CO-Pipeline

Über die CO-Pipeline u.a. durch Duisburg ist schon viel geschrieben worden und auch gestritten. Unlängst hat die Piratenpartei ein Positionspapier zur CO Pipeline beschlossen.

Momentan kommt noch kein CO durch die Pipeline, weil das Düsseldorfer Verwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss für Rechtswidrig erklärte.
Auf der Seite von Bayer wir natürlich für die Sicherheit der CO-Pipeline geworben, allerdings außer ein paar höchst wagen Angaben zum Sicherheitskonzept nichts zu finden.
Dort wird der Höchstdruck mit 13,5 bar, also dem 13,5 fachen des Normaldruckes angegeben. Angeblich soll das Rohr bis zu das 100-fache aushalten. Das würde aber voraussetzten, dass die Verarbeitung des Rohres höchsten Standards genügt und selbst dann sind diese Angaben natürlich nciht für alle Zeiten zutreffend, sondern nur für die Lebenszeit des Rohres.

Ebenfalls angegeben sind der Durchmesser von 0,25 m und die Abschnittslänge von 10 km, welche durch Schieber begrenzt wird. Gehen wir einfach mal von der unrealistischen Annahme aus, dass diese immer funktionieren würden.

Zu Kohlenmonoxid finden sich in der Wikipedia, sowohl die Explosionsgrenzen innerhalb derer ein CO-Luft-Gemisch explosiv ist, als auch die LD50 Werte. LD50 bezeichnet die letale Dosis bei der 50 % der betroffenen sterben. Nachfolgend sind die Zeiträume und die jeweilige letale aufgeführt. Die Einheit ist ppm also Teilchen pro Millionen. Das heißt auf eine Millionen Luftteilchen kommt ein CO-Teilchen bei 1 ppm.

Zeitraum LD50 [ppm] LD50 [%] Tödliches Volumen [m³] Todesradius [m]
2 Minuten 40000 4 163544 43
5 Minuten 16000 1,6 408860 58
10 Minuten 8000 0,8 817719 73
30 Minuten 3000 0,3 2180585 101
60 Minuten 1500 0,15 4361169,466 128

Durch Rechnung ist natürlich nur eine Überschlagsrechnung unter der Annahme eines idealen Gases.

Das Volumen eines Abschnitts dürften knapp 500 m³ sein. Da der Druck höher ist sind auch entsprechend mehr Teilchen pro Volumen, als bei Normaldruck. Bei Normaldruck wäre das ein pures Volumen von runde 6500 m³. Das wäre eine Halbkugel von knapp 15 m Radius. Natürlich vorausgesetzt es wäre windstill, das eine Halbkugel zustande kommt und nur ein Abschnitt betroffen wäre.

Hier kommt nun die Hilfsfrist ins Spiel, also diejenige Zeit von der Alarmierung bis zum Eintreffen von Hilfe in Dicht besiedelten Gebieten wie liegt diese bei maximal 8 Min bis zu 17 Minuten in ländlichen Gegenden.
Das setzt eine Alarmierung voraus und keine Vertuschungsaktionen, was zu Verzögerungen führen würde. Eine Vergiftung wird durch die Gabe von purem Sauerstoff oder durch hperbare Oxygenierung behandelt. Die Zeit bis zur Behandlung mit der hyperbaren Oxygenierung darf maximal 24 Stunden betragen.
Ersten stellt sich die Frage, wieviele Rettungsfahrzeuge alarmiert werden, denn davon ist abhängig ein wie große Anzahl von Personen behandelt werden kann. Dann stellt sich die Frage, ob genug hyperbare Kammern vorhanden sind, für eine größere Anzahl von betroffenen.

Wenn ich mir anschaue, was für „Nettigkeiten“ Duisburg bereithält (Weiße Riesen, GNS Atommülllager Duisburg und bald CO-Pipeline) wundert es mich nicht, dass das viele Leute Duisburg den Rücken kehren. Warum schützt uns die Stadt nicht vor solchen Dingen?

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4 Antworten zu CO-Pipeline

  1. Stefan Müller schreibt:

    In Dusiburg war doch auch die Loveparade. Ich wittere ein Muster.

  2. Mmh, hab mir für den Keller / Garage so einen CO-Melder gekauft. Mit Display! Seitdem lass ich meine Karre nicht mehr im Warmen an. Das Scheissding piepst immernoch wenn ich abends zurückkomme, bei lächerlichen 33 ppm.

  3. Pingback: Was wäre, wenn…? (Katastrophen made in Duisburg) | ulrics

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