Wird #Tierfutter mit #Quecksilber kontaminiert?

Im Rahmen der Zuckerherstellung entstehen sogenannte Rübenschnitzel. Dies sind Reststücke der Zuckerrüben, welche getrocknet werden. Nach Trocknung dienen diese als Tierfutter. Etwa bei der Fleisch oder Milchproduktion.

Im Rahmen eines Neubaus eines Kohlekraftwerks der Firma Pfeifer & Langen (u.a. Diamantzucker), die m.W. auch mehrere Braunkohlekraftwerke betreibt, wurde nun geklärt, dass der Text nicht nur missverständlich, sondern wirklich der Abgasstrom über die Rübenschnitzel gelenkt wird.

Folgende Stellungnahme gab es im Rahmen der Erörterung, dessen Protokoll mir vorliegt:


In seiner Stellungnahme hierzu erklärt Herr […], dass der Großteil der in Deutschland und in Europa erzeugten Rübenschnitzel gegenwärtig durch das Verfahren der Direkttrocknung erzeugt wird. Durch das in Europa vorhandene Monitoring für die Qualität von Futtermitteln ist bisher eine unzulässige Kontamination nicht festgestellt worden.

Es gab also lediglich keine unzulässige Kontamination. Vergiftet werden wir auf diesem Weg möglicherweise trotzdem, natürlich nur unterhalb von Grenzwerten. Vielleicht brauchen auch die Zuckerfabriken ja ein Softwareupdate. Die Rübenschnitzel, mit all den möglichen Kontaminationen, erreichen uns jedenfalls über Fleisch und Milch trotzdem.

Erschreckend, was im Nahrungsmittelbereich alles zugelassen ist. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Viel zu vieles ist davon völlig zulässig. Wie etwa Bisphenol A.

In meinen Augen ist die Firma Pfeifer & Langen eine Firma, welche sich nicht ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellt, sondern nur auf billig setzt, ohne Rücksicht auf uns Menschen. An mehreren Stellen war dem Protokoll zu entnehmen, dass Lösungen angeblich nicht wirtschaftlich wären. Sprich, sie war Pfeifer & Langen wohl zu teuer. Dass dies auf Kosten der Gesundheit und der Umwelt geht spielt bei der Firma wohl eine untergeordnete Rolle.

Für mich ist es nicht wirtschaftlich Pfeifer & Langen weiterhin der Zucker abzunehmen, der uns zumindest indirekt schädigt.

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4 Antworten zu Wird #Tierfutter mit #Quecksilber kontaminiert?

  1. linuxuser86 schreibt:

    Solange die Grenzwerte eingehalten werden sehe ich tatsächlich kein großes Problem. Die Grenzwerableitung ist nämlich mit erheblichen Sicherheitsmargen ausgestattet. Es wird mindestens ein Faktor 100 auf NOAEL aus Tiermodellen eingehalten. Insofern passt das schon. Panikmache und Verteufeln sind nicht die richtigen Methoden zum Umgang damit. Spannender sind sicherlich andere Aufnahmepfade für Hg.

    • ulrics schreibt:

      Sehe ich anders. Wenn ein Aufnahmepfad verringert werden kann, dann hat dies auch zu geschehen. Grenzwerte stellen häufig nur eine frühere Untergrenzwerte des Messbaren dar. Stickoxide sind auch unterhalb der Messwerte giftig, ebenso Quecksilber.

      Und ein Kohlekraftwerk ist nicht nötig, wenn die Firma es nur will, weil es vermeintlich billiger ist.

  2. linuxuser86 schreibt:

    Natürlich ist es sinnvoll Aufnahmepfade zu reduzieren. Gerade bei Quecksilber. Die Kosten-Nutzen-Abwägung sollte dabei aber immer betrachten, welche anderen Pfade breiter sind und evtl. leicht zu minimieren. Die Giftigkeit lässt sich eben nicht vollständig vermeiden. Die Grenzwerte geben ein sehr gut tolerables Maß vor. Wir können uns chemischen und radiologischen Gefahren nicht komplett entziehen.

    • ulrics schreibt:

      60 % der Stickoxidtoten solle unterhalb der Grenzwerte zustande kommen.
      Die Kosten für Kohleverbrennung sind generell zu hoch, also hat diese zu unterbleiben. Gerade, wenn man ein neues Kohlekraftwerk plant.

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