziemlich suspekt ist, wenn es sich um etwas Harmloses handelt.

Beschreibung der Bezirksregierung Köln:
„Zur Herstellung von Stoffen oder Stoffgruppen durch chemische Umwandlung in industriellem Umfang, insbesondere von sauerstoffhaltigen Kohlenwasserstoffen und stickstoffhaltigen Kohlenwasserstoffen durch,“

Dann ist noch von einer endothermen Reaktionsführung die Rede. Wenn Endotherm heißt, dass von außen Energie zugeführt werden muss. Aber die Art der Reaktionsführung sagt nichts über die konkrete Reaktion, die durchaus eine hohe Energiefreisetzung beinhalten kann.

Weiterhin kann man entnehmen:
„Die Anlage ist der Nr. 4.1.2 des Anhangs 1 der 4. BImSchV zugeordnet und ist somit genehmigungsbedürftig nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BlmSchG). Des Weiteren ist die o. g. Anlage der Nummer 4.2 Spalte 2 der Anlage 1 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) zuzuordnen und in Spalte 1 mit einem „A“ gekennzeichnet.“

Für Laien ist dies natürlich nichtssagend.
4. BImSchV 4.1.2 bedeute Chemieprozesse, die sauerstoffhaltigen Kohlenwasserstoffen wie Alkohole, Aldehyde, Ketone, Carbonsäuren, Ester, Acetate, Ether, Peroxide und/oder Epoxide einsetzen.
UVPG 4.2 sagt dass es sich um ein Chemiewerk handelt.
Es gibt auch Explosivstoffe auf Peroxidbasis. Etwa das bei Terroristen beliebte TATP. Wobei Einsetzen die Edukte bezeichnet und nicht das Endprodukt. Glycerin wäre zum Beispiel ein Alkohol.

Natürlich sagen einem all diese Informationen nichts über die konkreten Stoffeigenschaften. Angeblich wäre TEPE kein Gefahrstoff, überprüft hat man dies aber nicht, sondern lediglich im Analogieschluss abgeleitet habe. Und das für eine Substanz in Lösung.

In Amtsblatt 08/2020 der Bezirksregierung Köln kommt dann die nächste Erlaubnis. Auch hier wieder nur vage und nichtssagende Angaben.

Die Bezeichnung DPO14-CNK-Säure sagt nichts, aber da Angabe „Herstellung von Produkten durch Nitrierung“ sagt mir, dass hier wahrscheinlich Sprengstoff mit Nitrogruppen hergestellt wird. Beispiele wären Nitroglycerin oder TNT.

Die Anlage wird der Nr. 4.1.21 von Anhangs 1 der 4. BImSchV zugeordnet, was so viel heißt, wie:
„Stoffe oder Stoffgruppen, die keiner oder mehreren der Nummern 4.1.1 bis 4.1.20 entsprechen,“
4.1.20 wären übrigens Explosivstoffe zu denen auch Sprengstoffe gehören.

Verstehe noch immer nicht, was man sich dabei denkt.

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