Werbemüll: Das Telefonbuch/Gelbe Seiten

Früher konnte man sich, wenn man wollte ein Das Telefonbuch und Gelbe Seiten bei der Post mitnehmen. Heute finden sich diese Werbeprodukte an immer mehr Stellen. Schon vor einiger Zeit kam eine unaufgeforderte Werbekarte für das neue Telefonbuch nun geht die Werbedreistigkeit noch einen Schritt weiter und stellt direkt die Werbung Das Telefonbuch/Gelbe Seiten als Paket zu.

Vom Charakter hat ist die Sendung als unadressierte Postwurfsendung ausgelegt, womit sie voll unter „Keine Werbung“ fällt und demnach eigentlich nicht zugestellt werden darf, wenn dieser Hinweis an einem Briefkasten ist. Geschieht dies trotzdem so wäre dies aus meiner Sicht abmahnfähig.

Der überwiegend werbende Charakter von das Telefonbuch/Gelbe Seiten ergibt sich zudem daraus, dass es keinen redaktionellen Teil gibt und das ganze komplett über Werbung finanziert wird. Damit ist aus meiner Sicht die Behandlung analog zu der Postwerbung Einkaufsaktuell zu sehen. Explizite Grundsatzurteile scheint es bisher nicht zu geben, weshalb diese erst erstritten werden müssten.

Mal ganz abgesehen davon ist das eine unheimliche Papierverschwendung. Einige Personen stehen zwar noch im Telefonbuch, aber viele nicht mehr, einfach weil dies nicht mehr mit dem Schutz vor Werbeanrufen und dem allgemeinen Datenschutz zu vereinbaren ist.

Ich schreib deswegen nun an die Sutter Telefonbuchverlag GmbH den nachfolgenden Text:

Guten Tag,

am 19.05. lag bei uns, obwohl ein expliziter „Keiner Werbung“ Aufkleber am Briefkasten angebracht ist, die Werbesendung (Das Telefonbuch/Gelbe Seiten) im Eingangsbereich. Mit dem Aufkleber „Keine Werbung“ sind auch alle un- oder teiladressierten Postwurfsendungen eingeschlossen.

Das Müllabladen Verboten ist aus meiner Sicht selbstverständlich und ich betrachte derartige unaufgeforderte Werbeprodukte als Müll.

Da dieses Produkt nicht einfach so verschenkt wird, sondern sich ausschließlich über Werbung finanziert handelt es sich eindeutig um eine Werbesendung, schließlich fehlt jeglicher redaktioneller Teil. Wodurch es vergleichbar mit der Werbesendung Einkaufaktuell wird. Die zusätzliche Auflistung anderer Telefonnummern hat hier keinerlei Relevanz. Dieses Aufdrängen der Werbung ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel.

In einem Verteiler stehe ich nicht drin und für eine Abmeldung müssten wir an einer weiteren Stelle unsere Adresse hinterlegen. Das würde ich nur dann, wenn ich eine schriftliche Unterlassungserklärung bekomme mit entsprechend hoher Summe für den Fall der Zuwiderhandlung.

Ich verweise zudem auf (Urteil BGH Az. VI ZR 182/88). Wäre Schade, wenn auch hier erst ein Grundsatzurteil erstritten werden müsste.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort

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