Von Lichtjahren und Quantensprüngen

Das es in den MINT-Fächern scheinbar an Nachwuchs mangelt sieht man nicht nur an dem ständigen Gejammer der Industrie, sondern auch daran, dass Politiker und Journalisten scheinbar keine Ahnung davon haben was sie da für einen intensivst verrührten Stuhlgang verzapfen.

Ein Lichtjahr ist, die Entfernung, welche das Licht in einem Jahr zurücklegt. Der Zeitraum dauert genau ein Jahr. Wenn jemand also meint etwas dauere Lichtjahre, dann ist das Semantisch gesehen einfach nur Unsinn. Wahrscheinlich meint die ungebildete Person, etwas würde sehr lange dauern, aber vielleicht sollte man dann auch einfach mal sagen was man meint und nicht naturwissenschaftliche Begriffe pervertieren.

Ebenso ist es mit Quantensprüngen. Aus Sicht der Quanten mag das vielleicht eine ebenso immense Leistung sein. In dem Sinne scheint es so mancher zu meinen und dabei seine mangelhafte naturwissenschaftliche Bildung zur Schau zu stellen. Oder glaubt in populärer Art zu reden. Selbst von einem Physiker habe ich diese Fehlverwendung von Quantensprung schon einmal gesehen. Man muss nicht jede Modeerscheinung mitmachen und schon gar nicht als seriöser Naturwissenschaftler.

Mal abgesehen davon, dass Quanten keine Sicht haben, denn sie haben nun einmal keine Augen oder überhaupt so etwas wie Denkfähigkeit, so macht es für einen Naturwissenschaftler wenig Sinn.

Man könnte das auch schön in einen Witz verpacken:

Bei der Olympiade wurde eine neue Disziplin eingeführt. Das Quantenspringen. Ruft ein verärgerter Zuschauer beim Sender an: „Ihre Übertragung ist einfach Mist, sie behaupten ständig wären neue Rekorde im Quantenspringen gebrochen worden. Dabei stehen die Athleten doch nur die ganze Zeit dort dumm rum und tun so als würden sie sich konzentrieren.“ Darauf hin der Sender: „Die Athleten müssen sich auch enorm konzentrieren um nur so winzige Entfernungen zu springen.“

Also wenn jemand behauptet Quantensprünge zu machen ruhig den Begriff im wahren Sinne des Wortes anwenden. Insbesondere bei Politikern, dann kann man u.U. sogar davon ausgehen, dass sie aus versehen mal die Wahrheit sagen.

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